Die Erleuchtung kann man mieten

Gesetzgeber erhöht Druck auf die deutsche Wirtschaft

Der Gesetzgeber erhöht den Druck auf die deutsche Wirtschaft, um die CO2-Einsparziele der EU schneller zu erreichen: Ein Großteil der Unternehmen muss bis 5. Dezember dieses Jahres seinen Energieverbrauch im Zuge gesetzlich verpflichtender Energieaudits auf den Prüfstand stellen. Dabei sollen Einsparpotenziale aufgedeckt werden, die die Betriebe auch finanziell entlasten. Doch der Umstieg auf energiesparende Techniken und Prozesse ist in der Regel nicht zum Nulltarif zu haben. Im Bereich Beleuchtung bieten Beschaffungsmodelle wie Leasing, Contracting oder Mietkonzepte eine Alternative. forum beleuchtet die Vor- und Nachteile.
 
Die unter zahlreichen Umweltauflagen ächzende Wirtschaft sieht hohe Ausgaben auf sich zukommen: Um die EU-Energieeffizienzziele zu erreichen, müssten nach Expertenschätzungen Investitionen im Umfang von rund 90 Milliarden Euro getätigt werden. Zwar zahlt sich die Modernisierung mittel- bis langfristig auch finan­ziell aus. Doch um diese Vorteile zu realisieren, müssten die meisten Unternehmen erst einmal viel Geld für die Umrüstung in die Hand nehmen.
 
Wenn die Liquidität erhalten bleiben soll
Gerade bei der Beleuchtung lässt sich viel sparen. © Deutsche Lichtmiete GmbHDeshalb wurden viele Potenziale bisher nicht genutzt. Beispielsweise bei der Beleuchtung, wo sich durch moderne LED-Technik im Vergleich zu anderen Bereichen in kürzester Zeit die höchsten Einsparungen realisieren ließen: „Obwohl die Beleuchtung in vielen Industrien durchschnittlich nur bis zu zehn Prozent der Stromkosten ausmacht, liegt hier ein gravierend unterschätztes Sparpotenzial", bestätigt LED-Fachmann Marco Hahn, Direktor Marketing und Vertrieb bei der Deutschen Lichtmiete. Dabei finden Unternehmen, die ihre Liquidität zur Expansion brauchen, auf eine positive Energiebilanz aber nicht verzichten wollen, mit alternativen Finanzierungs- oder Nutzungsmethoden praktikable Alternativen: Beim „Effizienzturbo" Beleuchtung sind die derzeit gängigen Konzepte Leasing, Miete und Contracting. Sie alle ermöglichen eine rasche Umrüstung ohne Liquiditätsverluste.
 
Sorgenfrei durch Leasing?
Das Leasing ist eine vertraute Option: Es hat sich bei Bürotechnik und Fuhrpark bereits bewährt und bindet kein Kapital. Da Leasinganbieter sich aber häufig auf den Finanzierungsaspekt konzentrieren, arbeiten sie meist mit Massenprodukten und bieten in erster Linie Baukasten-Lösungen. Hat das Produkt Mängel, hat der Leasingnehmer das Nachsehen: Ansprüche gegen den Lieferanten oder Hersteller des Leasinggutes müsste er selbst durchsetzen. Ist der Lieferant nicht mehr greifbar oder kommt seinen Verpflichtungen zur Mängelbeseitigung nicht nach, ist das oft ein Problem des Betreibers der Anlage. Zu berücksichtigen ist auch die steuerliche und rechtliche Komplexität dieser Finanzierungsform.
 
Vorbild im Energiebereich: Contracting
Bei der Auswahl neuer LED Komponenten sollten Sie auf einen hohen Qualitätsstandard und zuverlässige Partner achten. © Deutsche Lichtmiete GmbHDas Energie-Contracting ist in Deutschland seit den 1990er-Jahren ein Begriff. Dabei werden komplette Energieeffizienzprozesse an einen Dienstleister ausgelagert. Der Contractor entwickelt ein individuelles Konzept für energieeffizientere Prozesse, plant alle Maßnahmen, stellt das Investitionskapital und setzt das Projekt um. Auch Wartung und Betrieb der neuen Systeme werden nach Vereinbarung übernommen. Produkt- und Haftungsrisiken lassen sich mit diesem Modell auslagern. Der Contractor erhält so lange Zahlungen aus den eingesparten Energiekosten, bis zum Ende des Vertrages die eigenen Projekt- und Finanzierungskosten, inklusive Gewinn, zurückgezahlt worden sind. Interessant ist diese Finanzierungsform bei komplexen Energieeffizienzprozessen.
 
Größte Einsparung: Licht plus Miete
Eine einfache Lösung für den Umstieg auf energieeffiziente LED-Beleuchtung ist die Miete. Hier entfällt neben dem Haftungsrisiko auch der Aufwand für Auswahl und Einrichtung der neuen Anlage. Während ein Verkäufer am Ersatz eines kaputten Produkts verdient, ist ein Vermieter an Qualität und Langlebigkeit der LED-Leuchten interessiert. Neben der liquiditätsschonenden Wirkung bei der Anschaffung erlaubt das Mietmodell oft eine Reduktion der laufenden gesamten Beleuchtungskosten: 15 bis 35 Prozent Einsparung können nach Abzug der monatlichen Mietzahlungen beim Nutzer verbleiben.
 
Energieaudit – und Alternativen
Da viele kleine oder mittlere Unternehmen nicht unter die Audit-Befreiung fallen, dürfte die Nachfrage nach liquiditätsschonenden Beschaffungsmodellen zunehmen. Auch Unternehmensbeteiligungen, Banken und Versicherungen, Handel sowie Verwaltungen und Kliniken müssen die Energie-Überprüfungen durchführen lassen, wenn sie mehr als 250 Mitarbeiter beschäftigen, einen Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro oder eine Bilanzsumme ab 43 Millionen Euro vorweisen. Ausgenommen sind nur Unternehmen, die bereits ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder ein Umweltmanagementsystem nach dem EU-Standard EMAS etabliert haben. In die Energieeffizienz kommt also langsam Bewegung und Unternehmen sollten jetzt aktiv werden.
 
Weitere Informationen:

Technik | Energie, 01.07.2015
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2015 - Jahr des Bodens erschienen.
     
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