Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.
Technik | Energie, 09.06.2015

Saubere Energie?

Worauf bei der Wahl des Ökostromanbieters zu achten ist

Ökostrom ist in Deutschland immer beliebter. Nicht zuletzt durch den Atomausstieg möchten immer mehr Verbraucher hierzulande saubere Energie beziehen und zur Energiewende beitragen. Das belegen auch die aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur. Im Jahr 2014 betrug der Anteil an Ökostrom an der gesamten Elektrizitätsabgabemenge der Energieversorger 17 Prozent. Im Jahr zuvor waren es nur 10,6 Prozent. Angesichts dieses starken Trends bieten immer mehr Stromversorger Ökostrom für den Endverbraucher an. Aber worauf sollte man achten, wenn man sich für einen neuen Ökostromanbieter entscheidet?
 
Neue Ökostromanlagen fördern
Während es durch Zertifikate wie RECS möglich ist, konventionellen Strom in Ökostrom „umzuetikettieren", gibt es auch Stromtarife, die einen nachhaltigen Ausbau der Ökostromanlagen fördern. Dies ist dann der Fall, wenn der Anbieter einen Teil der Erlöse in solche Anlagen reinvestiert. Damit wird ein wesentlicher Beitrag zur Energiewende geleistet. Dieser zusätzliche Umweltnutzen wird oftmals durch die Label „ok Power Label" und „Grüner Strom Label" belegt. Beide Label zertifizieren Ökostromangebote, bei denen der Neubau von Ökostromkraftwerken gefördert wird.
 
Reinen Ökostromanbieter wählen
Wer sich sicher sein will, den Anteil von Ökostrom an der Gesamtstromproduktion zu steigern, sollte sich für einen der wenigen reinen Ökostromanbieter entscheiden. In Deutschland sind das Greenpeace Energy, EWS Schönau, Lichtblick und Naturstrom. Der Unterschied zwischen den reinen Ökostromanbietern und den konventionellen Stromversorgern mit einem oder mehreren Ökostromtarifen besteht vor allem in der Einkaufsstrategie. So beschaffen reine Ökostromversorger ihren Strom zumeist direkt beim Ökostromkraftwerk. Gerade Discounter sind hingegen darauf angewiesen, an der Strombörse günstigen Strom einzukaufen oder langfristige Verträge mit den Großkonzernen zu schließen.
 
Auf Vertragslaufzeit, Preisgarantie & Co. achten
Auch wenn man sich als Verbraucher für einen Ökostromtarif entscheidet, sollte man auf das Kleingedruckte achten. Verbraucherschützer empfehlen in der Regel einen Tarif mit einer möglichst kurzen Vertragslaufzeit sowie einer kurzen Kündigungsfrist. Eine Preisgarantie ist nur dann sinnvoll, wenn sie sich über die gesamte Vertragskaufzeit erstreckt und der Anbieter nicht mitten im Vertrag die Preise anheben kann. Achten sollte man zudem auf die ausgeschriebenen Boni. Oftmals bieten Stromanbieter ihren Neukunden einen Bonus an, wenn sie erstmalig zu ihnen wechseln. Dieser Bonus wird jedoch nur einmalig ausgezahlt, dadurch kann sich der Jahrespreis im zweiten Vertragsjahr erhöhen. Alle Tarifdetails sollten vor einem Wechsel gründlich geprüft werden. Um herauszufinden, welche Ökostromtarife am eigenen Wohnort verfügbar sind, kann man einen Stromvergleich online durchführen. Nach der Eingabe von Postleitzahl und Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden listet der Stromrechner die verfügbaren Tarife in der Region auf. Bei den meisten Stromrechnern muss dann ein Häkchen für „Nur Ökostrom anzeigen" gesetzt werden. In der nachfolgenden Auflistung ist es dann möglich, übersichtlich die verschiedenen Preise und Tarifdetails zu vergleichen und den am besten passenden Stromanbieter auszuwählen.
 
Die wichtigsten Kernpunkte für den Ökostromtarif im Überblick:
  • „ok Power Label" oder „Grüner Strom Label"
  • Keine RECS-Zertifikate
  • Reiner Ökostromanbieter
  • Kurze Vertragslaufzeit
  • Kurze Kündigungsfrist


     
        
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