66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen
Technik | Green IT, 19.01.2015

Clean-IT nominiert Samsung für den „Schandfleck des Jahres 2014“

Immer wieder kommt es zu Arbeitsunfällen und Gesundheitsschädigungen in koreanischen Werken Samsungs sowie in der Zulieferkette des weltweit größten Technologieunternehmens.

Laut Studien von NGOs sind dort in den letzten sieben Jahren 232 ArbeiterInnen direkt oder indirekt berufsbedingt erkrankt, 98 davon starben.
 
Heuer nominiert die Kampagne Clean-IT der entwicklungspolitischen Organisation Südwind Samsung für den „Schandfleck des Jahres 2014". Der Schmähpreis wird dieses Jahr zum dritten Mal vom Netzwerk Soziale Verantwortung an besonders unverantwortlich agierende Unternehmen organisiert und vergeben.

Seit einigen Jahren beobachten Südwind und andere Organisationen die Arbeitsbedingungen in Werken der koreanischen Halbleiterindustrie, die für Samsung produzieren. Neben den berufsbedingten Erkrankungen, die durch den täglichen Kontakt mit giftigen Chemikalien entstehen, kam es auch zu Arbeitsunfällen. Im Jänner 2013 trat in einer Fabrik im  Samsung Werk in Hwaseong Fluorwasserstoff aus. Fünf LeiharbeiterInnen mussten verletzt ins Spital gebracht werden, einer verstarb. Im Mai 2013 kam es im gleichen Werk wieder zu einem Austritt von Fluorwasserstoff, wobei drei ArbeiterInnen verletzt wurden. Im März 2014 trat in einer Samsung-Fabrik in Seoul Kohlendioxid aus, ein Arbeiter verstarb.

Südwind-Partnerorganisationen wie DanWatch, AMRC und SHARPS berichten zudem immer wieder über Häufungen von Leukämie, Multipler Sklerose und Aplastischer Anämie unter Beschäftigten in Samsung-Werken. „Trotz vieler gut dokumentierter Fälle bleibt es für die Arbeiterinnen und Arbeiter schwierig Entschädigungszahlungen zu erwirken. Besonders tragisch ist, dass aufgrund langer Prozesszeiten die Betroffenen oft sterben, bevor ihnen eine Entschädigungszahlung zuerkannt wird" kritisiert Andrea Ben Lassoued von der Südwind-Kampagne Clean-IT.

Im Mai 2014 veröffentlichte Samsung schließlich eine Stellungnahme, in der sich das Unternehmen bei den Opfern „mutmaßlicher Betriebsunfälle" und deren Familien entschuldigte und eine Entschädigung versprach.

In einer Presseaussendung letzten Freitag hat Samsung nun zwar Entschädigungszahlungen angekündigt, bestreitet jedoch immer noch einen direkten Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und den Erkrankungen. „Jetzt kommt es darauf an, wann die ersten Zahlungen wirklich bei den Menschen ankommen. Samsung muss dringend Maßnahmen ergreifen, um weitere Todesfälle und Neuerkrankungen zu verhindern. Ernstzunehmende soziale Verantwortung bedeutet Menschenleben vor Profite zu stellen", betont Ben Lassoued.

Die Südwind-Kampagne Clean-IT nominiert Samsung für den Schandfleck des Jahres 2014. „Wir fordern von Samsung sich endlich nachhaltig für faire Arbeitsbedingungen einzusetzen, denn das ist längst überfällig!", so Ben Lassoued und ruft zur Teilnahme am Voting für den Publikumspreis auf.

Ab sofort bis zum 18. Februar kann der Publikumspreis unter: http://www.schandfleck.or.at gewählt werden

Der Publikums- und der Jurypreis für den Schandfleck 2014 werden am 20. Februar 2015, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, im Rahmen einer Gala im Off-Theater in Wien verliehen.

Weitere Informationen:
Dossiers zu den Nominierungen: http://www.schandfleck.or.at
Presseaussendung zu Samsung von 28.10.2014
Report von DanWatch zum Downloaden
Mehr Informationen zu den Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie: http://www.clean-it.at

Kontakt: Andrea Ben Lassoued, Kampagne-Leiterin Clean-IT, Südwind | Tel.: 01 405 55 15 320 | andrea.benlassoued@suedwind.at



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026 ist erschienen

  • Geopolitische Spannungen, Aufrüstung und Unsicherheit prägen Märkte und Investitionsentscheidungen wie lange nicht. Die neue Ausgabe von forum future economy setzt bewusst einen Kontrapunkt: Sie gibt Stimmen Raum, die für Diplomatie, Deeskalation und zivile Lösungen eintreten – weil wirtschaftliche Stabilität ohne Frieden nicht denkbar ist.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
10
MÄR
2026
Rechtliche Aspekte der Kreislaufwirtschaft
Kreislaufwirtschaft zwischen Green Deal und Praxis
kostenfreies Webinar
11
MÄR
2026
Circular Valley Convention 2026
Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Kreislaufwirtschaft - Ticketrabatt für forum-Leser*innen!
40474 Düsseldorf
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Megatrends

Deutsche wünschen starke Führung
Christoph Quarch analysiert die neue Sehnsucht nach Macht und Herrschaft
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

LEEF platziert Folgeanleihe und startet neue Wachstumsphase

Lunch & Learn: Warum gute Streitkultur Erfolg bingt

Zentek und Schlaadt beschließen weitreichende Zusammenarbeit für nachhaltige Verpackungen

Gemeinsam Städte zukunftsfähig machen

Wie sieht eine "Wahre Wirtschaft" aus?

No Healthy Soil, no Future

Freiheit des Saatguts ist Freiheit des Lebens

Sunvestment: Afrikas Aufbruch ins solare Zeitalter mitgestalten

  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Global Nature Fund (GNF)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Engagement Global gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • WWF Deutschland
  • circulee GmbH
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig