66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Erfolgreich in die Zukunft

Nachhaltigkeit im Unternehmen einführen

Nachhaltigkeit spielt in der Wirtschaft eine immer bedeutsamere Rolle. Immer mehr Kunden fragen nicht mehr nur nach dem Preis eines Produkts, sondern hinterfragen auch unter welchen Umständen es entstanden ist und welche Ressourcen dafür eingesetzt wurden. Kann ein Unternehmen darauf keine befriedigende Antwort liefern, verkauft es unter Umständen weniger Produkte und ist demnach nicht so erfolgreich am Markt.

Nachhaltigkeit und Globalisierung
Die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens gewinnt auch durch die Globalisierung und die damit verbundene internationale Verflechtung der Märkte an Bedeutung. Die Vereinten Nationen erkannten bereits um die Jahrtausendwende den Trend und legten im Jahr 2000 mit dem Global Compact einen zehn Punkte umfassenden Katalog vor, der nachhaltiges Wirtschaften beschreibt. Mittlerweile haben sich viele Unternehmen unter dem Dach des Global Compacts zusammengefunden und verpflichten sich Maßnahmen der Corporate Social Responsibility (unternehmerische Sozialverantwortung) und der Corporate Sustainability (unternehmerische Nachhaltigkeit) einzuleiten und konsequent umzusetzen. Beispiele hierfür finden sich in der Unternehmenswelt mittlerweile sehr viele und reichen von der vollständigen Aufbereitung der vom Unternehmen ausgestoßenen Abgase über ressourcenschonendere Produktionsmethoden mit weniger Ausschuss bis hin zu ergonomischen Maßnahmen, die die Gesundheit des einzelnen Mitarbeiter ins Zentrum des betrieblichen Geschehens rückt.

Warum Nachhaltigkeit wichtig für Unternehmen ist
Einerseits erwarten viele Verbraucher von den Unternehmen, dass sie sich stärker mit Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen und konstruktive Lösungen suchen. Tun sie dies nicht, kaufen die Verbraucher ihre Produkte eben woanders. Aber auch Bund und Länder fordern von den Unternehmen ein Umdenken, durch Programme, Richtlinien und DIN-Normen wird ein klarer anzustrebender Zustand formuliert. In einer globalisierten Welt sind die Potentiale natürlich umso größer, da die Transportwege länger sind und viele Produkte zu Billigpreisen in Niedriglohnländern hergestellt werden. Ein nachhaltiger Ansatz in der Kaffeebranche wäre beispielsweise die Kaffeebauern vor Ort zu unterstützen, einen Fonds zu gründen, der sich aus einem kleinen Anteil der verkauften Kaffeebohnen speist, und dann dafür verwendet wird, um soziale Projekte, wie den Bau einer Schule oder eines Krankenhauses, voranzutreiben. Die Bauern entscheiden eigenständig über die Verwendung des zur Verfügung stehenden Geldes. Natürlich ist es notwendig als initiierendes Unternehmen die Fortschritte vor Ort zu kontrollieren und gegebenenfalls einzugreifen.

Einführung von Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen und Probleme

Die Integration nachhaltiger Verhaltensweisen in den Unternehmensalltag stößt insbesondere dort an seine Grenzen, wo veraltete Strukturen vorherrschen. Wer nachhaltig wirtschaftet, muss sich vom Primat des Gewinns verabschieden. Nicht maximale Gewinne sind erstrebenswert, sondern legitime Gewinne, also solche Gewinne, die vor den Augen der Gesellschaft auch vertretbar sind. Wer das als Manager oder Unternehmensführer nicht akzeptieren will, scheitert mit seinem Versuch nachhaltigen Themen einen höheren Stellenwert im Unternehmen einzuräumen. Nachhaltigkeit bedeutet nicht, Mitarbeiter, Ressourcen und individuelle Interessen auszunutzen, um das befleckte Unternehmensimage später wieder durch Spenden für karitative Zwecke reinzuwaschen. Nachhaltig wirtschaften bedeutet beispielsweise auch nicht so verschwenderisch mit Papier umzugehen. Muss die Präsentation, die den Bereichsleitern vorgelegt wird, denn unbedingt in Farbe ausgedruckt werden und muss wirklich jedes Dokument für die Ablage ausdruckt werden? Aber auch hier gibt es Anbieter, die nachhaltiges Dokumentenmanagement in Unternehmen fördern und somit die Verantwortung gegenüber der Umwelt steigern können. In vielen Fällen sicherlich nicht, in anderen Fällen ist es jedoch leider gesetzlich vorgeschrieben sich nicht nachhaltig zu verhalten (Dokumentationspflicht im externen Rechnungswesen)!

In den kommenden Jahren wird sich in Bezug auf die Einführung von Nachhaltigkeitsthemen in Unternehmen noch einiges tun. Mit Sicherheit werden engere gesetzliche Vorgaben gemacht, die auch kleine und mittelständische Unternehmen für ein Engagement in diesem Zusammenhang begeistern.



     
        
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