Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Europäische Unternehmen profitieren vom Handel mit Konfliktrohstoffen

Südwind fordert wirksame EU-Gesetzgebung für verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung von Unternehmen.

 Seit Jahrzehnten spielt der Handel mit Mineralien, Edelsteinen und anderen Rohstoffen eine zentrale Rolle bei der Finanzierung bewaffneter Konflikte weltweit. Konfliktparteien in Ländern wie Afghanistan oder Zentralafrikanische Republik werden mit Erlösen aus dem internationalen Rohstoffhandel finanziert.
 
Goldschürfer im Kongo. Foto: © Dejan Patic /FIAN Deutschland e.V.Europäische Firmen importieren eine große Menge an Rohstoffen für Handys, Laptops oder Autos aus eben diesen Konfliktgebieten, ohne dass Unternehmen offenlegen müssen, ob und inwiefern sie mit dem Kauf dieser Rohstoffe zur Finanzierung von Kriegen und Menschenrechtsverletzungen beitragen.

Die Europäische Kommission hat im März 2014 einen Verordnungsentwurf vorgelegt, der verhindern soll, dass "Erträge aus dem Handel mit Mineralien zur Finanzierung bewaffneter Konflikte verwendet werden". Dass die EU diesbezügliche Regelungen vorsieht ist zu begrüßen, denn ihr Einfluss ist groß: Fast ein Viertel des globalen Handels mit Zinn, Tantal, Wolfram und Gold entfällt auf die EU, letztes Jahr wurden 240 Millionen Handys und 100 Millionen Laptops in die EU importiert, die alle diese Rohstoffe enthalten.

"Der derzeit vorliegende Entwurf ist viel zu schwach. Er bezieht sich einerseits ausschließlich auf Direktimporteure der unter die Verordnung fallenden Mineralien, zum anderen handelt es sich nur um ein Modell der freiwilligen Selbstverpflichtung. Doch am 4.12.2014 gibt es die Möglichkeit diesen Entwurf zu stärken", sagt Elfriede Schachner, Geschäftsführerin der entwicklungspolitischen Organisation Südwind. In Brüssel findet eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für internationalen Handel zum Thema Konfliktmineralien statt.

Südwind fordert, dass der Parlamentsausschuss Führungsqualitäten zeigt und den Entwurf stärkt. "Zurzeit sind die Unternehmen nicht verpflichtet sicherzustellen, dass die Erlöse aus dem Handel mit diesen Mineralien nicht in die falschen Hände geraten. Doch Unternehmen kontrollieren ihre Zulieferketten nur dann, wenn sie dazu verpflichtet sind. Daher braucht es unbedingt verpflichtende Regeln um mehr Sorgfaltspflicht in der Lieferkette von Unternehmen zu erreichen, die ihre Rohstoffe aus Konfliktgebieten beziehen", so Elfriede Schachner. "Zudem müssen alle Unternehmen, also auch jene die Endprodukte, die diese Rohstoffe enthalten auf dem europäischen Markt platzieren, Verantwortung übernehmen und nicht nur die Importeure". Schachner fordert daher die politischen Entscheidungsträger in der EU zu einer wirksamen EU-Gesetzgebung auf, damit Unternehmen zu einer verantwortungsvollen Rohstoffbeschaffung verpflichtet werden.

Die USA ist im Vergleich zur EU in diesem Bereich Vorreiter. Das Dodd Frank-Gesetz Absatz 1502 ist diesbezüglich ein Meilenstein: Alle in den USA an der Börse notierten Unternehmen müssen veröffentlichen, ob diese Rohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo oder ihren Nachbarstaaten stammen und überprüfen lassen, ob die in ihren Produkten enthaltenen Mineralien einen Beitrag zur Finanzierung bewaffneter Gruppen in Zentralafrika leisten.
 
Kontakt: Südwind, Elfriede Schachner | elfriede.schachner@suedwind.at | www.suedwind-agentur.at
 
 


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken – Zusammen für das Gemeinwohl!
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
22
OKT
2026
csrTAG 2026 – Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor
R³essourcen. R³esilienz. R³entabilität. - Ticketverkauf gestartet
A-6236 Alpbach
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Magnifica Humanitas - Über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz
Christoph Quarch begrüßt die Enzyklika von Papst Leo XIV. als wertvollen Debatten-Beitrag
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Urlaub machen, wo die Feuerwehr im Dauereinsatz ist?

Neue dynamische Datenbank zur Generierung externer Materialdaten

EEG: Strommarkt sollte viele einbinden, nicht wenige begünstigen

Neue Hitzewelle: Intakte Natur schützt vor Hitze und Trockenheit

Earth Overshoot Day: Ab 30. Juli lebt die Weltbevölkerung auf Pump

„Fossile Konzerne machen Milliardenprofite während Menschen weltweit den Preis dafür zahlen".

Mit diesen 5 Besonderheiten wird die Tagung zum Event

Ernüchterung nach 12 umsatzstarken Jahren (2010 bis 2022) in der Immobilienbranche

  • TÜV SÜD Akademie
  • SUSTAYNR GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • 66 seconds for the future
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • WWF Deutschland
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Engagement Global gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH