66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Von der Ökologie zur Nachhaltigkeit

Sonderpreis Nachhaltiges Bauen 2014

Gebäude sind weltweit für rund 40 Prozent der CO2-Emissionen und mehr als 50 Prozent des Abfallaufkommens verantwortlich und tragen damit maßgeblich zum Klimawandel und zur Rohstoffverknappung bei. Deshalb steht die gesamte Immobilienwirtschaft vor der Herausforderung, geeignete Lösungen für diese globalen Probleme zu finden. Es geht nicht nur darum, Ressourcen für zukünftige Generationen zu schonen, sondern auch um einen erhöhten Nutzerkomfort und die langfristige Sicherung der Lebensqualität für die Menschen, die in Gebäuden wohnen, arbeiten und einkaufen. Nachhaltig bauen bedeutet aber auch wirtschaftlich handeln. Eine verantwortliche Planung berücksichtigt deshalb die gesamten Lebenszykluskosten: Errichtungs- und Folgekosten sowie Betriebskosten bis hin zum Rückbau. Auch die technische Ausstattung eines Gebäudes sowie dessen Einbindung in die direkte Umwelt spielen eine Rolle.

Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)

Die DGNB ist eine zentrale Wissensplattform im Bereich nachhaltigen Bauens. Zur Förderung nachhaltigen Bauens hat die Non-Profit-Organisation ein Zertifizierungssystem für die Bewertung besonders umweltfreundlicher, ressourcensparender und wirtschaftlich effizienter Gebäude und Quartiere entwickelt. Es vereint alle relevanten Aspekte der Nachhaltigkeit und bietet damit Architekten, Projektentwicklern, Bauherren und kommunalen Bauträgern ein ganzheitliches Planungstool. Rund 50 Einzelkriterien bewerten dabei die Nachhaltigkeit eines Gebäudes über die Themenfelder Ökologie, Ökonomie, Soziokultur, Technik, Prozess und Standort hinweg unter Betrachtung des gesamten Lebenszyklus. Das System gibt hierbei zu erreichende Zielwerte vor – keine Maßnahmen. Der Weg zum angestrebten Zielwert bleibt offen und lässt somit auch Raum für innovative Gesamtkonzepte. Je nach Erfüllungsgrad der einzelnen Kriterien wird das DGNB Zertifikat in Gold, Silber oder Bronze verliehen. Diese Betrachtung der Gesamtperformance eines Gebäudes macht das DGNB System zu einem Bilanzierungstool, im Unterschied zu Bewertungssystemen wie LEED oder BREEAM, die konkrete Maßnahmen bewerten und als Rating-Tool einzuordnen sind.

Sonderpreis Nachhaltiges Bauen 2014

Im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises werden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V. zukunftsweisende Bauprojekte mit dem Sonderpreis „Nachhaltiges Bauen" ausgezeichnet. „Beim nachhaltigen Bauen geht es um mehr als nur Ökologie", erläutert Prof. Alexander Rudolphi, Präsident der DGNB. „Neben den ökologischen und sozialen Qualitäten bedeutet Nachhaltiges Bauen vor allem auch werthaltiges und damit wirtschaftliches Bauen. Die DGNB möchte mit dem Preis für „Nachhaltiges Bauen" ein Zeichen setzen und auf die Relevanz der Bau- und Immobilienbranche für den Klimawandel aufmerksam machen."

Nach der ersten Sichtung zeigt sich die DGNB beeindruckt von der Bandbreite und Qualität der in diesem Jahr eingereichten Objekte. Die Spanne reicht von Einfamilienhäusern und Projekten aus dem sozialen Wohnbau über Produktionsstätten bis hin zu Logistikhallen. Die Trendthemen unter den eingereichten Projekten sind Lösungen für die regenerative Energieversorgung sowie Holzprojekte sowohl für Neubauten als auch Modernisierungs- und Sanierungsprojekte. Unter den Einreichenden waren neben Architekten auch institutionelle Bauherren und private Bauherren sowie Bauherrengemeinschaften, die das Thema nachhaltiges Bauen zusammen vorantreiben wollen. Um die eingereichten Projekte in Bezug auf deren Nachhaltigkeit, Innovationspotenzial und architektonische Qualität zu bewerten, besetzte die DGNB ein Gremium mit ausgewiesenen Experten, die eine Vorauswahl zusammengestellt hat. Auf deren Basis wählt die 16-köpfige Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises unter dem Vorsitz von Dr. Günther Bachmann, Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung, anschließend die Sieger aus. Der Sonderpreis prämiert Bauten, die in Deutschland realisiert wurden und bei deren Planung, Realisierung und Betrieb grundsätzliche Aspekte der Nachhaltigkeit in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie berücksichtigt wurden. Weitere Kriterien für den Sonderpreis sind die Umsetzung innovativer Lösungsansätze und eine besondere gestalterische Qualität.

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis zeichnet jährlich Unternehmen, Kommunen und Projekte aus, die sich durch nachhaltiges und damit verantwortungsvolles Handeln herausragen. Die Preise werden am 28. November im MARITIM Hotel Düsseldorf im Rahmen der Gala des Deutschen Nachhaltigkeitspreises u. a. von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks überreicht.


Quelle: DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2014 - Green Tech als Retter der Erde erschienen.



     
        
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