evoBuild - Zirkulär gedacht. Für Visionen gemacht.
Umwelt | Klima, 05.10.2012

Verhandlungsstillstand bei Internationaler Seeschifffahrtsorganisation

EU muss Flagge zeigen und Reduktionsvorschlag für Schiffsemissionen umsetzen

Berlin - Mit der Reduktion von CO2 Emissionen im internationalen Schiffsverkehr hat sich vom 1. bis 5. Oktober 2012 der zuständige Ausschuss der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) in London befasst, aber weitere Entscheidungen vertagt. Für den Verhandlungsfortgang wird nun entscheidend sein, mit welchen Maßnahmen die EU die Schiffsemissionen senken will. Hierzu erklärt ein Bündnis von umwelt- und entwicklungspolitischen NGOs:

Der weltweite Schiffsverkehr belastet die Atmosphäre mehr als die Luftfahrt.
Foto: © Petra Bork, pixelio.de
"Leider sind unsere Erwartungen an die heute zu Ende gegangenen IMO-Verhandlungen nicht erfüllt worden. Wir hatten gehofft, dass die IMO konkrete Entscheidungen darüber trifft, wie sie die Emissionen im Schiffsverkehr senken will. Derzeit liegen noch zu viele verschiedene Umsetzungsvorschläge auf dem Tisch", so Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Die IMO wird erst im nächsten Jahr darüber entscheiden, ob und wie sie die Anzahl der Vorschläge reduzieren will. Unklar ist zudem, wann diese Vorschläge umgesetzt werden sollen. Umso wichtiger, dass die EU jetzt liefert und so Druck auf die IMO aufbaut!"

Seit fünfzehn Jahre verhandele die IMO bereits über die Reduktionen von Treibhausgasen - leider ohne Ergebnis, zumindest was die absolute Emissionsbegrenzung betrifft. Deshalb habe die EU der IMO eine Frist bis Ende 2011 gesetzt: Sollte bis dahin keine globale Lösung umgesetzt sein, setze die EU eine regionale Maßnahme um - ähnlich wie sie dies bereits im Flugsektor getan habe. "Wir hatten uns deshalb gewünscht, dass die EU jetzt eine konkrete Strategie vorlegt, wie sie die immensen Emissionen aus dem internationalen Schiffsverkehr reduzieren will. Jetzt kündigt die EU-Kommission lediglich an, ein Berichtssystem für Schiffsemissionen einführen zu wollen." Dieser Schritt sei zwar notwendig. "Er bleibt aber meilenweit hinter den eigenen Ankündigungen zurück und auch hinter dem, was in den letzten drei Jahren in der IMO bereits diskutiert wurde. Eine Reduktion der Emissionen wird gebraucht, nicht nur Dokumentation und Überwachung", ergänzt Werner Reh, Verkehrsreferent beim BUND.

"Anfang des Jahres hat die EU-Kommission erwogen, den Schiffsverkehr - ähnlich wie den Flugverkehr - zukünftig in den europäischen Emissionshandel zu integrieren", erläutert Reh vom BUND. "Nun gilt es, diese Pläne zeitnah voranzubringen. Nur durch einen zügigen und ambitionierten Vorschlag kann die EU die notwendige Dynamik erzeugen, um die IMO-Verhandlungen für eine globale Lösung voranzubringen." Einige der vielen Vorschläge auf dem IMO-Verhandlungstisch seien durchaus sehr brauchbar.

"Die EU muss nun dringend wirksame Maßnahmen vorschlagen, die wirklich zur Emissionsreduzierung im internationalen Seeverkehr beitragen", so Julia Balz, NABU Referentin für Verkehrspolitik. "Wenn keine Maßnahmen ergriffen werden, wird sich der Ausstoß an CO2 aus dem globalen Schiffsverkehr bis zum Jahr 2050 verdoppeln oder gar verdreifachen."
Neben dem Einbezug des Seeverkehrs in den Emissionshandel kann auch die Einführung eines Kompensationsfonds ein geeignetes Instrument darstellen - sowohl regional als auch international. Dabei bekommen die Schiffsbetreiber Reduktionsvorgaben und müssen in den Fond einzahlen.

Entscheidend ist nach Sicht der Verbände, dass die Maßnahmen in zwei Bereichen wirken: "Erstens müssen sie nachhaltig zur Emissionsreduktion betragen. Zweitens sollte ein solcher Mechanismus Geld für den internationalen Klimaschutz generieren", so Bals von Germanwatch. Seit langem gilt die Bepreisung des internationalen Seeverkehrs als vielversprechende innovative Finanzierungsquelle, um Einnahmen zur Finanzierung von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erzielen. Insofern sei es doppelt wichtig, dass möglichst zeitnah wirksame Lösungen gefunden würden.

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
SEP
2026
Corso Leopold
Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung
80804 München, Leopoldstraße
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Naturschutz

Wer an die Sonnenfinsternis glaubt, kann den Klimawandel nicht leugnen
Christoph Quarchs Überlegungen zur Sonnenfinsternis am 12. August
Munich Climate Week 2026
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.

Jetzt auf forum:

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

11. Internationaler Bodentag zum Thema "Gesunder Boden: vom Acker zum Teller" am 18,/19. November 2026 in Neunburg v. Wald

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden

Zendure auf der IFA 2026

Der Kanzler will den Klimawandel zurückdrängen

B.A.U.M. Insights
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • 66 seconds for the future
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • ZamWirken e.V.
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SUSTAYNR GmbH
  • Zendure DE GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • WWF Deutschland
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • NOW Partners Foundation