Evangelische Kreditgenossenschaft: Unsere Verantwortung

unser Handeln

Die Evangelische Kreditgenossenschaft eG (EKK) mit Sitz in Kassel ist eine genossenschaftlich organisierte Kirchenbank. Die Bank wurde in 2011 für ihre nachhaltige Unternehmensausrichtung nach EMASplus (EMAS = Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert. Hierbei handelt es sich um ein nach anspruchsvollsten europäischen Standards integriertes, ganzheitliches Managementsystem, das die ökonomischen, ökologischen und sozial-ethischen Wirkungen eines Unternehmens systematisch optimiert.

forum sprach über die nachhaltige Ausrichtung der EKK mit ihrem Vorstandssprecher Thomas Katzenmayer.

Thomas Katzenmayer, Vorstandssprecher der EKK
Herr Katzenmayer, die EKK ist gerade nach den Kriterien von EMASplus zertifiziert worden. Was heißt das konkret für die Bank?

Die EKK ist die erste Kirchen- und Genossenschaftsbank, die nach EMASplus zertifiziert ist. Dieser anspruchsvollste europäische Standard dient zur konkreten Umsetzung des Corporate Social Responsibility-Konzepts und ist kompatibel mit der neuen internationalen ISO-Richtlinie 26000 zur gesellschaftlichen Unternehmensverantwortung. Die Zertifizierung nach EMASplus enthält zusätzlich als integrale Bestandteile die Zertifizierung nach der ISO 14001:2004 (Umweltmanagement), die Zertifizierung nach der ISO 9001:2008 (Qualitätsmanagement) sowie die Validierung nach EMAS. Die Zertifizierung zeigt, dass wir Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Bank berücksichtigen - ja ich will sagen - leben. Das dokumentieren wir durch unser Handeln im ökonomischen, ökologischen und sozial-ethischen Bereich.

Gehen wir doch genauer auf diese drei Bereiche ein. Wie kommt die EKK im Bereich Nachhaltigkeit ihrer ökonomischen Verantwortung nach?

Der ökonomischen Säule müssen wir als Bank logischer Weise eine hohe Bedeutung beimessen. Dies ist in verschiedener Hinsicht in den letzten Jahren sehr erfolgreich praktiziert worden. Wir konnten z.B. kontinuierlich unsere Ertragslage verbessern. Dies findet seinen Niederschlag nicht zuletzt in einer deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalsituation und der Risikopositionen der Bank. Die zurückliegenden Geschäftsjahre bestätigen uns also in unserem nachhaltigen Geschäftsmodell.

Bereits bei Gründung der Bank vor mehr als 40 Jahren wird explizit von einer nachhaltigen Geschäftspolitik gesprochen- eingebettet in die dafür ideale Rechtsform der Genossenschaft. Die Einlagen unserer Kunden verbleiben gemäß unseres Gründungsgedankens vollständig im Finanzkreislauf von Kirche und Diakonie. Die Geldanlagen, die den Darlehensbedarf unserer Kunden übersteigen, werden von der EKK selbst angelegt. Dies ist gelebter genossenschaftlicher Förderauftrag. Bei der Anlage dieser Gelder in Aktien oder Anleihen achten wir auf die Einhaltung ökologischer und sozial-ethischer Standards sowie auf die Wahrung der Menschenrechte. Dies geschieht mit Hilfe des EKK-Nachhaltigkeitsfilters, der die unterschiedlichen Anlagemöglichkeiten nach diesen Kriterien umfassend bewertet und gegebenenfalls ausschließt. Außerdem bauen wir unsere innovativen, nachhaltigen Produkt- und Dienstleistungsangebote stetig aus. Darüber hinaus werden unsere Kunden von zertifizierten Fachberatern für Nachhaltiges Investment beraten.

So viel zur Ökonomie. Wie Sie eingangs erläuterten, begründet sich dieser Bereich ja zum Teil aus den originären Aufgaben einer Bank. Wie steht es aber um die Bereiche Ökologie und Soziales? Was hebt die EKK hier von ihren Mitbewerbern ab?

Der ökologischen Säule der Nachhaltigkeit begegnen wir durch einen überwiegend verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen. So führen wir z.B. unsere Geschäftsreisen mit der Bahn CO2-frei durch. Darüber hinaus haben wir im Zuge der Zertifizierung sowohl den Bereich der Energieversorgung als auch unser Verbrauchsverhalten optimiert. Durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Hauptverwaltung in Kassel tragen wir zu einem positiven Klima bei. Außerdem haben wir eine Beschaffungsordnung verabschiedet, die auch mit unseren Geschäftspartnern ein nachhaltiges Wirtschaften regelt.

Auf der Ebene unserer Produkte und Dienstleistungen haben wir ebenfalls ökologische Aspekte einfließen lassen, indem wir spezielle Angebote im Bereich der nachhaltigen Investments besonders berücksichtigen. So hat die EKK z. B. als eine der ersten deutschen Banken bereits 1991 mit der Auflegung des Öko-Aktienfonds eine Vorreiterrolle bei den nachhaltigen Geldanlagen übernommen.

Und was können wir uns unter einem nachhaltigen sozial-ethischen Verhalten der EKK vorstellen?

Unsere Unternehmenskultur basiert auf christlichen Werten, die soziales Engagement für uns selbstverständlich machen. Ein wichtiger Baustein unserer sozialen Ausrichtung ist natürlich unser Spenden- und Sponsoringengagement sowie die Arbeit unserer zwei Stiftungen. Das Spendenaufkommen im Jahr 2010 betrug insgesamt rund 400.000 Euro. Damit konnten wir deutschlandweit über 200 soziale Projekte fördern. Des Weiteren ist es unser Auftrag und unsere Überzeugung, dass für unsere Mitarbeiter ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Familie und Beruf erreicht wird. Dies kommt beispielsweise durch eine Vielzahl von Arbeitszeitmodellen zum Ausdruck. Auch bei der Wahl unserer Dienstleister lassen wir uns von dem sozial-ethischen Gedanken leiten. Wir vergeben externe Aufträge zumeist an Dienstleister aus Kirche und Diakonie.

Bei der Zertifizierung nach EMASplus müssen Nachhaltigkeit und Management miteinander verzahnt werden. Wie haben Sie das in der EKK umgesetzt?

Der zentrale Ausgangspunkt unserer Managementaufgabe ist unsere Strategie. Für uns war klar, dass wir die Nachhaltigkeit hier integrieren müssen. Hierzu haben wir einen Nachhaltigkeitsrat implementiert, in dem Kollegen aus allen Bereichen der Bank vertreten sind. Dessen Aufgabe ist es, die Nachhaltigkeit unserer Unternehmensführung ständig zu hinterfragen und diese weiterzuentwickeln.

Außerdem haben wir ein Management-Cockpit eingeführt, das die Einhaltung unseres Nachhaltigkeitsprogramms - also die Zielerreichung unserer ökonomischen, ökologischen und sozial-ethischen Ziele - überwacht. Hierauf sind wir sehr stolz, denn hiermit sind wir unseren Wettbewerbern ein gutes Stück voraus.

Und was sagen Ihre MitarbeiterInnen?

Ohne das Engagement unserer Mitarbeitenden hätten wir die Zertifizierung niemals in einer so kurzen Zeit (rund 9 Monate) erfolgreich abschließen können. Jeder hatte die Möglichkeit, sich aktiv in Teilprojekten einzubringen. Nebenbei lernte man so "neue" Kollegen kennen, was die Unternehmenskultur positiv beeinflusst hat.

Was denken Sie: wie werden Ihre Kunden auf die Zertifizierung reagieren?

Uns ist die Meinung aller unserer Interessengruppen sehr wichtig. Deshalb haben wir während des Zertifizierungsprozesses sowohl die Mitarbeitenden, als auch unsere Stakeholder (Gremien, Kunden, Lieferanten) befragt und diese in möglichst viele Schritte eingebunden. Die Ergebnisse wurden in das Nachhaltigkeitsprogramm eingebunden und dienen uns als Gradmesser für die Erfüllung der Anforderungen.

Alle diese Maßnahmen werden von uns regelmäßig an alle Interessensgruppen kommuniziert. Damit möchten wir auch ein wenig Licht in den Finanzdschungel bringen und Vertrauen schaffen.

Herr Katzenmayer, vielen Dank für das interessante Gespräch.

Quelle: Thomas Katzenmyer
Lifestyle | Geld & Investment, 29.02.2012
     
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