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Soziale Nachhaltigkeit und Unternehmenserfolg

Nachhaltigkeit beziehungsweise nachhaltige Entwicklung spielen, wenn auch noch nicht in alle Bereiche der Gesellschaft vorgedrungen, spätestens seit der UN-Konferenz in Rio de Janeiro 1992 eine bedeutende Rolle in wissenschaftlichen und politischen Kreisen. Im so genannten Brundtland-Bericht wird Sustainable Development (Nachhaltige Entwicklung) definiert als eine "Entwicklung, die den gegenwärtigen Bedarf zu decken vermag, ohne gleichzeitig späteren Generationen die Möglichkeit zur Deckung des ihren zu verbauen". Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung sind keineswegs wissenschaftlich fundiert, sondern stellen ein maßgebendes Leitbild dar. Gemeinhin wird unter Nachhaltigkeit die Forderung nach der Respektierung und der Integration von sozialen, ökologischen und ökonomischen Zielen verstanden, zur Veranschaulichung oftmals dargestellt in Form eines Dreiecks. Die Gesellschaft insgesamt und auch die einzelnen gesellschaftlichen Akteure, zum Beispiel Unternehmen, sollen sich der Befolgung dieses Leitbildes verpflichten. Dass sich die Geschäftsleitungen in den Unternehmen in den vergangenen Jahren zunehmend mit der Nachhaltigkeitsthematik beschäftigen, ist vor allem auf den Wandel von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen im Zuge der Globalisierung zurückzuführen. Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie und der zunehmenden Bedeutung der Medien, werden Unternehmen immer transparenter für verschiedene gesellschaftliche Gruppen. Neben den schon seit längerem bestehenden Forderungen nach der Integration umweltbezogener Ziele in die Unternehmen, sind diese zunehmend gefordert auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit in die Unternehmensziele zu integrieren und bei Entscheidungen zu berücksichtigen. Dabei wird die aktive und systematische Berücksichtigung sozialer Aspekte nicht nur als Gefahrenabwehr (z.B. Boykottaufrufe wegen Verletzungen der Menschenrechte) sondern auch als Chance gesehen, um z.B. die Unternehmensreputation zu verbessern, bessere Arbeitskräfte zu gewinnen oder Wettbewerbsvorteile durch sozial verträgliche Produkte auszubauen.

Wesentlich ist jedoch, dass Unternehmen soziale Aspekte dort berücksichtigt, wo ein Zusammenhang mit dem Unternehmenserfolg festzustellen ist. Nicht jedes soziale Thema ist für alle Unternehmen gleichermaßen bedeutend. Eine unsystematische und nicht unternehmensspezifische Berücksichtigung sozialer Aspekte kann sogar die Existenz eines Unternehmens gefährden. Hier stellen sich jedoch die Fragen, wie die Geschäftsführung beurteilen kann, welche sozialen Aspekte für den Unternehmenserfolg relevant sind und wie die unternehmerischen Leistungen gegenüber diesen sozialen Themen abgebildet werden können. Der Beantwortung dieser Fragen widmet sich ein Projekt "Sozial orientiertes Informationsmanagement" des Centre for Sustainability Management (CSM) der Universität Lüneburg. Entwickelt werden Methoden, die es einem Unternehmen ermöglichen sollen, soziale Aspekte wie z.B. Gleichberechtigung, Mitarbeiterschulungen, soziale Produktqualität usw. systematisch auf die unternehmensspezifische Relevanz hin zu untersuchen und durch Indikatoren abzubilden. Aufbauend darauf können soziale Aspekte abhängig von ihrer Relevanz bei unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigt werden und soziale Strategien und Ziele entwickelt werden. Darüber hinaus kann dadurch die soziale Leistung eines Unternehmens gegenüber gesellschaftlichen Gruppen dokumentiert und kommuniziert werden.

Dieses Projekt ist Bestandteil eines praxisorientierten Forschungsvorhabens zu Social Management, das unter Leitung der Zürcher Hochschule Winterthur durchgeführt wird.
Autor: Frank Dubielzig. Frank Dubielzig ist Diplom-Umweltwissenschaftler und seit 2 Jahren wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre for Sustainability Management (CSM), Universität Lüneburg, u. A. im MBA-Studiengang Sustainability Management. Kontakt: dubielzig@uni-lueneburg.de, www.uni-lueneburg.csm, www.sustainament.de

Quelle:



     
        
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