Wirtschaft | Marketing & Kommunikation, 28.11.2011
Kurs halten in schwieriger Zeit
DUH verleiht UmweltMedienpreis 2011
Umweltwissenschaftler Udo E. Simonis für sein Lebenswerk geehrt - "Augsburger Allgemeine"-Redakteurin Dorothea Schuster Preisträgerin im Print-Bereich - Wissenschaftsjournalist Sönke Gäthke erhält Auszeichnung in der Kategorie Hörfunk - Autor und Regisseur Valentin Thurn für Dokumentarfilm "Taste The Waste" ausgezeichnet - "Kräftig emotionalisieren" im Umweltjournalismus erlaubt, sagt Verleger Jakob Augstein bei der Preisverleihung.
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) verleiht am 28.11.11 zum 16. Mal ihren UmweltMedienpreis. Die Ehrung für "herausragende Leistungen bei der journalistischen und schriftstellerischen Auseinandersetzung mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen" gehört mittlerweile zu den begehrtesten Auszeichnungen im Bereich Umwelt- und Nachhaltigkeitsjournalismus in Deutschland. Die Preisverleihung in den Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen/Film, sowie Lebenswerk wird im Rahmen einer Feierstunde im Großen Saal der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in den Ministergärten in Berlin vom DUH-Bundesvorsitzenden, Prof. Dr. Harald Kächele, vorgenommen.
Trägerin und Träger des UmweltMedienpreis 2011 der DUH sind:
Kategorie Printmedien:
die langjährige Redakteurin in der Bayernredaktion der Augsburger Allgemeinen, Dorothea Schuster, mit Schwerpunkt Naturschutz und nachhaltige Forstwirtschaft (Laudator: Josef Göppel, MdB, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
Kategorie Hörfunk:
Sönke Gäthke, Wissenschaftsjournalist, Hörfunkbeiträge im Deutschlandfunk "Forschung aktuell" und in WDR 5 "Leonardo"
(Laudatorin: Bärbel Höhn, MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag)
Kategorie Fernsehen/Film:
Valentin Thurn, Autor und Regisseur der Filme "Taste The Waste - Die globale Lebensmittelverschwendung" und "Frisch auf den Müll" (Laudatorin: Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe)
Kategorie Lebenswerk:
Prof. Dr. Dr. h.c. Udo E. Simonis, Umweltwissenschaftler und Autor vieler Bücher zur Umweltpolitik
(Laudator: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber CBE, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, PIK)
Kurs halten, gerade in schwierigen Zeiten
"Wir leben in Zeiten vielfältiger Krisen. Die einen erschüttern im Moment ihres Geschehens, die anderen empfinden wir als sich langsam aufbauende Bedrohung, wieder andere vollziehen sich, ohne dass wir sie im Alltag wahrnehmen", erklärt der DUH-Vorsitzende Harald Kächele anlässlich der Preisverleihung. Gerade in solchen Zeiten seien Journalisten unverzichtbar, "die einen klaren Kopf bewahren, auch wenn anderswo Panik aufkommt". Wenn Politiker sich von der Kernschmelze in Fukushima vollkommen überrascht zeigten, obwohl die halbe deutsche Gesellschaft die Atomenergie seit Jahrzehnten vor allem wegen des nun eingetretenen Risikos diskutiere und ablehne, sei das ein Armutszeugnis. Kächele: "Hier fühlen wir uns als DUH mit den Mahnern aus den Medien sehr verbunden. Gemeinsam haben wir es immer befürchtet. Nun ist es passiert und wir müssen alles tun, damit es nicht noch einmal passiert. Deshalb gilt auch für die Zukunft des Umweltjournalismus und der Umweltbewegung: Kurs halten, gerade in schwierigen Zeiten". Die Preisträger zeichneten sich dadurch aus, dass sie in der Lage seien Krisen einzuordnen, ohne sie zu beschönigen, betont Kächele.
In seiner Eröffnungsrede erinnert Jakob Augstein, der Verleger des "Freitag", an den nach dem Super-GAU von Fukushima in Deutschland beschlossenen Atomausstieg: "Dafür war weder irgendein ´postmaterieller Wertewandel´ verantwortlich, noch die ´Sensationsmache der Massenmedien´." Der Atomausstieg sei vielmehr "Ergebnis eines jahrzehntelangen, produktiven Austauschs zwischen Protestierenden, Politik, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft und eben den Medien." Augstein, der unter anderem auch eine regelmäßige Kolumne ("Im Zweifel links") bei Spiegel-Online publiziert, forderte Umweltjournalisten dazu auf in ihrer Arbeit "ruhig mal kräftig zu emotionalisieren". Andernfalls drohe "die Absorption durch ein Denken, das Umweltschutz gut findet, allein weil er sich gut verkaufen lässt und sich am Ende auszahlt."
Die Verleihung des UmweltMedienpreises wird zum neunten Mal vom Kooperationspartner der Deutschen Umwelthilfe, der Telekom Deutschland, unterstützt. Anlässlich der Verleihung erklärt der Geschäftsführer Technik der Telekom Deutschland GmbH, Dr. Bruno Jacobfeuerborn: "Eine ehrgeizige Klimaschutzstrategie sowie der maßvolle Umgang mit Rohstoffen und unseren natürlichen Lebensgrundlagen sind wichtiger als jemals zuvor. Wir unterstützen daher den UmweltMedienpreis, zur Förderung einer aktiven gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit den drängenden ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit."
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Rolf Kirchmann |
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) verleiht am 28.11.11 zum 16. Mal ihren UmweltMedienpreis. Die Ehrung für "herausragende Leistungen bei der journalistischen und schriftstellerischen Auseinandersetzung mit der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen" gehört mittlerweile zu den begehrtesten Auszeichnungen im Bereich Umwelt- und Nachhaltigkeitsjournalismus in Deutschland. Die Preisverleihung in den Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen/Film, sowie Lebenswerk wird im Rahmen einer Feierstunde im Großen Saal der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in den Ministergärten in Berlin vom DUH-Bundesvorsitzenden, Prof. Dr. Harald Kächele, vorgenommen.
Trägerin und Träger des UmweltMedienpreis 2011 der DUH sind:
Kategorie Printmedien:
die langjährige Redakteurin in der Bayernredaktion der Augsburger Allgemeinen, Dorothea Schuster, mit Schwerpunkt Naturschutz und nachhaltige Forstwirtschaft (Laudator: Josef Göppel, MdB, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
Kategorie Hörfunk:
Sönke Gäthke, Wissenschaftsjournalist, Hörfunkbeiträge im Deutschlandfunk "Forschung aktuell" und in WDR 5 "Leonardo"
(Laudatorin: Bärbel Höhn, MdB, stellv. Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag)
Kategorie Fernsehen/Film:
Valentin Thurn, Autor und Regisseur der Filme "Taste The Waste - Die globale Lebensmittelverschwendung" und "Frisch auf den Müll" (Laudatorin: Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe)
Kategorie Lebenswerk:
Prof. Dr. Dr. h.c. Udo E. Simonis, Umweltwissenschaftler und Autor vieler Bücher zur Umweltpolitik
(Laudator: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joachim Schellnhuber CBE, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, PIK)
Kurs halten, gerade in schwierigen Zeiten
"Wir leben in Zeiten vielfältiger Krisen. Die einen erschüttern im Moment ihres Geschehens, die anderen empfinden wir als sich langsam aufbauende Bedrohung, wieder andere vollziehen sich, ohne dass wir sie im Alltag wahrnehmen", erklärt der DUH-Vorsitzende Harald Kächele anlässlich der Preisverleihung. Gerade in solchen Zeiten seien Journalisten unverzichtbar, "die einen klaren Kopf bewahren, auch wenn anderswo Panik aufkommt". Wenn Politiker sich von der Kernschmelze in Fukushima vollkommen überrascht zeigten, obwohl die halbe deutsche Gesellschaft die Atomenergie seit Jahrzehnten vor allem wegen des nun eingetretenen Risikos diskutiere und ablehne, sei das ein Armutszeugnis. Kächele: "Hier fühlen wir uns als DUH mit den Mahnern aus den Medien sehr verbunden. Gemeinsam haben wir es immer befürchtet. Nun ist es passiert und wir müssen alles tun, damit es nicht noch einmal passiert. Deshalb gilt auch für die Zukunft des Umweltjournalismus und der Umweltbewegung: Kurs halten, gerade in schwierigen Zeiten". Die Preisträger zeichneten sich dadurch aus, dass sie in der Lage seien Krisen einzuordnen, ohne sie zu beschönigen, betont Kächele.
In seiner Eröffnungsrede erinnert Jakob Augstein, der Verleger des "Freitag", an den nach dem Super-GAU von Fukushima in Deutschland beschlossenen Atomausstieg: "Dafür war weder irgendein ´postmaterieller Wertewandel´ verantwortlich, noch die ´Sensationsmache der Massenmedien´." Der Atomausstieg sei vielmehr "Ergebnis eines jahrzehntelangen, produktiven Austauschs zwischen Protestierenden, Politik, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft und eben den Medien." Augstein, der unter anderem auch eine regelmäßige Kolumne ("Im Zweifel links") bei Spiegel-Online publiziert, forderte Umweltjournalisten dazu auf in ihrer Arbeit "ruhig mal kräftig zu emotionalisieren". Andernfalls drohe "die Absorption durch ein Denken, das Umweltschutz gut findet, allein weil er sich gut verkaufen lässt und sich am Ende auszahlt."
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