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Ein Studiengang für politisches und soziales Unternehmertum bietet Praxisnähe ... und sucht konstruktive Begleiter

Die HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance möchte Menschen eine Heimat geben, die politische und soziale Visionen entwerfen, daraus Lösungen entwickeln und unternehmerisch umsetzen wollen. Deshalb ist das Herzstück des Studiengangs das Praxisprojekt - eine reale Fragestellung oder ein Vorhaben aus der Organisation der Studierenden wird während des Studiums kontinuierlich bearbeitet.

Social Business mit Mentoren und Coaching: An der HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance werden soziale Ideen unternehmerisch umgesetzt. Was halten Sie von den hier vorgestellten Ideen? Schreiben Sie an: Anna.Haupt@HUMBOLDT-VIADRINA.org
Die Studierenden erhalten dabei die Möglichkeit, ihre individuellen Kompetenzen, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit dem anderer engagierter Entrepreneurs zu vernetzen, um individuelle Themenstellungen aus unterschiedlichen Perspektiven heraus konsequent weiter zu entwickeln.

Die Studierenden werden von Mentoren und einem Coach in ihren Projekten begleitet.

Projekt 1: DeCo! - Sustainable Farming von Christoph Schmitz
Der Norden Ghanas gehört zu den ärmsten Gebieten in Westafrika. Rund 70 Prozent der Menschen arbeiten in der Landwirtschaft. Doch die Böden sind nicht produktiv; es wird zu wenig organischer Dünger eingesetzt. Dies führt zu geringen Erträgen und einer großen Anfälligkeit gegenüber extremen Wetterereignissen. Um Höchsterträge ressourcenschonend zu erzielen, bedarf es primär einer Rückführung an organischer Masse.

Um dies zu erreichen bietet das Projekt DeCo! einen Kompostierungsservice für Kleinbauern an. Die Biomasse dafür kommt aus den umliegenden Dörfern und der nächstliegenden Stadt. Für das Einsammeln und Sortieren der Stadtabfälle kooperiert DeCo! mit Zoomlion, dem größten Abfallunternehmen Ghanas - sonst würde der Abfall auf der städtischen Müllkippe gelagert und das klimaschädliche Gas Methan produzieren. DeCo! stellt ausschließlich Arbeiter aus den umliegenden Dörfern an und bietet so zusätzliche Einkommensmöglichkeiten in der arbeitsarmen Trockenzeit. Neben der Produktion von organischem Dünger arbeitet DeCo! mit lokalen und internationalen NGOs in der Beratung von Bauern zusammen. Und schließlich ist DeCo! sehr eng mit verschiedenen Forschungseinrichtungen vernetzt und vergibt Masterarbeiten für lokale und internationale Studenten. DeCo! ist als NGO in Ghana registriert und arbeitet nach den Regeln eines Sozialunternehmens. Das langfristige Ziel ist die Unabhängigkeit von Spenden und ein kostenneutrales Wirtschaften.

Frage: Wie kann man sich in der Pilotphase vergrößern, wenn man noch nicht kostenneutral wirtschaftet und wo bekommt man die finanziellen Mittel dafür her? Hintergrund: Noch hat DeCo! zu hohe Fixkosten, die sich erst bei einer bestimmten Größenordnung rechnen.

Projekt 2: MeinekleineFarm.org von Dennis Buchmann
Massenhafter Fleischkonsum führt zur Überlastung der globalen Ressourcen und kann nur über ethisch zweifelhafte Massentierhaltung realisiert werden. MeinekleineFarm.org (MkF) will Fleisch ein Gesicht geben. Wer Fleisch essen will, muss akzeptieren, dass dafür Tiere getötet werden müssen. Aber warum nicht bewusst und in Maßen Fleisch essen von Tieren, die ein gutes Leben hatten, wie etwa die Freiland-Bioschweine?
Die Kunden von MkF kaufen - meist in Gruppen - im Pilotprojekt zunächst ein Bio-Freilandschwein direkt nach der Geburt. Dieses Schwein begleiten sie auf seinem Lebensweg und lernen am eigenen Schwein in Echtzeit, was hinter dem Schnitzel steckt, dass sie schließlich geliefert bekommen. Der Kunde bekommt regelmäßig Updates (Fotos, Videos, Live-Webcam) und hat ständiges Besuchsrecht. Auf der Webseite wird gezeigt, wie viel Energie, Wasser und andere Ressourcen das Schwein bereits verbraucht und wie viel Output es in Form von CO2, Wärme und Fleisch produziert hat. Zur Zielgruppe gehören Digtial Natives, Familien, Restaurants, Schulen und Firmen, die hinter die Kulissen sehen wollen.

Frage: Was wollten Sie schon immer mal über Ihr Schnitzel wissen, bzw. was muss bei einem erlebnispädagogischen Konzept beachtet werden?

Projekt 3: Hecho Derecho - Ein Label für Vorbildlichkeit von Juliana Gonzales
Das Projekt Hecho Derecho ist auf das Thema Umwelterziehung in Kolumbien fokussiert. Mittels eines Zertifizierungssystems sollen diejenigen Schulen gekennzeichnet werden,
die sich "vorbildlich" verhalten. Dazu gehört der Erhalt der Funktionsfähigkeit der Ökosysteme genau so, wie die Förderung von nachhaltig interdisziplinären Projekten. Ziel des Labels ist es, nicht nur das Ansehen der ausgezeichneten Schulen zu erhöhen, sondern vor allem der Zivilgesellschaft ein Empowerment-Instrument zu schenken, mit dessen Hilfe das Bewusstsein der kolumbianischen Öffentlichkeit für ökologische Zusammenhänge gefördert wird. Die Bürger Kolumbiens gewinnen durch dieses Zertifizierungsprogramm mehr Information und Transparenz über die Nachhaltigkeit der Schulen - gleichzeitig erhalten die Bürger ein Steuerinstrument, um Schulen und Regierung zu einer besseren Umweltpolitik bewegen zu können. Letztlich wird sich das neue Umweltbewusstsein auch auf das Image Kolumbiens auswirken und dessen Wahrnehmung als ein modernes Land mit einer selbstbewussten und partizipativen Gesellschaft, die sich nachhaltig engagiert, fördern.

Frage: Welche anderen Maßnahmen helfen, damit die Umweltzeichenaktivitäten weit über die Schulen hinaus wirken?

Geben auch Sie den Studierenden ein Feedback zu ihren Projekten, beantworten Sie eine Frage oder teilen Sie uns einfach mit, ob Sie das Projekt für sinnvoll halten.
E-Mail:www.eco-world.de



Quelle: Humboldt-Viadrina School
Technik | Wissenschaft & Forschung, 08.09.2011
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2011 - Schöne Aussichten erschienen.
     
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