82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte

Fabrik der Zukunft

Projekt von Otto und Muhammad Yunus in Bangladesch kommt nicht voran

Das im November 2009 angekündigte gemeinsame Projekt des Versandhandel-Konzerns Otto und des Friedensnobelpreis-Trägers Muhammad Yunus in Bangladesch hat mit unerwartet großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Zeitplan für die Umsetzung der "Fabrik der Zukunft" habe sich "durch politische und praktische Implikationen verzögert", erklärte ein Otto-Sprecher am Donnerstag in Hamburg. Der Bau der Fabrik sollte eigentlich im März 2010 beginnen, in diesem Jahr sollten die ersten Kleidungsstücke aus der Fabrik für Otto-Kunden erhältlich sein.

In diesem Jahr sollten die ersten Kleidungsstücke aus der "Fabrik der Zukunft" für Otto-Kunden erhältlich sein.
Foto: © Rainer Sturm / Pixelio
"Wir sind in Bangladesch nicht so schnell vorangekommen, wie wir uns das gewünscht haben", erklärte der Otto-Sprecher. Derzeit prüfe Otto "alle möglichen Optionen", um das "ambitionierte" Projekt doch noch in die Tat umzusetzen. Angekündigt hatten Otto und Yunus eine Textilfabrik, deren Gewinne auch in soziale Projekte vor Ort wie Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und eine Gesundheitsbetreuung für die Angestellten fließen sollten. Die bis zu 700 Beschäftigten sollten einen angemessenen Lohn und gute Sozialleistungen bekommen.

Für seine revolutionären Ideen und sein Engagement im Kampf gegen die Armut wurde Muhammad Yunus mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet - doch in Bangladesch, im eigenen Land, läuft derzeit alles gegen ihn. Als Direktor der von ihm gegründeten Grameen Bank wurde der 71-Jährige aus Altersgründen abgesetzt. Nach seinem erzwungenen Rückzug aus dem Mikrokredit-Institut wollte der Wirtschaftswissenschaftler sich ganz auf seine Idee der sozialen Unternehmen konzentrieren. Rund 40 solche Unternehmen hat er in seinem Heimatland bereits gegründet: Firmen, die den größten Teil der Gewinne reinvestieren, den Menschen faire Löhne zahlen und soziale Absicherung bieten.

Den Mächtigen im Land ist der weltbekannte Mann jedoch ein Dorn im Auge. Seit er sich 2007 mit Regierungschefin Sheikh Hasina Wajed überwarf und Unternehmen in Branchen wie Solarenergie und Mobilfunk gründete, ist er nicht mehr wohl gelitten. Und so gibt es nun auch bei den Sozialunternehmen Streit: Nach Ansicht von Yunus sind diese Firmen, die alle das Wort Grameen im Namen tragen, eigenständig. Eine von der Regierung eingesetzte Kommission dagegen befand, die Grameen Bank kontrolliere auch die Grameen-Unternehmen. Ihre Gewinne könnten also an die offiziellen Eigentümer der Grameen Bank ausgeschüttet werden: acht Millionen Frauen mit einem Mikrokredit bei der Bank.

Andere westliche Partner sind etwa Adidas oder Danone. Auch Adidas steckt mit seinem Projekt noch in den Anfängen, Sportschuhe seiner Tochter Reebok mit Schutz gegen Wurminfektionen in Bangladesch anzubieten. Im Herbst 2010 verkaufte Reebok 5000 Paar solcher Schuhe in mehreren Dörfern in Bangladesch - und wertet diese Pilotphase derzeit noch aus, wie eine Sprecherin sagt. Wie und wo es weitergehe, werde noch diskutiert.

Erfolgreich läuft die Zusammenarbeit mit dem französischen Konzern Danone: Seit 2007 stellen rund 40 Leute in der Kleinstadt Bogra den Joghurt Shokti-Plus her, die sogenannten Grameen-Ladies verkaufen ihn an den Haustüren. Eine zweite Fabrik sei geplant, sagt eine Sprecherin von Danone in München. Und auch Otto gibt keinesfalls auf: Trotz der zeitlichen Verzögerungen werde der Konzern das Projekt Kleiderfabrik der Zukunft umsetzen, versichert der Sprecher.

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
18
SEP
2026
Parking Day 2026 in München
Parkplätze werden zu Orten für Menschen, Natur und nachhaltige Mobilität
München
08
OKT
2026
forumESGready - Fortsetzung unserer beliebten Online-Events ab 8. Oktober
Transformation im Mittelstand: Aktuelle relevante Themen in drei Terminen
Online
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Transformation für den Mittelstand. In vier Wochen wissen, was zu tun ist.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Hinaus in die Wildnis!
Christoph Quarchs Blick auf die junge Kulturgeschichte von Naturschutz und Naturtourismus
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Es brennt! Doch kaum regnet es, ist alles vergessen …

LEEF wird fürs Nachhaltigkeitsmanagement ausgezeichnet

Konkrete Gefahren für Betriebe

Nachhaltigkeit beginnt mit gutem Design

Bereits über 70 Veranstaltungen für Munich Climate Week 2026 angekündigt

Bessere Verpackungen, weniger Müll

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Bundespreis Ecodesign: Ausstellung, 19.-22. September & Vernissage, 18. September 2026, Berlin

B.A.U.M. Insights
  • NOW Partners Foundation
  • SUSTAYNR GmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • WWF Deutschland
  • 66 seconds for the future
  • Engagement Global gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Zendure DE GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • ZamWirken e.V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen