Kakaoindustrie soll nachhaltiger werden

UNEP und die Rainforest Alliance unterzeichnen 6-Jahres-Abkommen

Die Rainforest Alliance und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP (United Nations Environment Programme) haben eine langfristige Kooperationsvereinbarung für ein Entwicklungsprojekt unterzeichnet. Hauptziel des gemeinsamen Vorhabens soll eine nachhaltige Veränderung der bislang gängigen Produktionspraktiken in wichtigen Kakao anbauenden Ländern der Erde sein. Dies soll sich auch positiv auf das Geschäft von Kakaoverarbeitern und Schokoladeherstellern auswirken. Zudem ist vorgehsehen, dass die Kakaoindustrie als Partner den Erhalt der Artenvielfalt unterstützt. Auch soll das Projekt eine größere, längerfristige Stabilität für alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette mit ermöglichen und so das Einkommen von Kleinbauern und Erzeugergemeinschaften erhöhen.

Das Entwicklungsprojekt in zehn ausgewählten Ländern zielt auf eine nachhaltigere Kakaoindustrie ab.
Foto: © Savonie.de / Pixelio.de
Konkrete Projektziele

10 Prozent der Weltkakaoproduktion (350.000 Tonnen Kakao, angebaut von 250.000 Bauern auf 750.000 Hektar Farmland) sollen auf nachhaltige Erzeugung umgestellt werden, die nachweislich zum Erhalt der Artenvielfalt in tropischen Ökosystemen beiträgt. Es soll zudem ein Volumen von 165.000 verkauften Tonnen Kakao erzielt werden, die von zertifizierten Farmen stammen müssen. Die Projektdauer ist auf sechs Jahre festgelegt - von Januar 2011 bis Dezember 2016 - und wird in zehn Ländern umgesetzt, die nach folgenden Kriterien ausgewählt wurden:

  • ihre Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität,
  • das bekundete Interesse der Industrie, aus diesen Ländern Kakao zu beziehen,
  • geographische Ausgewogenheit.
    Folgende Länder wurden für das Projekt ausgewählt

    Afrika: Côte d'Ivoire, Ghana, Madagaskar, Nigeria
    Asien: Indonesien, Papua Neu-Guinea
    Lateinamerika: Brasilien, Dominikanische Republik, Ecuador, Peru

    In diesem Jahr startet das Projekt in zunächst vier Ländern: Côte d'Ivoire, Ghana, Indonesien und Ecuador. Drei weitere folgen jeweils 2012 und 2013.

    In Übereinstimmung mit den formalen Prozessen der in das Vorhaben eingebundenen Global Environment Facility (GEF), einer internationalen geldgebenden Institution für umweltorientierte Entwicklungsprojekte unter Beteiligung von 182 Staaten, UNOrganisationen, Nichtregierungsorganisationen und Privatwirtschaft, wird die Rainforest Alliance einen ersten Workshop zur Erarbeitung von Detailplänen durchführen. Er findet am 22. und 23. März 2011 in Guayaquil, Ecuador, statt. Zwei weitere Planungsworkshops folgen aufgrund der Komplexität des Projekts am 12. und 13. April 2011 in Ghana und am 4. und 5. Mai 2011 in Indonesien. Jedem Workshop gehen jeweils eintägige Feldtrips voraus, um den Ist-Zustand in den Anbaugebieten zu ermitteln. Die Workshops dienen insbesondere dazu, Übereinstimmung im Zusammenhang mit den jeweiligen Strategien für den Kakaosektor der zu involvierenden nationalen Regierungen zu erreichen. Zudem soll Übereinkunft mit weiteren wichtigen Partnern über die Projekt- und Budgetpläne für das kommende Jahr erzielt und sollen zusätzliche Initiativen vor Ort über die Projektpläne informiert werden. So soll von Anfang an bestmögliche Vernetzung zwischen den unterschiedlichen Parteien erreicht werden.

  • Quelle: Sascha Tischer
    Umwelt | Ressourcen, 07.03.2011
         
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