Wirtschaft | Führung & Personal, 15.02.2011
Wirtschaftswachstum durch flexible Arbeitszeiten
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)
Flexible Arbeitszeiten haben im Jahr 2010 in erheblichem Maße dazu beigetragen, dass die deutsche Wirtschaft nach der Krise so schnell wieder hohe Wachstumsraten erreichen konnte. Das berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die durchschnittliche Jahresarbeitszeit der Arbeitnehmer nahm um 2,3 Prozent zu, etwa durch die Beendigung von Kurzarbeit, die Rückkehr zu betriebsüblichen Arbeitszeiten sowie den Aufbau von Guthaben auf Arbeitszeitkonten und mehr Überstunden.
Die Zahl der Kurzarbeiter nahm kräftig ab und lag im Jahresdurchschnitt 2010 bei einer halben Million. Je Kurzarbeiter fiel knapp 40 Prozent der normalen Arbeitszeit aus. Auf alle Arbeitnehmer umgerechnet waren es jährlich 7,4 Arbeitsstunden, nach 15,2 Stunden im Jahr 2009. Der Stand auf den Arbeitszeitkonten ist im Jahresverlauf 2010 um 3,7 Stunden je Arbeitnehmer angestiegen. Zugenommen hat auch die bezahlte Mehrarbeit. Je Arbeitnehmer wurden fünf bezahlte Überstunden mehr geleistet als im Jahr 2009. Die Rückgänge bei den Überstunden und den Guthaben auf den Arbeitszeitkonten im Krisenjahr 2009 wurden damit aber erst zu einem Drittel aufgeholt.
Die normale Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten nahm wieder zu, weil temporäre Verkürzungen im Rahmen von vereinbarten Arbeitszeitkorridoren mit der wirtschaftlichen Erholung teils rückgängig gemacht wurden. Mit durchschnittlich 38,24 Stunden war die Wochenarbeitszeit um 0,17 Stunden länger als im Jahr 2009. Dagegen sind im Jahr 2010 wieder mehr Arbeitsstunden wegen Krankheit ausgefallen. Die Krankenstandsquote war mit 3,6 Prozent etwas höher als im Jahr 2009 (3,4 Prozent).
Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist im Jahr 2010 um rund 140.000 (+1,1 Prozent) gestiegen. Auch die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hat nach den hohen Verlusten im Vorjahr wieder um 70.000 (+0,3 Prozent) zugenommen. "Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hängt stärker von der Konjunktur ab als die der Teilzeitbeschäftigten", erklären die Arbeitsmarktforscher des IAB. In den von Konjunkturschwankungen stark betroffenen Branchen der Industrie sei Teilzeit vergleichsweise selten, in den weniger betroffenen Bereichen privater, sozialer und öffentlicher Dienstleistungen liege der Teilzeitanteil dagegen deutlich höher. Im gesamtwirtschaftlichen Mittel beträgt die Quote der Teilzeitbeschäftigten inzwischen 34,8 Prozent. Sie ist im Jahr 2010 schwächer gestiegen als im langfristigen Durchschnitt.
Im Ganzen wurden im Jahr 2010 je Arbeitnehmer durchschnittlich 1.340 Arbeitsstunden geleistet, 30,6 Stunden oder 2,3 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Arbeitszeiten waren in allen vier Quartalen länger als im Vorjahr. "Die Möglichkeiten der Betriebe, über flexible Arbeitszeiten zum Wachstum der Wirtschaft beizusteuern, sind noch nicht ausgeschöpft. Die Arbeitszeitverkürzungen in der Krise sind noch nicht wettgemacht", betonen die IAB-Forscher.
Eine Tabelle zur Entwicklung der Arbeitszeit steht im Internet unter http://doku.iab.de/grauepap/2011/tab-az10.pdf .
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Flexible Arbeitszeiten - mehr Freizeit und Förderung des Wirtschaftswachstums in Einem |
Die normale Wochenarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten nahm wieder zu, weil temporäre Verkürzungen im Rahmen von vereinbarten Arbeitszeitkorridoren mit der wirtschaftlichen Erholung teils rückgängig gemacht wurden. Mit durchschnittlich 38,24 Stunden war die Wochenarbeitszeit um 0,17 Stunden länger als im Jahr 2009. Dagegen sind im Jahr 2010 wieder mehr Arbeitsstunden wegen Krankheit ausgefallen. Die Krankenstandsquote war mit 3,6 Prozent etwas höher als im Jahr 2009 (3,4 Prozent).
Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten ist im Jahr 2010 um rund 140.000 (+1,1 Prozent) gestiegen. Auch die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hat nach den hohen Verlusten im Vorjahr wieder um 70.000 (+0,3 Prozent) zugenommen. "Die Zahl der Vollzeitbeschäftigten hängt stärker von der Konjunktur ab als die der Teilzeitbeschäftigten", erklären die Arbeitsmarktforscher des IAB. In den von Konjunkturschwankungen stark betroffenen Branchen der Industrie sei Teilzeit vergleichsweise selten, in den weniger betroffenen Bereichen privater, sozialer und öffentlicher Dienstleistungen liege der Teilzeitanteil dagegen deutlich höher. Im gesamtwirtschaftlichen Mittel beträgt die Quote der Teilzeitbeschäftigten inzwischen 34,8 Prozent. Sie ist im Jahr 2010 schwächer gestiegen als im langfristigen Durchschnitt.
Im Ganzen wurden im Jahr 2010 je Arbeitnehmer durchschnittlich 1.340 Arbeitsstunden geleistet, 30,6 Stunden oder 2,3 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Arbeitszeiten waren in allen vier Quartalen länger als im Vorjahr. "Die Möglichkeiten der Betriebe, über flexible Arbeitszeiten zum Wachstum der Wirtschaft beizusteuern, sind noch nicht ausgeschöpft. Die Arbeitszeitverkürzungen in der Krise sind noch nicht wettgemacht", betonen die IAB-Forscher.
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