Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 06.10.2010
Umweltmanagement noch professioneller
Derzeit finden die Vorbereitungen für eine Überarbeitung der ISO 14001 statt
Von Bernhard Schwager
In letzter Zeit sind immer mehr Managementsystemstandards entstanden oder befinden sich derzeit in Entwicklung. Beispielhaft sind hier die Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 22000 (Nahrungsmittel), ISO/IEC 27001 (Informationssicherheit), ISO 28000 (Lieferkette), ISO 31000 (Risiko), ISO 50001 (Energie) oder ISO 14001 (Umwelt) zu nennen. Auch die Normen selbst entwickeln sich weiter.
Aufgrund der themenspezifischen Herangehensweise entwickelten sich bislang Standards, die sich hinsichtlich Systematik und Struktur deutlich voneinander unterscheiden und damit in der betrieblichen Praxis zu unnötigem Adaptionsaufwand führen können. Diese Problematik hat das Leitungsgremium ISO/TMB (Technical Management Board) erkannt und deshalb eine komiteeübergreifende Arbeitsgruppe damit beauftragt, für die zunehmend divergierenden Ansätze einen Harmonisierungsvorschlag zu erarbeiten.
Nach intensiven Diskussionen konnte eine Kompromisslinie gefunden werden, die eine Annäherung der unterschiedlichen Verkehrsanschauungen der Komitees in Form einer so genannten High-Level-Struktur (HLS) ermöglichte. Dies bedeutet, dass für neue Managementsystemstandards und zukünftige Überarbeitungen bereits bestehender Systemnormen die Überschriften, die Unterüberschriften und teilweise sogar auch der Text fest - in Form eines einheitlichen Vokabulars - vorgegeben werden. Aus Sicht der verschiedenen Disziplinen weisen die resultierenden Wortfindungen zwar sprachliche Unzulänglichkeiten auf, jedoch wirkt sich vorteilhaft aus, dass Organisationen unterschiedliche Managementsystemstandards und deren Anforderungen wesentlich leichter in ihr übergreifendes Managementsystem integrieren können.
Vom 11. bis 18. Juli 2010 fand im mexikanischen Leon die 17. Plenarsitzung des Technischen Komitees ISO/TC207 "Umweltmanagement" statt. Aus rund 40 Ländern nahmen etwa 250 Delegierte, Experten und Vertreter von Liaison Organisationen teil. Neben vielen anderen Normungsaktivitäten wie beispielsweise zum Carbon Footprint, zum Water Footprint oder zu Indikatoren wurde auf das Thema Umweltmanagementsysteme spezielles Augenmerk gelegt.
Innerhalb des letzten Jahres hat sich eine Arbeitsgruppe zu "Future Challenges" innerhalb des Unterausschusses ISO/TC207/SC1 mit den zukünftigen Marktbedürfnissen von Umweltmanagementsystemen beschäftigt und ihren Abschlussbericht in Leon vorgestellt. Zu den wesentlichen Herausforderungen gehören nach Ansicht der Arbeitsgruppe folgende Themen:
Nach Vorstellung des Abschlussberichts war sich das SC1-Plenum einig, dass angesichts der Themenvielfalt einerseits und der eingangs beschriebenen HLS-Thematik andererseits eine Überarbeitung der Norm ISO 14001 angegangen werden muss. Zu diesem Zweck wurde der Beschluss gefasst, dass bis zur nächsten Sitzung des SC1 im Juli 2011 in Oslo der Entwurf für einen Revisionsantrag der Norm (NWIP) durch eine Task Force erarbeitet werden soll. Es ist davon auszugehen, dass dieser Revisionsantrag erst im SC1-Plenum und danach von den nationalen Normungsorganisationen angenommen wird, so dass mit dem Beginn der Revisionsarbeiten in einer Working Group (WG) Anfang 2012 zu rechnen sein wird.
In letzter Zeit sind immer mehr Managementsystemstandards entstanden oder befinden sich derzeit in Entwicklung. Beispielhaft sind hier die Normen ISO 9001 (Qualität), ISO 22000 (Nahrungsmittel), ISO/IEC 27001 (Informationssicherheit), ISO 28000 (Lieferkette), ISO 31000 (Risiko), ISO 50001 (Energie) oder ISO 14001 (Umwelt) zu nennen. Auch die Normen selbst entwickeln sich weiter.
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Bernhard Schwager, Robert Bosch GmbH |
Aufgrund der themenspezifischen Herangehensweise entwickelten sich bislang Standards, die sich hinsichtlich Systematik und Struktur deutlich voneinander unterscheiden und damit in der betrieblichen Praxis zu unnötigem Adaptionsaufwand führen können. Diese Problematik hat das Leitungsgremium ISO/TMB (Technical Management Board) erkannt und deshalb eine komiteeübergreifende Arbeitsgruppe damit beauftragt, für die zunehmend divergierenden Ansätze einen Harmonisierungsvorschlag zu erarbeiten.
Nach intensiven Diskussionen konnte eine Kompromisslinie gefunden werden, die eine Annäherung der unterschiedlichen Verkehrsanschauungen der Komitees in Form einer so genannten High-Level-Struktur (HLS) ermöglichte. Dies bedeutet, dass für neue Managementsystemstandards und zukünftige Überarbeitungen bereits bestehender Systemnormen die Überschriften, die Unterüberschriften und teilweise sogar auch der Text fest - in Form eines einheitlichen Vokabulars - vorgegeben werden. Aus Sicht der verschiedenen Disziplinen weisen die resultierenden Wortfindungen zwar sprachliche Unzulänglichkeiten auf, jedoch wirkt sich vorteilhaft aus, dass Organisationen unterschiedliche Managementsystemstandards und deren Anforderungen wesentlich leichter in ihr übergreifendes Managementsystem integrieren können.
Vom 11. bis 18. Juli 2010 fand im mexikanischen Leon die 17. Plenarsitzung des Technischen Komitees ISO/TC207 "Umweltmanagement" statt. Aus rund 40 Ländern nahmen etwa 250 Delegierte, Experten und Vertreter von Liaison Organisationen teil. Neben vielen anderen Normungsaktivitäten wie beispielsweise zum Carbon Footprint, zum Water Footprint oder zu Indikatoren wurde auf das Thema Umweltmanagementsysteme spezielles Augenmerk gelegt.
Innerhalb des letzten Jahres hat sich eine Arbeitsgruppe zu "Future Challenges" innerhalb des Unterausschusses ISO/TC207/SC1 mit den zukünftigen Marktbedürfnissen von Umweltmanagementsystemen beschäftigt und ihren Abschlussbericht in Leon vorgestellt. Zu den wesentlichen Herausforderungen gehören nach Ansicht der Arbeitsgruppe folgende Themen:
- Bezug zu Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung
- Verbesserung der Umweltleistung
- Einhalten rechtlicher und anderer externer Anforderungen
- Bezug zum strategischen Managementsystem einer Organisation
- Conformity Assessment
- Umsetzung in kleinen und mittelständischen Unternehmen
- Umweltauswirkungen in der Wertschöpfungskette
- Stakeholder Engagement
- Parallel- und Subsysteme (branchen-, umweltaspekt- bzw. normelementspezifisch)
- Aktive Kommunikationsanforderungen
- Positionierung auf der politischen Agenda
Nach Vorstellung des Abschlussberichts war sich das SC1-Plenum einig, dass angesichts der Themenvielfalt einerseits und der eingangs beschriebenen HLS-Thematik andererseits eine Überarbeitung der Norm ISO 14001 angegangen werden muss. Zu diesem Zweck wurde der Beschluss gefasst, dass bis zur nächsten Sitzung des SC1 im Juli 2011 in Oslo der Entwurf für einen Revisionsantrag der Norm (NWIP) durch eine Task Force erarbeitet werden soll. Es ist davon auszugehen, dass dieser Revisionsantrag erst im SC1-Plenum und danach von den nationalen Normungsorganisationen angenommen wird, so dass mit dem Beginn der Revisionsarbeiten in einer Working Group (WG) Anfang 2012 zu rechnen sein wird.
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