10. Internationaler Cradle to Cradle Congress 2026

Präventiv Dürrefolgen mindern

Beitrag der biodynamischen Landwirtschaft zum Umgang mit Trockenheit

Dürre setzt Landwirtschaft weltweit unter Druck. Durch Hitzewellen und ausbleibende Niederschläge trocknen die Böden aus, Kulturen sind gefährdet. Biodynamische Landwirtschaft kann zwar die Rahmenbedingungen nicht kurzfristig ändern, doch hat sie Erfahrungen mit Schattenbildung sowie Aufbau von Humus zum Speichern von Wasser und von Resilienz von Pflanzen und Tieren.
 
Stark ausgetrocknetes Getreidefeld in der Region Neuenburg, Schweiz © Gaudenz Hurter«Aus Erfahrung und wissenschaftlichen Studien wissen wir, dass Agrarökologie, ökologischer Landbau und biodynamische Landwirtschaft dazu beitragen können, die Auswirkungen extremer Wetterereignisse abzumildern.» So Martin Quantin, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum, Schweiz. Der Agraringenieur nennt als eine Grundmaßnahme die Diversifizierung landwirtschaftlicher Systeme. Damit meint er die Kombination beispielsweise von Ackerbau, Tierhaltung, Obstbau und Gemüsebau sowie naturnahen Elementen wie Hecken, Wiesen, Teichen und Feldgehölzen. Martin Quantin veranschaulicht dies anhand von Bäumen: «Bäume spenden empfindlichen Kulturen und Nutztieren Schatten und mindern die austrocknende Wirkung des Windes. Baumwurzeln erschließen unterschiedliche Bodenschichten und verbessern so die Wasserspeicherung und die Stabilität des Bodens.»

Mit dem Boden weist er auf einen zweiten Faktor hin. «Durch Förderung von Humusbildung entstehen stabile Bodenaggregate, die Erosion entgegenwirken, sowie ein poröses Gefüge, das Wasser effizient speichern und im Boden verteilen kann. Zudem unterstützt biologisch aktiver Humus Böden mit einer reichen Mikroorganismenwelt.» Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass biodynamische Bewirtschaftung Widerstandskraft und Vitalität der Böden stärke – insbesondere in schwierigen Jahren – und damit die Grundlage für widerstandsfähige Kulturen schaffe.

Ein Beispiel ist der biodynamische Katzhof im luzernischen Richenthal, Schweiz. Hier gilt: Wasser speichern, Vielfalt und lebendige Böden fördern sowie Regenwasser in Speicherbecken leiten. Diese werden während Trockenperioden für Gemüsebau und Baumkulturen genutzt. Betriebsleiter Markus Schwegler hat damit gute Erfahrungen gemacht, hält aber auch fest: «Das beste Wassermanagement hilft nichts, wenn das Wasser fehlt. Wir brauchen Regen.»

Die Sektion für Landwirtschaft am Goetheanum bereitet derzeit das Projekt ‹Biodynamics meets Agroforestry› vor. Bis 2030 wird evaluiert, welchen Beitrag eine baumbasierte biodynamische Landwirtschaft in der kleinbäuerlichen Subsistenzwirtschaft zu Klimaresilienz, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Ernährungssicherheit, Einkommen und Lebensqualität womöglich leistet. Das Projekt umfasst zunächst Partnerinstitutionen in Ägypten und Kenia. Die Co-Leitung des Projekts liegt bei der Doktorandin Fatma Abosamra (Betreuung Ägypten) und Gaudenz Hurter (Betreuung Kenia sowie weiterer Partner in Afrika und Europa).

Martin Quantin betont: «Die Verantwortung für diesen Wandel kann nicht allein den Landwirtinnen und Landwirten übertragen werden. Forschung, Bildung, Politik, Wirtschaft, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Gesamtgesellschaft stehen genauso in der Pflicht, eine resiliente Agrarökologie zu entwickeln, die auch unter unsicheren Bedingungen die Produktion gesunder Lebensmittel ermöglicht.»

Links:
Das Goetheanum ist Sitz der weltweit arbeitenden Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Anthroposophischen Gesellschaft. Die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft mit ihren zwölf Sektionen ist in Forschung, Entwicklung, Lehre und der praktischen Umsetzung ihrer Ergebnisse wirksam und wird in ihrer Arbeit durch die Anthroposophische Gesellschaft gefördert.

Kontakt: Goetheanum, Anna Storchenegger | anna.storchenegger@goetheanum.ch | www.goetheanum.ch



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

Wie sehr auch wir Menschen von der Natur abhängig sind, hat dieser Sommer gezeigt: brennende Wälder, Ernteeinbußen, Wasserrationierung, Futterengpässe beim Vieh, steigende Gemüsepreise.

  • Aber er hat auch viele Pioniere und Unternehmen dazu inspiriert, noch mehr für ihre Energiesicherung und Resilienz zu tun.
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
14
SEP
2026
BMW auf dem Prüfstand
Tut der Konzern genug beim Klimaschutz?
80336 München und online
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Zertifizierter ESG Reporting Professional. Fit für CSRS & Co. - ESG-Reporting souverän meistern.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Naturschutz

Urlaub machen, wo die Feuerwehr im Dauereinsatz ist?
Christoph Quarchs philosophischer Blick auf die verheerenden Brände in Südeuropa und jetzt auch Schottland
Munich Climate Week 2026
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

Immer gut informiert mit forum future economy

Bildung braucht Demokratie. Demokratie braucht Bildung.

Macht KI dumm?

Zendure und Joybuy bringen KI-gestützten Heimspeicher mit Same-Day-Lieferung in deutsche Haushalte

Energie- & Umweltgipfel 2026, Produzierende Industrie

„Vogeloasen bringen Naturerlebnisse in Pflegeheime“

Gute Nachrichten: Unternehmensnews aus der forum-Ausgabe 04/2026 - Teil 2

B.A.U.M. Insights
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • 66 seconds for the future
  • NOW Partners Foundation
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • SUSTAYNR GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland
  • ZamWirken e.V.
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • TÜV SÜD Akademie
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Zendure DE GmbH