Umwelt | Biodiversität, 12.05.2026
GAP ab 2028: Naturwiederherstellung mit Bio!
Wissenschaftlicher Beirat für Biodiversität sieht Ökolandbau als sinnvollen Baustein
Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hält die heute veröffentlichten Handlungsempfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats für Biodiversität und genetische Ressourcen beim Bundeslandwirtschaftsministerium für richtungsweisend auf dem Weg zu einer Landwirtschaft, die Lebensmittel nicht auf Kosten der Arten und ihrer Habitate erzeugt. Dazu müssten die Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) laut Beirat auf die Ziele der Naturwiederherstellungsverordnung ausgerichtet werden. Konkret solle Deutschland sich im Zuge der GAP-Verhandlungen für ein verbindliches Mindestbudget für umweltbezogene Zahlungen einsetzen: Diese Forderung unterstützt der BÖLW ausdrücklich.
Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des Bio-Spitzenverbands, zur Beirat-Stellungnahme „Gemeinsame Agrarpolitik und Wiederherstellungsverordnung zusammen denken": „Die europäische Politik muss gerade in Zeiten knapper Kassen für gesellschaftliche Akzeptanz der Agrarförderung sorgen. Die Landwirtschaft steht im Ruf, auf Kosten der Artenvielfalt und des Klimas zu wirtschaften; sie steht bei vielen Menschen für Tierleid und gefährliche Rückstände. Das darf nicht so bleiben!
Deutschland muss sich bei der Verteilung der GAP-Milliarden der EU-Steuerzahlerinnen und -Steuerzahler dafür einsetzen, dass diese an Umweltleistungen seitens der Empfänger geknüpft werden. Die Forderung des Beirats, darüber hinaus Anreize zu finanzieren, damit Landwirtinnen und Landwirte einkommenswirksam im Einklang mit der Natur wirtschaften können, greift eine Forderung der Bio-Branche auf. Damit Deutschland sein Nachhaltigkeitsziel von 30 Prozent Öko-Landbau erreicht, braucht es solche Anreize. Die Landwirtschaft kann ihrer Verantwortung für die Umwelt nicht zum Nulltarif gerecht werden!
Den Ökolandbau würdigt der Beirat in seiner Stellungnahme als „sinnvollen Baustein einer abgestimmten und ganzheitlichen Strategie in der Agrarumweltpolitik". Mit einer stärkeren Förderung des Ökolandbaus würde Deutschland also aus wissenschaftlicher Sicht seiner umweltpolitischen Verantwortung gerecht. Gleichzeitig würde Minister Alois Rainer damit seiner Verantwortung für Heimat gerecht: Die Bio-Branche gibt rund 400.000 Menschen vor allem in ländlichen Regionen Arbeit – und schafft dabei Produkte, die Konsumentinnen und Konsumenten immer mehr nachfragen.”
Der BÖLW ist der Spitzenverband deutscher Erzeugerinnen, Verarbeiter und Händlerinnen von Bio-Lebensmitteln und vertritt als Dachverband die Interessen der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Deutschland. Mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken werden jährlich von?rund?56.500 Bio-Betrieben?mehr als?18?Milliarden Euro umgesetzt. Die BÖLW-Mitglieder?sind?u. a.:?Biokreis, Bioland, Bioland Verarbeitung & Handel, Biopark, Bundesverband Naturkost Naturwaren, Dachverband ökologische Pflanzenzüchtung in Deutschland, Demeter,?Ecoland, ECOVIN, GÄA, Interessensgemeinschaft der Biomärkte, Naturland,?Naturland Zeichen GmbH,?Arbeitsgemeinschaft der?Ökologisch?engagierten Lebensmittelhändler und Drogisten,?Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser,?Verbund Ökohöfe.
Kontakt: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW), Annette Bruhns | presse@boelw.de | www.boelw.de
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