Technik | Mobilität & Transport, 05.05.2026
Alltagsmobilität krisenfest aufstellen
Bündnis nachhaltige Mobilitätswirtschaft fordert von der Bundesregierung, die Mobilität krisenfest, sozial gerecht und flexibel zu gestalten
Ein Jahr nach Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung steht Deutschland mitten in der Energiepreiskrise. Das Bündnis nachhaltige Mobilitätswirtschaft von Bundesverband Carsharing, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und Zukunft Fahrrad fordert die Bundesregierung auf, das Mobilitätssystem resilient und bezahlbar aufzustellen.
Wasilis von Rauch, Sprecher des Bündnisses:„Die aktuelle Energiepreiskrise offenbart schonungslos: Ein Mobilitätssystem, das auf fossile Brennstoffe setzt, ist verletzlich für Verbraucher:innen, Unternehmen und die Logistik. Die Ölpreisexplosion belastet Haushalte und Wirtschaft gleichermaßen und diese Belastung wird nach allem was heute bekannt ist noch länger anhalten. Der zweimonatige Tankrabatt ist ein teurer, kurzfristiger Tropfen auf den heißen Stein, der das Grundproblem ignoriert: Deutschland verbraucht zu viel fossile Energie im Verkehr. Dass die Politik der Bundesregierung dieses strukturelle Problem nicht entschieden anpackt, kostet uns alle Geld, und zwar jeden Tag. Angesichts der weltpolitischen Lage und der begrenzten Verfügbarkeit fossiler Energien zahlen wir alle drauf für jedes Jahr, in dem nicht entschieden umgesteuert wird."
Zwischenbilanz der Bundesregierung: Licht und Schatten
Fortschritte:
- Wiederaufnahme der E-Bus-Förderung
- Finanzierungssicherheit für das Deutschland-Ticket bis 2030
- plus 349 Mio. Euro für Radverkehrsförderung im Klimaschutzpaket für 2029 und 2023
- Stabiler Radverkehrshaushalt 2026 (600 Mio. Euro)
- Berücksichtigung von Carsharing-Anforderungen bei digitalem Führerschein und EUDI-Wallet
Versäumnisse:
- Ladeinfrastruktur-Masterplan ignoriert Mobilitätsmuster von Carsharing-Haushalten
- ÖPNV-Modernisierungspakt noch nicht gestartet
- Kein Fortschritt bei Trassenpreissystem und Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)
- Kürzungen bei Radwegen an Bundesstraßen – trotz direkter Bundesverantwortung
- Schleppende Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans
- Keine Förderung für Carsharing-Einstieg
Der Mobilitätsmix macht’s: Resilienz durch Vielfalt
Die politische Debatte über zukunftsfähige Mobilität hat sich in den letzten zwölf Monaten immer weiter verengt auf die Frage der Antriebstechnologie beim Automobil: Elektro oder Verbrenner, Wasserstoff oder synthetische Kraftstoffe. Der Antriebswechsel beim Auto ist aber nur ein Baustein für ein krisenfestes Mobilitätssystem.
In Deutschland nutzen täglich rund 27 Millionen Fahrgäste den ÖPNV. 41 Prozent der Menschen sind regelmäßig mit dem Fahrrad oder E-Bike unterwegs. Die Zahl der Haushalte, die Carsharing nutzen, steigt. Zahlreiche Unternehmen bieten jeden Tag Mobilitätslösungen jenseits des motorisierten Individualverkehrs an: Bahn, Bus, Fahrrad, Carsharing. Lösungen, die weniger ölabhängig, bezahlbarer und resilienter sind.
Forderungen des Bündnisses: Jetzt den Rahmen setzen
Um die Mobilität in Deutschland krisenfest, sozial gerecht und flexibel zu gestalten, braucht es:
- Attraktiven und bezahlbaren ÖPNV – mit verlässlichem Angebot.
- Beschleunigte Bahnmodernisierung – für pünktliche und kapazitätsstarke Verbindungen.
- Förderung der Elektromobilität – für E-Bikes und Autos.
- Ladeinfrastruktur für alle Nutzungsformen – inklusive Carsharing.
- Sichere Radinfrastruktur – auf dem Land und in Städten.
- Mobilitätsbudgets – für mehr Wahlfreiheit zwischen Verkehrsmitteln.
- Förderung von Bike- und Carsharing – als Bausteine eines integrierten Systems.
- Verknüpfung der Verkehrsmittel – nahtlose Umstiege, digitale Buchung, einheitliche Tarife.
„Deutschland braucht ein wirtschaftlich und sozial zukunftsfähiges Mobilitätssystem: energieeffizient, flexibel und resilient gegen externe Schocks. Die nachhaltige Mobilitätswirtschaft steht bereit – jetzt braucht es den politischen Gestaltungswillen der Bundesregierung„, so Wasilis von Rauch.
Über das Bündnis:
Das Bündnis nachhaltige Mobilitätswirtschaft von Bundesverband Carsharing, Verband Deutscher Verkehrsunternehmen und Zukunft Fahrrad ist eine zentrale Anlaufstelle für Politik, Medien, Wirtschaft und Gesellschaft zu allen Fragen rund um die nachhaltigen Mobilitätsbranchen und eine nachhaltige Mobilitätspolitik. Es vertritt die gesamte Bandbreite der nachhaltigen Mobilitätswirtschaft für Personenmobilität in Deutschland. Ziel des Bündnisses ist es, die vielfältigen Mobilitätsbedürfnisse von Menschen mit den Klimaschutzzielen und einem geringeren Energieverbrauch im Verkehrsbereich in Einklang zu bringen.
Kontakt: Zukunft Fahrrad, Koordination des Bündnisses, Wiebke Moritz | kontakt@xn--nachhaltige-mobilittswirtschaft-8vc.de | www.nachhaltige-mobilitätswirtschaft.de
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