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Bausparen: Finanzierungen mit Mehrwert

Sabine König (LBS NordOst), Präsidentin der Europäischen Bausparkassenvereinigung, im forum-Interview

Sabine König von der LBS NordOst erklärt, warum Finanzexperten Enabler sein können und welche Rolle hierbei Nachhaltigkeit einnimmt.

Frau König, Sie bezeichnen Finanzexperten als Enabler im Wohnimmobilienmarkt. Was meinen Sie damit konkret?
Sabine König, Mitglied des Vorstands der LBS NordOst AG sowie Präsidentin der Europäischen Bausparkassenvereinigung. © Karoline Wolf
Die Politik möchte beispielsweise den CO2-Ausstoß im Gebäudesektor minimieren. Sie bedient sich dabei bewusst der Banken und Baufinanzierer mittels entsprechender regulatorischer Vorgaben.

Baufinanzierer haben den unmittelbaren Zugang zu den Menschen und auch zu den Immobilien, die als Sicherheiten bei Finanzierungen dienen. Die Finanzexperten berücksichtigen in ihrer Beratung die politisch gewollten Nachhaltigkeitsaspekte. Sie wirken als Multiplikatoren in den Markt, in die Bevölkerung und sind auch Enabler bzw. „Befähiger".

Als Bausparkasse verbinden wir Spar- und Kreditlösungen und unterstützen Menschen auf diesem Weg. Wir bei der LBS NordOst begleiten unsere Kundinnen und Kunden gemeinsam mit den Sparkassen bei jedem Schritt – von der Planung über die Finanzierung bis zur Umsetzung. Wir prüfen Risiken, helfen bei der Auswahl passender Fördermittel und stellen günstige Kredite bereit.
 
Über unsere lokalen Netzwerke unterstüzten wir die Kundinnen und Kunden aber auch darüber hinaus. So stellen wir sicher, dass Eigentümer ihr Zuhause zukunftsfest machen und zugleich den Wert ihrer größten Investition langfristig sichern.

Das Thema „Klimaschutz im Eigenheim" ist Ihnen sehr wichtig. Inwiefern sind Hausbesitzer vom Klimawandel betroffen und wie unterstützen Sie die Eigentümer?
Privathaushalte stehen im Immobiliensektor zunehmend unter politischem und rechtlichem Druck, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Das wirkt auf Betriebskosten und Gebäudewert. Gleichzeitig nehmen extreme Wetterereignisse zu und verursachen erhebliche Gebäudeschäden: Dachziegel können herabfallen, Kellerräume fluten, Fassaden durch Hitzeeinwirkung reißen. Von 2001 bis 2021 hat der Klimawandel Deutschland wirtschaftlich mindestens 145 Milliarden Euro gekostet. Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Schaden bis 2050 auf bis zu 900 Milliarden Euro steigern könnte.

Wir verdeutlichen unseren Kundinnen und Kunden die Relevanz von energetischen Sanierungen und beraten sie dabei, wie sie sich und ihre Immobilien vor den wirtschaftlichen Folgen mangelnder Nachhaltigkeit (z.B. Extremwetterereignisse) schützen können.
„Es ist wichtig, dass mehr Menschen erfahren, wie die CO2-Bepreisung steigt oder auf welche Klimafolgen man sich einstellen muss. Nur so können Verbraucher:innen fundierte Entscheidungen treffen."
Sabine König
 
Und wie lassen sich solche Sanierungen umsetzen?
Die LBS NordOst hat ein Netzwerk von Expertinnen und Experten, die Hauseigentümer individuell beraten und passende Maßnahmen für deren Immobilie ermitteln. Als Kreditinstitut übernehmen wir die Erstansprache und leiten dann an die passenden Gebäudespezialisten über. Es lohnt sich. Investitionen in Energieeffizienz wirken doppelt: sinkende Betriebskosten und steigender Immobilienwert. Laut Verbraucherzentrale entstehen bei 100 m2 in der Effizienzklasse „H" jährlich Mehrkosten von über 4.000 €.
 
Eine weitere Studie zeigt, dass energieeffiziente Wohnungen mit der Bestnote „A" im Durchschnitt ca. 364 Euro pro Quadratmeter teurer angeboten werden als vergleichbare Objekte mit schlechterer Bewertung. Zudem macht eine energieeffiziente Immobilie unabhängig von volatilen Energiepreisen – ein wichtiger Vorteil im Kontext des CO2-Preis-Systems am Markt und erst recht, wenn der europäische Emissionshandel für Gebäude gilt.

Was empfehlen Sie Eigentümern?
Ob Heizungsmodernisierung, die Gebäudedämmung oder neue Fenster – eine energetische Sanierung kann schnell ins Geld gehen. Hausbesitzer sollten rechtzeitig vorsorgen und die Beratungsangebote vor Ort nutzen. Wir empfehlen jedem Hauseigentümer, eine Instandhaltungsrücklage von 1 bis 3 Euro pro Quadratmeter monatlich anzusparen.
 
Gerne natürlich auf einem Bausparvertrag, denn über den sichert man sich auch noch einen Anspruch auf ein zinsgünstiges Darlehen. Durch die zeitliche Streckung mit Spar- und Darlehensphase wird die finanzielle Belastung gut tragbar. Die Kundinnen und Kunden müssen sich „nur noch" um die eigentliche Modernisierung kümmern, ohne dass die Finanzierbarkeit zusätzliche Kopfschmerzen bereitet.

Als Baufinanzierer kennen wir sowohl unsere Kundinnen und Kunden als auch die regulatorischen Vorgaben und die Wertermittlungskriterien bei Immobilien. So haben wir viele wichtige Kennzahlen, die für eine sichere und realistische Finanzierung notwendig sind. Mit fachlicher Expertise und Einfühlungsvermögen begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden auf dem Weg zum Erwerb und zur Unterhaltung des eigenen Zuhauses.

Welche Chancen sehen Sie bei der Kombination aus Finanzierung und Beratung im Wohnimmobilienbereich?
Der Kundennutzen sollte bei einer Finanzierung stets im Mittelpunkt stehen, nicht der Produktverkauf. Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden daher bei der Ausgestaltung ihres Vorhabens, z.B. durch Einbindung von externen Energieberatern. Individuelle Sanierungsplanung und die Art und Weise der Finanzierung können so passgenau abgestimmt werden.

Wir legen zudem hohen Wert auf realistische Kennzahlen (z.B. Verhältnis Einnahmen zu Ausgaben), um unsere Kundinnen und Kunden vor Überschuldung zu schützen.


Dieser Artikel ist in forum 02/2026 - Zukunft braucht Frieden erschienen.



     
        
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