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Technik | Energie, 16.01.2026

Mit großen Schritten Richtung Klimaneutralität

Verbandsgemeinde Schweich investiert konsequent in Erneuerbare Energien

Mit zahlreichen Aktivitäten setzt die Verbandsgemeinde Schweich ein klares Zeichen für Klimaschutz, kommunale Verantwortung und eine nachhaltige Energieversorgung vor Ort.

Gruppenkläranlage Leiwen © Ingenieurbüro H. Berg & Partner GmbH
Die Verbandsgemeinde Schweich stellt die Weichen für eine klimaneutrale Zukunft. Mit zahlreichen bereits umgesetzten sowie geplanten Projekten treiben die Verbands- und Ortsgemeinden die Energiewende vor Ort aktiv voran. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der gemeinsamen Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien.

Ausbau der Photovoltaik geplant
Der Energiebedarf der Liegenschaften der Verbandsgemeinde ist mit 3,85 Mio. kWh erheblich. Um diesen möglichst klimafreundlich zu decken, ist der weitere Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien geplant. Vorgesehen ist die Installation von Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von über 700 Kilowattpeak. Fertiggestellt sind unter anderem Anlagen auf der Gruppenkläranlage in Leiwen, der Grundschule in Longuich sowie auf dem Panoramabad in Leiwen. Weitere Anlagen befinden sich im Planungs- oder Umsetzungsprozess. 

Strombilanzkreis
Die Verbandsgemeindewerke Schweich AöR betreiben bereits einen Strombilanzkreis in den Bereichen Wasser, Abwasser, Bäder und den Liegenschaften der Verbandsgemeinde. 

Unter einem Strombilanzkreis versteht man die bilanzielle Aufrechnung von Stromerzeugung und Stromverbrauch unter Nutzung des öffentlichen Stromnetzes. Der nachhaltig erzeugte Strom in der Kommune, beispielsweise aus Dach-Photovoltaik, wird dabei mit dem Verbrauch in verschiedenen Gebäuden - auch solche ohne eigene PV-Anlage - verrechnet. So werden nur echte Überschüsse ins Netz eingespeist, während weniger Strom teuer zugekauft werden muss. 

Der Eigenversorgungsgrad liegt somit derzeit bei rund 47 Prozent und soll mit den geplanten Anlagen kontinuierlich gesteigert werden.

Ziel ist es, den bestehenden Bilanzkreis künftig auf alle kommunalen Liegenschaften und perspektivisch auch auf den Landkreis auszuweiten sowie die Ortsgemeinden einzubinden. Damit soll der Strombedarf der kommunalen Infrastruktur zunehmend aus selbst erzeugter, erneuerbarer Energie gedeckt werden. Durch die verstärkte Eigenversorgung können die Kommunen ihre Abhängigkeit von den volatilen Strommärkten verringern, langfristig stabile Energiekosten erreichen und zugleich die Versorgungssicherheit der öffentlichen Einrichtungen erhöhen. Darüber hinaus leistet die Eigenerzeugung aus erneuerbaren Quellen einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der kommunalen Energieversorgung und damit zum Klimaschutz auf regionaler Ebene.

Neue Organisationsform beschleunigt Energiewende
Um die geplanten Vorhaben effizient umzusetzen, wurden verschiedene Betreibermodelle geprüft. Im Rahmen des Kommunalen Klimapakts wurde die Verbandsgemeinde dabei u. a. durch die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz beraten. Als Ergebnis wurde die Gründung einer Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) beschlossen. Diese Organisationsform vereinfacht Entscheidungs- und Vergabeprozesse, eröffnet neue Kooperationsmöglichkeiten und bietet langfristige Planungssicherheit. Die formale Gründung der AöR erfolgte im Januar 2026. „Mit der AöR können wir Projekte deutlich schneller und flexibler voranbringen. Zudem ist sie die geeignete Struktur, um künftig auch kommunale Wärmenetze zu betreiben – ein wichtiger Baustein der abgeschlossenen Kommunalen Wärmeplanung", erklärt Florian Merten, Klimaschutzmanager der Verbandsgemeinde Schweich.

Wärmenetze und Bürgerbeteiligung
Im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung wurden in Longuich, Klüsserath und Schweich Pilotprojekte für Nahwärmenetze identifiziert. Für diese Vorhaben wurden bereits Anträge auf Machbarkeitsstudien gestellt sowie Interessensabfragen in den jeweiligen Orten gestartet. Bei positiver Wirtschaftlichkeitsprognose kann die AöR künftig als kommunaler Betreiber auftreten.

Auch die Bürgerinnen und Bürger sollen eingebunden werden: Mittelfristig planen die Verbandsgemeindewerke Schweich AöR die Einführung eines Bürgerstromtarifs. Gleichzeitig streben sie an, durch Kosteneinsparung mittels Eigenstromerzeugung und effiziente Strukturen weiterhin moderate Gebühren für Wasser und Abwasser zu gewährleisten.

Starke Basis für nachhaltige Zukunft
Bereits Anfang 2022 hatten die Verbandsgemeindewerke Schweich den Eigenbetrieb „Energie und Klimaschutz" gegründet. Mit der neuen AöR wird dieser Weg konsequent fortgesetzt. Die Struktur ermöglicht Kooperationen mit weiteren kommunalen Akteuren wie den Regionalwerken Trier-Saarburg und eröffnet bei Bedarf auch öffentlich-private Partnerschaften. 

„Es geht darum, Ressourcen gemeinsam zu nutzen und Projekte nicht immer wieder von Grund auf neu zu entwickeln. Eine enge Zusammenarbeit schafft die Grundlage, Vorhaben gemeinsam und wirtschaftlich umzusetzen", betont Stefan Beyer von der Energieagentur Rheinland-Pfalz. "So könnte lokal erzeugter Strom im Wärmenetz der Stadt Schweich genutzt werden und somit zur Wärme-, aber auch Stromversorgung öffentlicher Liegenschaften von Stadt, Kreis und Verbandsgemeinde beitragen”, benennt Beyer ein potenzielles Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit.

Mit ihren Aktivitäten setzt die Verbandsgemeinde Schweich ein klares Zeichen für Klimaschutz, kommunale Verantwortung und eine nachhaltige Energieversorgung vor Ort.

Kontakt: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH, Sabine Werle | sabine.werle@energieagentur.rlp.de | www.energieagentur.rlp.de



     
        
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