Umwelt | Klima, 25.09.2025
UN-Gipfel erzeugt Rückenwind für Weltklimakonferenz
Aber noch zu wenig
Viele Staaten haben neue Klimaziele vorgestellt, aber die Ambition reicht nicht. EU und Deutschland wären jetzt als Vorreiter wichtig
121 Staaten haben gestern Abend bei einem extra einberufenen Klimagipfel am Rande der UN-Vollversammlung in New York ihre neuen Klimaziele vorgestellt. Damit setzen sie nach Ansicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch ein wichtiges Zeichen für mehr Ambition vor der Weltklimakonferenz COP 30 im November. "Obwohl bei weitem nicht alle der anwesenden Staaten vollständige nationale Klimapläne, sogenannte NDCs, geliefert haben, erzeugen sie Rückenwind für die Weltklimakonferenz im November. Aber noch ist es eine mäßige Brise. Das Vorgelegte ist noch immer deutlich entfernt von den Pariser Klimazielen, die sicherstellen sollen, dass die sich zuspitzende Klimakrise nicht eskaliert”, kommentiert Petter Lydén, Leiter des Bereichs Internationale Klimapolitik bei Germanwatch.Neue NDCs sind qualitativ besser als alte
Lydén weiter: "Zehn Jahre nach dem Pariser Abkommen zeigt sich, dass die Idee, die Klimaambition über freiwillige Ziele zu erhöhen, zwar funktioniert, aber es geschieht viel zu langsam. Dennoch ist es wichtig zu betonen: Die bisher vorgelegten neuen NDCs sind qualitativ besser als die aus der vorherigen Runde. Diese können nun auch in den UN-Synthesebericht einfließen, ein wichtiges Referenzdokument vor der COP 30. Nun werden dringend Länder gesucht, die ambitioniert vorangehen, die sichtbar mehr Klimaschutz leisten als die meisten anderen. Die EU und Deutschland beanspruchen eine solche Rolle eigentlich für sich. Um ihr gerecht zu werden, müsste die EU mit einem Minderungsziel von 90 Prozent bis 2040 und einem minus 76 bis 78-Prozent-Ziel bis 2035 zum Klimagipfel nach Brasilien fahren.”
Lalit Chennamaneni, Referent für indisch-deutsche Klimazusammenarbeit bei Germanwatch, ergänzt: "Letztlich zählt die tatsächliche Umsetzung der Klimapläne. Der gestrige UN-Gipfel sowie der laufende Konsultationsprozess der brasilianischen COP-Präsidentschaft sind zur Vorbereitung der Weltklimakonferenz wichtig. Die COP 30 muss konkrete Initiativen und Strategien liefern, wie Länder ihre NDCs erreichen und sogar übererfüllen können. Wichtige Grundlage sind für viele Länder im Globalen Süden vor allem verbindliche Zusagen über mehr finanzielle und technische Unterstützung, um ihr Ambitionsniveau steigern zu können.”
Chennamaneni weiter: "Ein Hauptziel muss die schnellere Umsetzung der bereits beschlossenen Energieziele sein, darunter die Verdreifachung beim Zubau von Erneuerbaren sowie das Herunterfahren von fossilen Energieträgern." Störsignale wie aus der US-Regierung können diese Entwicklung zwar bremsen, aber langfristig nicht aufhalten.”
EU verfehlt eigenen Anspruch deutlich
"Die EU hat bisher kein eigenes NDC vorgestellt, sondern nur eine vage Absichtserklärung. Damit steht sie international zwar nicht mit komplett leeren Händen da, verfehlt jedoch den eigenen Anspruch deutlich, eine treibende Kraft internationaler Klimapolitik zu sein. Zentral ist nun, dass sie zumindest zum Klimagipfel nach Brasilien mit ambitionierten Zielen reist. Nach dem Ausscheiden der USA aus aktiver Klimapolitik schauen Staaten wie China, Indien, Brasilien oder Indonesien beim Festzurren der eigenen Verhandlungsposition noch genauer auf die Ambition und Vorreiterrolle, die sie von der EU erwarten”, so Lydén. "Deutschland ist das Zünglein an der Waage. Es kommt nun darauf an, ob sich die Bundesregierung in der EU mit Nachdruck hinter das 90-Prozent-Ziel für 2040 aus dem Koalitionsvertrag stellt. Bundeskanzler Merz ist hier gefragt."
Kontakt: Germanwatch e.V., Stefan Küper | kueper@germanwatch.org | www.germanwatch.org
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