Technik | Energie, 31.07.2025

Dürreperioden bei erneuerbaren Energien

Wood Mackenzie-Studie deckt kritische Risiken der „Dunkelflaute” in Europa auf

Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie längere Perioden mit geringer Wind- und Solarenergieproduktion die Energiesicherheit Europas gefährden und zu extremen Marktschwankungen führen.

An den Tagen mit der höchsten Nachfrage in Belgien liegt der durchschnittliche Windkapazitätsfaktor bei nur 15 %. © edwhiteimages; Pixabay.comEine umfassende neue Studie von Wood Mackenzie zeigt die wachsende Herausforderung der „Dunkelflaute” – längere Perioden mit geringer Wind- und Solarenergieerzeugung – im Zuge des Übergangs Europas zu einem überwiegend erneuerbaren Energiesystem. Die Studie zeigt, dass diese Ereignisse zu extremen Preisschwankungen führen und kritische Schwachstellen in der Energiesicherheit auf dem gesamten Kontinent offenbaren.

Dunkelflaute ist ein zunehmend bekanntes Konzept auf den europäischen Strommärkten, insbesondere nach zwei viel beachteten Ereignissen im November und Dezember 2024.

Laut dem Bericht „Weathering the lulls: the risks and opportunities of dunkelflaute” (Die Flauten überstehen: Risiken und Chancen der Dunkelflaute) werden die europäischen Märkte im Durchschnitt jährlich 1,6 Dunkelflaute-Ereignissen ausgesetzt sein, wobei es jedoch erhebliche regionale Unterschiede gibt. Die nördlichen Märkte, insbesondere diejenigen, die auf Offshore-Windenergie angewiesen sind, sind aufgrund korrelierter Windparks und begrenzter räumlicher Vielfalt am stärksten betroffen. Die südeuropäischen Märkte sind weniger von Dunkelflaute bedroht, da die Mittagssonne auch im Winter stark ist, was besser mit der Spitzennachfrage übereinstimmt und eine effektive Lastverlagerung über Batteriespeicher ermöglicht.

So verzeichnet Belgien mit drei Ereignissen pro Jahr die höchste Häufigkeit, während Portugal kein einziges Ereignis zu verzeichnen hat. Die Ereignisse treten am häufigsten zwischen November und Januar auf, wobei 41 % länger als drei Tage andauern.

Extreme Marktfolgen
Dem Bericht zufolge reichen die Marktfolgen von extremen Preisen bis hin zu dramatischen Verschiebungen im Stromversorgungsmix. In Deutschland reichten die Preise, die während nur zwei Dunkelflaute-Ereignissen im Jahr 2024 beobachtet wurden, aus, um über 50 % der Großhandelsumsätze von Gaskraftwerken zu generieren. Während des Ereignisses im November 2024 stiegen die deutschen Intraday-Preise auf 820 €/MWh. Die Gas- und Kohleverstromung stieg dramatisch an, wobei die deutschen Importe über drei Tage hinweg durchschnittlich 10,5 GW betrugen.

Die wachsende Herausforderung
„Da Europa zu einem Stromsystem übergeht, das von variablen Wind- und Solarenergiequellen dominiert wird, ist es unerlässlich, diese extremen Wetterereignisse zu verstehen", sagte Matthew Campbell, Senior Research Analyst, European Power bei Wood Mackenzie.
Die Studie zeigt drei Hauptfaktoren für die Häufigkeit von Dunkelflauten auf:
  • Verteilung der Windressourcen – geografische Konzentration erhöht die Anfälligkeit
  • Sonneneinstrahlungswerte – insbesondere die Verfügbarkeit im Winter in nördlichen Märkten
  • Synchronität von Angebot und Nachfrage – Fehlanpassung zwischen erneuerbarer Energieerzeugung und Spitzenbedarf
„Unsere Untersuchungen zeigen, dass Knappheitsereignisse zunehmend die Einnahmen aus disponiblen Anlagen steigern werden, wobei die Wirtschaftlichkeit neuer flexibler Erzeugungskapazitäten von den Einnahmemöglichkeiten während der begrenzten Zeiten mit geringer erneuerbarer Energieerzeugung pro Jahr abhängt", so Campbell. „Trotz sinkender Auslastungsraten bleibt die gasbefeuerte Stromerzeugung systemkritisch, was ihren steigenden Wert in vielen europäischen Märkten unterstreicht."

Ausblick auf 2030
Die Analyse von Wood Mackenzie für Deutschland für das Jahr 2030 zeigt, dass während Dunkelflaute-Perioden die thermische Erzeugung weiterhin unverzichtbar sein wird, wobei Gas und Kohle in nur einem Fall 40 % der Last im größten Markt Europas decken müssen und die Nettoimporte 20 GW übersteigen werden.

„Energiepolitik, Planungsrahmen und Marktvereinbarungen sollten ausdrücklich der räumlichen Diversifizierung Vorrang vor eher engstirnigen, zielorientierten Ansätzen einräumen, insbesondere in Märkten, die diesen Ereignissen am stärksten ausgesetzt sind", so Campbell. „Was die politischen Entscheidungsträger wirklich beschäftigen sollte, ist unsere Erkenntnis, dass die kältesten Tage überproportional mit einer geringen Windleistung verbunden sind, was das Risiko einer Versorgungsengpässe in Zeiten erhöhter Nachfrage erhöht und die zunehmend wichtige Rolle gezielter Kapazitätsmechanismen in der Marktgestaltung unterstreicht."
Übersetzt mit DeepL.com 

Kontakt: Wood Mackenzie Limited | contactus@woodmac.com | www.woodmac.com



     
        
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