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Politische Leitplanken für eine Erweiterte Herstellerverantwortung im Textilsektor

Neues Policy Briefing empfiehlt zentrale Reformansätze für ein zukunftsfähiges EPR-System in Deutschland

Mit der geplanten Einführung eines erweiterten Herstellerverantwortungssystems (Extended Producer Responsibility, kurz EPR) für Textilien steht Deutschland vor einer klimapolitisch und sozial relevanten Weichenstellung. In einem aktuellen Policy Briefing formuliert Circular Berlin konkrete Empfehlungen, wie das entstehende System ökologisch wirksam, sozial gerecht und global verantwortlich ausgestaltet werden kann.

© webandi, pixabay.com
Das Impulspapier stützt sich auf Erkenntnisse aus dem Projekt Ghana x Germany - Paving the Way for an Equitable EPR for Textiles und greift zentrale Debatten auf, die aktuell in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft geführt werden. Es analysiert bestehende Herausforderungen in EPR-Systemen, benennt internationale Verantwortungslücken gegenüber Ländern des Globalen Südens und schlägt praxistaugliche Mechanismen wie eine Gebührengestaltung zur Stärkung der Textilkreislaufwirtschaft vor
 
.Arianna Nicoletti, Co-Geschäftsführerin und Textile Lead von Circular Berlin, erklärt: "Ein wirkungsvolles EPR-System darf sich nicht auf Recycling am Lebensende beschränken. Entscheidend ist, dass Herstellerverantwortung nicht nur auf das Abfallaufkommen am Ende der Nutzung schaut, sondern entlang des gesamten Lebenszyklus greift. Es muss faire Kostenverteilung, funktionierende Rücknahmesysteme, soziale Gerechtigkeit und Investitionen in Wiederverwendung und Reparatur strukturell verankern, nicht nur in Deutschland, sondern auch über die EU-Grenzen hinaus. In unserem Policy Briefing zeigen wir auf, welche strukturellen Anpassungen in Deutschland notwendig sind, damit sich ökologische und soziale Wirkung auch über die europäische Grenzen entfalten kann."

Zu den zentralen Empfehlungen des Policy Briefings gehören:
  • Ein nicht-profitorientiertes Governance-Modell für Produzentenverantwortungsorganisationen (PROs), das sicherstellt, dass zivilgesellschaftliche Akteure sowie Vertretende des Globalen Südens mit Stimmrecht in den Entscheidungsstrukturen vertreten sind. Nur durch echte Repräsentanz und inklusive Entscheidungsprozesse kann Transparenz und Rechenschaftspflicht gewährleistet werden.

  • Eine ökologisch und sozial modulierte Gebührengestaltung, die Anreize für langlebiges Design, Reparaturfähigkeit, Verzicht auf Schadstoffe und transparente Lieferketten setzt. Gleichzeitig müssen negative soziale und Umwelt Auswirkungen, wie etwa entlang der Entsorgungsstrukturen in West-Afrika, finanziell adressiert werden.

  • Internationale Partnerschaften und faire Verteilung von EPR-Mitteln: Ein Teil der EPR-Abgaben sollte in Infrastruktur, Monitoring- und Bildungsmaßnahmen in Ländern fließen, die heute maßgeblich von gebrauchten Textilien aus Europa betroffen sind, aber kaum Ressourcen für ein eigene zirkuläre Wirtschaft besitzen.

  • Klare politische Steuerung durch transparente Berichtspflichten, verpflichtende Open-Data-Standards und eine ressortübergreifende Koordination auf Bundesebene, damit zivilgesellschaftliche Kontrolle, fundierte Evaluierungen und strategische Weiterentwicklungen möglich werden.
Die aktuelle Diskussion um die EPR-Richtlinie auf EU-Ebene sowie die aktuelle Novelle des Kreislaufwirtschaftsgesetzes bieten eine entscheidende Gelegenheit, zentrale Nachhaltigkeitsziele konkret zu verankern. Das Policy Briefing von Circular Berlin versteht sich als Impuls an Politik, Verwaltung und Verbände, die Gestaltungsspielräume eines fairen und zukunftsorientierten EPR-Systems ambitioniert zu nutzen.

Das Policy Briefing ist hier zum Download verfügbar.

Über Circular Berlin
Circular City - Zirkuläre Stadt e.V. (Circular Berlin) ist eine gemeinnützige Organisation, die den Wandel der Metropolregion Berlin und darüber hinaus hin zu einer zirkulären Wirtschaft vorantreibt. Durch Wissensvermittlung, Netzwerkaufbau, Pilotprojekte und Bildungsangebote gestaltet Circular Berlin die sektorübergreifende Circular-Economy-Agenda aktiv mit und arbeitet daran, einen Systemwandel zu ermöglichen und resiliente, regenerative Städte mitzugestalten.

Die Organisation kooperiert eng mit den Berliner Senatsverwaltungen für Umwelt sowie für Wirtschaft - ebenso wie mit Unternehmen, Start-ups und weiteren Akteuren aus dem Circular-Economy-Ökosystem. Im Fokus stehen ressourcenintensive Sektoren mit hohem Kreislaufpotenzial: Textilien und Mode, Bau und Stadtentwicklung, Produkt- und Materialdesign, Technologien sowie Ernährung und Biomasse.

Kontakt: Circular City - Zirkuläre Stadt e.V. (Circular Berlin) | aus 'ner mücke 'nen elefanten, Inga Mücke | hello@ingamuecke.com | www.circular.berlin



     
        
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