Garten-PV - Grüner Strom aus eigenem Anbau.

Expert*innen warnen vor populistischem Angriff auf nachhaltige Finanzmärkte

Die politische Attacke auf nachhaltige Finanzmärkte in den USA zeigt, wie sehr ESG-Investitionen mittlerweile ins Zentrum globaler Kapitalströme gerückt sind

Als Reaktion auf einen Beitrag in der Süddeutschen Zeitung vom 6. Februar 2025 kritisiert das Netzwerk Ökofinanz 21 e.V. die ideologisch motivierte Kampagne republikanisch regierter US-Bundesstaaten gegen ESG als wirtschaftlich kurzsichtig und gesellschaftlich verantwortungslos. Gleichzeitig fordert das Netzwerk eine bessere Regulierung und eine stärkere Fokussierung auf Impact Investing, um Greenwashing zu verhindern.

Nachhaltige Geldanlage als Sündenbock einer fossilen Agenda
© prawny, pixabay.comIn Texas, Florida und New Hampshire laufen massive Bestrebungen, ESG-Investitionen aus der öffentlichen Verwaltung zu verbannen. In einigen Fällen drohen sogar Haftstrafen für Investitionen nach ESG-Kriterien. "Diese politischen Angriffe kommen nicht zufällig: Sie sind das direkte Ergebnis der wachsenden Bedeutung nachhaltiger Geldanlagen. Die fossile Lobby und ihre Verbündeten fürchten die Konsequenzen, weil ESG-Kriterien längst zu einer echten Marktmacht geworden sind", sagt Marcus Brenken, Vorsitzender des Netzwerks Ökofinanz 21 e.V.

Greenwashing schadet ESG
Kritik an ESG gibt es jedoch auch aus der Finanzbranche selbst. Mangelnde Transparenz, inkonsistente Ratings und der Verdacht des Greenwashings haben das Vertrauen von Anleger*innen erschüttert. "Dass ESG nicht automatisch Nachhaltigkeit bedeutet, ist eine berechtigte Feststellung. Aber die Antwort darauf kann nicht sein, ESG abzuschaffen – sondern es endlich konsequent weiterzuentwickeln", so Brenken weiter.

Tatsächlich zeigt der Rückzug großer US-Finanzhäuser aus ESG-Klimabündnissen nach Trumps Wiederwahl, wie fragil das Bekenntnis mancher Investoren war. Das Netzwerk Ökofinanz 21 fordert daher eine klare Fokussierung auf Impact Investing, bei dem nachweisbare Wirkungen und nicht nur Risikobetrachtungen im Vordergrund stehen.

Europäische Regulierung muss praxistauglicher werden
Auch in Europa gibt es Handlungsbedarf. Die Offenlegungsverordnung (SFDR) sollte Investor*innen klare Orientierung bieten, hat sich aber durch übermäßige Komplexität als Hemmschuh für nachhaltige Finanzprodukte erwiesen. "Wir brauchen eine Regulierung, die Greenwashing verhindert, aber nicht nachhaltige Investments durch Bürokratie ausbremst. Weniger Komplexität, mehr Wirkung – das muss das Ziel sein", betont Brenken.

Fazit: Nachhaltige Finanzmärkte müssen sich weiterentwickeln, nicht abgeschafft werden.
Der Versuch, ESG-Investitionen politisch zu diskreditieren, geht an den ökonomischen Realitäten vorbei. Unternehmen, die Nachhaltigkeitsrisiken ernst nehmen, sind langfristig widerstandsfähiger. "Wer glaubt, dass wir Klimarisiken und soziale Herausforderungen einfach ignorieren können, spielt mit wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Instabilität. Nachhaltige Geldanlage ist nicht die Gefahr – sie ist ein Teil der Lösung", fasst Brenken zusammen.

Das Netzwerk Ökofinanz 21 e.V. setzt seit 2003 sich für eine Weiterentwicklung nachhaltiger Finanzmärkte ein und fordert eine klare, messbare und wirkungsorientierte ESG-Strategie, die langfristigen ökonomischen und gesellschaftlichen Nutzen bringt.

Kontakt: ökofinanz-21 e. V. – Netzwerk für nachhaltige Vermögensberatung, Gertrud Voggeneder | office@oekofinanz-21.de | www.oekofinanz-21.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
12
JUL
2026
IX. World Organic Forum 2026
Frieden neu denken!
74592 Schloss Kirchberg/Jagst
15
JUL
2026
Dialogkiosk / Dolce Città im Ruffini Mercato
Partizipative Werk.Stadt am Rindermarkt
80331 München
28
SEP
2026
Zertifikatskurs „Sustainability Management“
Wir verbinden Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit!
95447 Bayreuth
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Der Rummelplatz als Kulturgut
Christoph Quarchs Gedanken zur Volksfestzeit
Lassen Sie sich begeistern von einem Buch, das Hoffnung macht.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

BNW zum Gebäudemodernisierungsgesetz: Kaum Konsequenz trotz breiter Kritik

BEINAHE - Wenn Funktionieren zum Dauerzustand wird

Gefahr für europäische Schutzstandards

Sucht und Psyche sprechen dieselbe Sprache – nur die Systeme nicht

New Certificate Makes Fossil-Free Materials Competitive

Frieden neu denken!

KPX Chemical & Chinyang Polyurethane erschließen das Geschäftsfeld des Recyclings von Polyurethan-Weichschaum

500 Milliarden Euro und eine Hitzewelle später: Deutschland muss jetzt liefern

  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Engagement Global gGmbH
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • ZamWirken e.V.
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • WWF Deutschland
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • 66 seconds for the future