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Weltstadt mit Herz und Einwegverpackungsproblem – braucht München eine Verpackungssteuer?

Lückenhafte Umsetzung der Mehrwegangebotspflicht in München

Zwei Jahre nach Einführung der bundesweiten Mehrwegangebotspflicht veröffentlicht rehab republic e. V. seinen Bericht „Mehrweg in München – Angebot, Herausforderungen und Potenziale". In einer 2024 durchgeführten Bestandsaufnahme hat das Team in Münchner Gastronomiebetrieben nachgefragt, welche Mehrwegoptionen wie häufig angeboten und nachgefragt werden. Das Ergebnis: Lediglich 11 % der befragten Betriebe erfüllen die gesetzlichen Anforderungen vollständig und auch die Nutzungsquote überschreitet nur selten die 10-%-Hürde.

In München werden unter anderem täglich bis zu 190.000 Einweg-Kaffeebecher benutzt und entsorgt. © Pixaline, pixabay.comBerücksichtigt wurden dabei nicht nur (pfandbasierte) Mehrwegsysteme, sondern auch die Befüllung mitgebrachter Behältnisse wie Frischhaltedosen, Gläser oder Stoffbeutel. Die häufigere Nutzung dieser mitgebrachten Behältnisse unterstützt rehab republic mit dem bundesweiten Projekt Einmal ohne, bitte. Zusammen mit der Informationsplattform Mehrweg MUC deckt der Verein so mit gebündeltem Know-how das gesamte Themenspektrum „Müllvermeidung beim Lebensmitteleinkauf" ab. Und das ist dringend notwendig: In München werden unter anderem täglich bis zu 190.000 Einweg-Kaffeebecher benutzt und entsorgt (Quelle: AWM). Auf dem Weg zur Zero Waste City hat München also noch einiges vor sich.

Lückenhafte Umsetzung der Mehrwegangebotspflicht in München
Der Flut an Einwegverpackungen sollte die 2023 bundesweit eingeführte Mehrwegangebotspflicht eigentlich Einhalt gebieten. Doch ein Blick auf die Ergebnisse der Bestandsaufnahme von 2024 macht klar, dass dieses Ziel in München bisher nicht erreicht wurde. Zwar birgt die recht hohe Bereitschaft der Münchner Gastronom*innen zur Befüllung eigener Behältnisse ein großes Potenzial, doch beim betriebsseitigen Angebot von Mehrwegsystemen klafft eine große Lücke. Insbesondere bei Onlinebestellungen ist noch viel Luft nach oben. Es zeigt sich, dass es auf beiden Seiten hapert: Das Angebot und die Kommunikation seitens der Betriebe sind unzureichend. Diese wiederum führen ihre fehlenden Bemühungen auf die tatsächlich sehr geringe Nachfrage seitens der Kund*innen zurück.

Was kann München jetzt tun? 
Diese Beobachtung legt nahe, dass eine wirksame gesetzliche Verpflichtung nicht ohne entsprechende Kontrollen auskommt. Um einen zusätzlichen Anreiz zu bieten, empfiehlt es sich zudem, zeitnah den ökonomischen Hebel anzusetzen: Das ginge über eine Verpackungssteuer, wie sie beispielsweise in Tübingen erfolgreich vorgelebt wird. Die Betriebe selbst sollten ihre Kund*innen durch gut sichtbare Hinweise zur Nutzung von Mehrweg motivieren. Entsprechende Materialien sind auf mehrwegmuenchen.de verfügbar. Anhand dieser Maßnahmen werden alle in die Verantwortung genommen: die Kommune, die Betriebe und die Kund*innen. Das entspricht auch den Forderungen der bundesweiten Umsetzungsallianz mehrweg.einfach.machen, Mehrweg nicht nur entschieden zu fördern, sondern auch die gesetzlichen Vorgaben auszuweiten. Damit das Mehrwegangebot merklich ausgebaut und somit die Nutzung deutlich verstärkt wird, muss Mehrweg zum Standard werden; Einweg hingegen darf – auch wirtschaftlich – keine sinnvolle Alternative mehr darstellen.

 
Weitere Links:
  • rehab republic e. V. – Münchner Kreativkollektiv für positive Umweltkommunikation
  • Mehrweg MUC – die Mehrweginformationsplattform für München inkl. kostenloser Informationsmaterialien für Betriebe und Kund*innen
  • Einmal ohne, bitte – bundesweites Netzwerk für verpackungsfreies Einkaufen

Kontakt: rehab republic e. V., Charlotte Lachmann und Pamela Flores | mehrweg@rehab-republic.de | www.rehab-republic.de



     
        
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