Garten-PV - Stromkosten um fast 80 Prozent gesenkt!
Umwelt | Klima, 15.08.2024

Subventionsgutachten:

Mehr Geld für Klimaschädliches als für Klimafreundliches

Klimaschädliche Subventionen kosten den Staat Milliarden Euro und belasten das Klima. Neue Zahlen zeigen, dass klimaschädliche Finanzhilfen und Steuervergünstigungen den CO2-Ausstoß weiter erhöhen. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschafte fordert angesichts des fortschreitenden Klimawandels und der akuten Haushaltkrise dringend eine Reform der Subventionspolitik.
 
Die meisten klimaschädlichen Subventionen werden in Form von Steuervergünstigungen gewährt, z.B. für Diesel- und Dienstwagenprivileg © Alexander Fox | PlaNet Fox; Pixabay.comDas heute veröffentlichte Gutachten im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) beziffert den Umfang klimaschädlicher Finanzhilfen und Steuervergünstigungen auf 35,8 Mrd. Euro im Jahr 2020. Erstmals wurde systematisch die klimaschädliche Wirkung dieser Subventionen analysiert. Von 2023 bis 2030 summiert sich diese auf 156 Mio. Tonnen CO2-Emissionen. Das entspricht in etwa den jährlichen CO2-Emissionen des Verkehrssektors.

Die neuen Erkenntnisse verdeutlichen: Die meisten klimaschädlichen Subventionen werden in Form von Steuervergünstigungen gewährt, z.B. für Diesel- und Dienstwagenprivileg oder die Entfernungspauschale. Sie schaden sowohl dem Klima als auch dem Staatshaushalt, da sie prinzipiell unbegrenzt sind. Die Subventionspolitik der Ampelregierung bleibt also trotz einiger Verbesserungen hochgradig widersprüchlich und erhält uneindeutige Handlungssignale für Bürger:innen und Unternehmen.

Besonders alarmierend ist, dass immer noch deutlich mehr Geld für klimaschädliche Subventionen eingesetzt wird als für klimafreundliche. Das liegt auch daran, dass die beabsichtigte Zielsetzung und die tatsächliche Wirkung der Regelungen nicht durchgängig überwacht werden und zu entsprechenden Verbesserungen führen. Potenziale zur Einsparung von Emissionen und Geld sowie alternative Regelungen werden daher nicht ausreichend erkannt und umgesetzt. Für eine Subventionsreform ist das dringend erforderlich, damit die Haushaltsmittel volkswirtschaftlich effizient und effektiv für den Klimaschutz eingesetzt werden.

Matthias Runkel, Leiter Finanz- und Verkehrspolitik beim FÖS, kommentiert: "Die Zahlen des Gutachtens zeigen deutlich, dass die Bundesregierung finanzpolitisch gleichzeitig im Vorwärts- und im Rückwärtsgang fährt. Mit klimapositiven Regelungen erreicht sie bis 2030 voraussichtlich Emissionseinsparungen von über 250 Mio. Tonnen CO2. Wenn sie gleichzeitig kostspielige veraltete Steuervergünstigungen aufrechterhält, die Mehremissionen von 156 Mio. Tonnen CO2 verursachen, hat das Klima wenig gewonnen und die Allgemeinheit viel mehr als nötig bezahlt."

Carolin Schenuit, geschäftsführende Vorständin des FÖS, betont: "Angesichts der weiterhin milliardengroßen Haushaltslücke ist es jetzt an den Parlamentarier:innen, die umweltschädlichen Subventionen endlich auf die Agenda zu setzen. Welche Regelungen sind noch gerechtfertigt, welche sind überholt und sollten reformiert oder durch effektivere Maßnahmen ersetzt werden? Alle Einsparpotenziale für den Haushalt müssen sorgfältig geprüft werden, besonders wenn sie kontraproduktive Anreize für klimaschädliche Produkte und Verhaltensweisen enthalten. Diejenigen, die von den Änderungen betroffen sind, können durch Repurposing eingebunden werden. Das ist ein Umsteuern der Subventionsvolumen in transformationsfördernde Anreize und Maßnahmen."

Kontakt: Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft, Carolin Schenuit | carolin.schenuit@foes.de | www.foes.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken – Zusammen für das Gemeinwohl!
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
15
SEP
2026
Zukunft Personal Europe
Europas Leitmesse für die Welt der Arbeit
50679 Köln
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Wissenschaft & Forschung

Artemis und Orion
Christoph Quarch überlegt, was die Namensgebung über die aktuelle Mondmission sagen kann
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Ten Years of Impact

Start der Bewerbungsphase für den ESG Transparency Award 2026

Böden, Wasser, Waldbrand- und Lebensgefahr – forum zeigt Lösungen

Mehr Kreislaufwirtschaft im Textilsektor

In Kraft getretenes Vernichtungsverbot für Textilien und Schuhe

Neue Regeln für Textilbranche

Günstig durch das teure Reiseparadies

Sondervermögenstracker: Jeder fünfte Euro aus dem KTF ist nicht klimawirksam

  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Engagement Global gGmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • SUSTAYNR GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • WWF Deutschland
  • 66 seconds for the future
  • Global Nature Fund (GNF)
  • NOW Partners Foundation
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • ZamWirken e.V.
  • TÜV SÜD Akademie
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften