evoBuild - Zirkulär gedacht. Für Visionen gemacht.

Nachhaltige Hungerbekämpfung geht nur mit selbstbestimmter Teilhabe der Betroffenen

UN-Sonderberichterstatter legt Aktionsplan zur Verwirklichung des Rechts auf Nahrung vor

Anlässlich des 20. Jahrestags der UN-Leitlinien zur Verwirklichung des Rechts auf Nahrung hat der UN-Sonderberichterstatter Prof. Michael Fakhri eine Anleitung veröffentlicht, wie Staaten das Recht auf angemessene Nahrung umsetzen können.

© beasternchen, pixabay.comOberste Maxime müsse dabei sein, denjenigen Gruppen die selbstbestimmte Teilhabe an Entscheidungsprozessen zu ermöglichen, die am stärksten an den Rand gedrängt werden - Indigene, Kleinbäuer*innen, Hirtenvölker, ältere Menschen, Frauen, Landarbeiter*innen, Fischer*innen. Diese stünden an vorderster Front der Ernährungssysteme und hätten das beste Verständnis über die lokalen Probleme sowie deren Ursachen. Zudem liege das Wissen für nachhaltige Lösungen oft in den Gemeinden selbst. Die Widerstandsfähigkeit lokaler Ernährungssysteme während der Covid-19 Pandemie - im Gegensatz zu den instabilen globalen Agrarlieferketten - habe dies eindrucksvoll gezeigt. Die Regierungen sollten daher Räume für Dialoge schaffen, in denen die Stimmen dieser Gruppen zur Geltung kommen.

In einem nächsten Schritt sollen nationale Gesetze und Politiken dahingehend untersucht werden, inwiefern sie das Recht auf angemessene Nahrung achten, schützen und gewährleisten. Ergänzt um eine Analyse, wofür die Regierung wie viel Geld in Bezug auf das Recht auf Nahrung ausgibt, ergäbe sich so eine Übersicht über politische Prioritäten und Potenziale. Auf der Basis der Dialogergebnisse und der Politikanalyse könne anschließend eine öffentliche politische Debatte darüber geführt werden, welcher Reformen es bedarf, um den notwendigen Wandel herbeizuführen. Als Ergebnis dieses Dreischrittes sollte so ein nationaler Aktionsplan zur Durchsetzung des Rechts auf Nahrung erstellt werden. Dieser müsse die Pflichten des jeweiligen Staates klar benennen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hatte die Arbeit von Prof. Fakhri beauftragt. Zusammen mit dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veranstaltete es diesen Montag, am 10. Juni, ein Webinar zur Vorstellung der Studie. Neben dem UN-Sonderberichterstatter sowie den Staatssekretärinnen Bärbel Kofler (BMZ) und Ophelia Nick (BMEL) sprachen hierbei auch fünf Vertreter*innen kleiner Nahrungsmittelproduzent*innen aus dem Globalen Süden sowie Roman Herre von FIAN Deutschland.

Carson Kiburo vom Jamii Asilia Centre für die Rechte Indigener in Kenia lobte insbesondere Fakhris Forderung nach einer selbstbestimmten Teilhabe: "Wir sind es, die täglich für die Ernährung unserer Mitmenschen sorgen. Wir bringen eine Menge Expertise mit. Deswegen sollten wir auch darüber entscheiden dürfen, wie wir unsere Ernährungssysteme gestalten."

Saima Zia aus Pakistan von der Kleinbäuer*innenorganisation La Via Campesina betonte die Bedeutung nationaler Aktionspläne und internationaler Solidarität: "Mit der massiven Einfuhr von Weizen treibt unsere Regierung die Preise in den Keller. Gleichzeitig leidet Pakistan unter einer hohen Schuldenlast, weswegen der Staat alle finanziellen Unterstützungen für Kleinbäuer*innen streicht. Wir brauchen eine verantwortliche nationale und internationale Handels- und Schuldenpolitik."

Der Vertreter der deutschen Zivilgesellschaft, Roman Herre von FIAN Deutschland, äußerte sich erfreut über den partizipativen Ansatz der Veranstaltung: "Wir begrüßen es sehr, dass das BMZ den Rechteinhabenden eine zentrale Rolle in der Veranstaltung eingeräumt hat. Auch die Kooperation mit dem UN-Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung sehen wir als einen Meilenstein. Wir hoffen, dass dies ein Startschuss ist für die Stärkung der Rechteinhabenden und für eine engere Bindung der Arbeit des BMZ an die Menschenrechte."

Die Studie von UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Michael Fakhri, erscheint in Kürze. Bei Interesse senden wir sie gerne zu.

Kontakt: FIAN Deutschland e.V., Jan Dreier | j.dreier@fian.de | www.fian.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
23
NOV
2026
European Sustainability Week
Built on Trust. Driven by Insight. Focused on Impact. - Ticketrabatt für forum-Leser*innen
53639 Königswinter
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Digitalisierung

Ist die Demokratie im KI-Zeitalter noch zu retten?
Christoph Quarch hofft auf Europäische KIs, die systemisch denken und den Blick fürs Ganze haben
Munich Climate Week 2026
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.

Jetzt auf forum:

Alle sind aufgerufen, einen Atomkrieg zu verhindern

BN-Donauschifffahrt zeigt den Wert der frei fließenden Donau auf

Konkrete Gefahren für Betriebe

Ein Wochenende voller Musik, Kunst und Begegnung

11. Internationaler Bodentag zum Thema "Gesunder Boden: vom Acker zum Teller" am 18,/19. November 2026 in Neunburg v. Wald

EthioTrees ist das Leuchtturm-Projekt 2026

PLAN-B NET ZERO gewinnt zweiten PaaS-Kunden

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

B.A.U.M. Insights
  • Engagement Global gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SUSTAYNR GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Zendure DE GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • 66 seconds for the future
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • NOW Partners Foundation
  • ZamWirken e.V.
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • WWF Deutschland
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH