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Zukunftsbilder: So gelingt der Sprung ins Übermorgen

Wie zukunftsweisende Formen nachhaltigen Wirtschaftens realisierbar sind

Zukunftsweisende Formen nachhaltigen Wirtschaftens sind unumgänglich. Die alten haben eine erschöpfte Umwelt und erschöpfte Menschen hinterlassen. Die entscheidende Frage dabei: Wie können wir verantwortungsvolles Handeln und profitables Wirtschaften im Einklang bringen? Anne Schüller, Bestsellerautorin und Businesscoach, zeigt, wie dies gelingen kann.
 

Anne M. Schüller

Zukunft meistern
Das Trend- und Toolbook für
Übermorgengestalter
 
€ 29,90 (D) 
232 Seiten, gebundenes Buch

ISBN: 978-3-96739-181-7 
Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind keine lästigen Nebenziele, die womöglich den Profit schmälern. Vielmehr werden überprüfbar nachhaltig und glaubhaft faire Vorgehensweisen zu einem existenziellen Teil des Daseinssinns eines Unternehmens. Gute Gewinne sind dann das Ergebnis. Schlechte Gewinne werden auf Kosten der Umwelt und des Gemeinwohls gemacht. Gute Gewinne entstehen in Einklang mit Mensch und Natur. „Impact first" statt „Maximalprofit first" ist die Losung.

Die ohne „Impact first" sind in Gefahr. Der Druck der Öffentlichkeit, die Top-Talente, die Sustainable Employer favorisieren, die Kaufkraft der Kunden, Fördergelder und gesetzliche Interventionen sorgen dafür. Auch das Conscious Quitting, bei dem Mitarbeitende lautstark kündigen, wenn ihre Werte nicht mit denen des Unternehmens konform sind, breitet sich aus. Dabei geht es vorrangig um Klima- und Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und gelebte Diversität. Hinzu kommt der Druck einer neuen Generation von Unternehmern, die davon überzeugt sind und auch beweisen, dass Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind, sondern zusammengehen.

Vielen Unternehmen fehlt ein konkretes Zukunftsbild
Viele Unternehmen haben höchstens ein vages Bild davon, wer sie in Zukunft sein wollen und insofern auch keinen Prozess definiert, wie sie dorthin gelangen. So manches klingt, gerade auch in Bezug auf Nachhaltigkeit, mehr nach Absichtsgedöns statt nach einem konkreten Plan. Wer sich hingegen frühzeitig auf eine Zukunft vorbereitet, die kommen kann, ist besser gerüstet für die, die dann tatsächlich kommt. 

Simulierte Reisen in die Zukunft und wieder zurück ermöglichen fundierte Einsichten in weit vorausliegende Entwicklungen im Umfeld des Unternehmens und seines Geschäftszwecks. Die Verantwortlichen bekommen auf Basis potenzieller Begebenheiten ein feines Gefühl für Chancen und Risiken, können rechtzeitig Anpassungen vornehmen, mit Bedacht Weichen stellen und müssen seltener auf unerwartete Ereignisse reagieren. Stehen Entscheidungen an, können sie auf „Vorgedachtes" zurückgreifen sowie schneller und umsichtiger handeln.
 
Die Suche nach zukünftigen Wachstumsfeldern kann gar nicht früh genug beginnen. Umweltschutz, Ingenieurskunst und Digitalkompetenz wachsen dabei zusammen, weil es für „grüne" Technologien nicht nur Programmierung, sondern auch Apparate braucht. Dies ist eine landesweite Chance, in GreenTech und ClimateTech führend zu werden. Denn in der Ingenieurskunst, da sind wir groß. Durch branchenübergreifende Vernetzung wird es zu einer wahren Flut „grüner" Lösungen kommen. Hierdurch werden Millionen neuer Arbeitsplätze entstehen, sogenannte „Green Jobs", die die Menschen mit Sinn erfüllen.

Die 10 Schritte einer Zukunftszielbildplanung
Wer die Zukunft erreichen will, muss ein Bild davon haben, wer er in Zukunft sein will und was er dort tut. Hierzu verknüpft man bereits bekannte Trends mit mutmaßlichen Einflussfaktoren in Bezug auf Wirtschaft, Technologie, Umwelt, Politik, Arbeitswelt und Gesellschaft. Im Ergebnis geht es um eine differenzierte Sicht auf mögliche Zukünfte und die Handlungsfelder, die das Unternehmen daraus ableiten will und kann. 

Um dies in Gang zu bringen, empfehle ich folgende Schritte:
  1. Future Team zusammenstellen
  2. Eine Ausgangsfrage formulieren
  3. Die Zielzeitachse bestimmen
  4. Maßgebliche Trends erforschen
  5. Veränderungskräfte identifizieren
  6. Mögliche Szenarien entwickeln
  7. Future Personas konzipieren
  8. Passende Handlungsfelder fixieren
  9. Die Zukunftsstrategie definieren
  10. Umsetzungspläne initiieren
Schauen wir uns nun detaillierter an, wie das funktioniert.

Schritt 1: Die Future Taskforce zusammenstellen
Stellen Sie zunächst Ihre Future Taskforce zusammen. Diese ist crossfunktional, interhierarchisch, genderübergreifend, interkulturell und sowohl mit erfahrenen als auch mit jungen Leuten besetzt. Am besten involvieren sie im Vorfeld einen externen Profi, etwa einen Futurologen, der die maßgeblichen Trends mit den Teilnehmenden diskutiert und die jeweiligen Szenarien mitentwickelt. Die Erfahrung zeigt, dass firmeninterne Teilnehmer:innen unerwünschte Aspekte womöglich verharmlosen oder negieren, die erwünschten hingegen übertrieben optimistisch darstellen.

Schritt 2: Die Ausgangsfrage formulieren
Gleich zu Beginn wird eine Ausgangsfrage formuliert, etwa so: „In welcher Arbeits- und Lebenswelt werden wir uns im Zukunftsjahr X befinden?" Noch zielführender ist eine Konkretisierung. Zum Beispiel klingt das bei einem österreichischen Bauträger so: „Wie sieht die Lebenssituation Wohnen mit Blick auf Digitalisierung und Klimaaspekte in 20 Jahren in Wien aus und welche Einflüsse werden auf Bauträger, Hausverwaltungen und sonstige Teilnehmer im Immobilienmarkt wirken?"

Schritt 3: Die Zielzeitachse bestimmen
Die zu wählende Zeitachse ist je nach Branche verschieden. Zum Beispiel unterliegt die kurzlebige Modebranche ganz anderen Zeitzyklen als die sehr langfristig orientierte Bauwirtschaft. In aller Regel ist ein Zeithorizont von bis zu zehn Jahren sinnvoll.

Schritt 4: Die maßgeblichen Trends erforschen
Für diesen Schritt braucht es ausreichend Zeit und eine notwendige Menge an Vorlauf. Zunächst befassen wir uns mit den maßgeblichen Trends. Hierbei sind besonders die Langzeittrends von Bedeutung. Ergänzend sind die branchenspezifischen Trends zu betrachten. Wie Sie diese finden? Namhafte Consulting-Firmen, führende Futurologen und Zukunftsforschungsinstitute haben mithilfe wissenschaftlicher Methoden und computergestützter Simulationen Szenarien für eine Vielzahl von Industrien, Märkten und Lebenssituationen entwickelt, die teils kostenlos auf deren Webseiten abrufbar sind. Wenn es speziell um technologische Entwicklungen geht, ist der Gartner Hype Cycle von Interesse, der unter anderem den Reifegrad einer jeweiligen Technologie zeigt. Eigene Analysen, vertiefende Online-Recherchen, Insights aus fortschrittlichen anderen Branchen, Videos, Podcasts und Gespräche mit Zukunftsexperten und denen, die die neuen Technologien vorantreiben, bilden eine weitere Grundlage für die Vorausschau.

Schritt 5: Veränderungskräfte identifizieren
Hierzu betrachten wir die maßgeblichen gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen Einflüsse und die möglichen Triebkräfte, sogenannte Driving Forces, die von außen auf eine Branche und speziell auf das eigene Unternehmen langfristig einwirken können. Im Bereich des Wohnens sind das zum Beispiel: die Demografie, Zu- und Abwanderung, der Wohnbedarf, die Einkommenslage, gesetzliche Vorschriften, Infrastruktur, Smart City, Energieversorgung, Wasserversorgung, Verkehr, Büro- und Gewerbeflächen, Shoppingverhalten, Begrünung, Naturschutz, Sicherheit und vieles mehr.

Schritt 6: Mögliche Szenarien entwickeln
Bestimmen Sie nun die Szenarien, mit denen Sie sich ausführlich befassen wollen. Ich empfehle, drei Szenarien aufzusetzen, zum Beispiel diese:
  • ein Beste-aller-Welten-Szenario,
  • ein Sehr-wahrscheinlich-Szenario,
  • ein Schlimmster-Alptraum-Szenario.
Bilden Sie für jedes Szenario eine eigene Arbeitsgruppe. Wichtig: Bei der Entwicklung der Szenarien geht es um mögliche Verläufe, nicht um das für ein Unternehmen machbare. Und ja, dabei müssen wir uns auch mit Alptraum-Szenarien befassen, um Klarheit darüber zu gewinnen, welche Zukunft wir für uns ganz sicher nicht wollen.

Schritt 7: Future Personas konzipieren
Kreieren Sie für jedes Szenario eine Future Persona, die in diesem Szenario lebt. Personas sind realitätsnahe prototypische Stellvertreter einer Personengruppe. Im Zukunftsmanagement beschreibt ein Persona-Profil einen zwar fiktiven, aber dennoch charakteristischen Menschen und sein Umfeld im anvisierten Jahr. Es beschreibt typische Handlungen, Eigenschaften, Vorgehensweisen und Erwartungshaltungen. Stellen Sie sich dazu Fragen wie diese: In welcher Umwelt wird die prognostizierte Person im Zukunftsjahr leben? Wie wird sie arbeiten? Wo und wie wird sie kaufen und konsumieren? Von welchen Trends wird sie beeinflusst? Was sind die vorherrschenden Themen ihrer Zeit? Von welchem gesellschaftlichen Kontext ist sie umgeben, was wird dort wichtig sein und was sorgt für soziale Akzeptanz? Was wird diese Persona begeistern und was wird sie enttäuschen? Entwickeln Sie auf dieser Basis eine lebendige Story, die von einer Passage im künftigen Leben dieser Persona erzählt.

Schritt 8: Passende Handlungsfelder fixieren
Wählen Sie in diesem Schritt aus, mit welchem der Szenarien Sie sich näher befassen wollen. Die Teilnehmenden aus den nicht gewählten Szenarien stoßen dazu, um zu bereichern oder vor den Gefahren eines Alptraum-Szenarios zu warnen. Definieren Sie nun die Handlungsfelder, die sich für Ihr Unternehmen fortan ergeben.
 
Zukunftsszenarien mit Retropolation © Anne Schüller

Schritt 9: Die Zukunftsstrategie definieren
Zunächst geht es dann um das Zukunftszielbild des Unternehmens, welche Idealpositionierung es also in dieser Zukunft haben wird. Daraus wird eine Zukunftsstrategie abgeleitet. Dann werden die Etappenschritte definiert, die nötig sind, um die anvisierten Ziele zu erreichen. Um nicht der Gefahr zu erliegen, die Zukunft aus der Vergangenheit und Gegenwart heraus einfach fortzuschreiben, bedienen wir uns der Retropolation, auch Backcasting oder Regnose genannt. Dabei wird, ausgehend von der beschriebenen Zukunft im Zieljahr, in festgelegten zeitlichen Schritten rückwärtsgehend abgeleitet, was jeweils bis zu einem bestimmten Zeitpunkt getan sein muss, damit die gewünschte Zukunft Wirklichkeit werden kann. Zum Beispiel lautet die Frage im Fall eines Fünf-Jahres-Zeitraums: "Wenn wir in fünf Jahren ein Zielbild X erreichen wollen, welche Maßnahmen müssen in vier, drei, zwei, einem Jahr ergriffen worden sein, um dorthin zu gelangen?" Oder bei einem Alptraumszenario in zehn Jahren: „Welche Maßnahmen müssen in acht, sechs, vier, zwei Jahren ergriffen worden sein, damit uns das ganz sicher nicht passiert?"
 
Schritt 10: Umsetzungspläne initiieren
Nachdem die Handlungsfelder fixiert, Zukunftszielbild und -strategie definiert sowie die sich aus der Retropolation ergebenden Etappenschritte festgelegt sind, werden die notwendigen Umsetzungspläne entworfen. Auf diese Weise stolpern Unternehmen nicht länger durch die Umstände getrieben voran, sondern projektieren ihre Zukunft aus der Vorausschau heraus und in einem gesamtheitlichen Kontext. Achtung dabei: Zukunftsgerichtete Aktivitäten sind niemals Projekte mit Anfang und Ende. Sie befinden sich immer in einer Transition, dem Übergang zu etwas noch besserem Neuem. Insofern sind iterative Vorgehensweisen entscheidend, um zeitnah auf neueste Entwicklungen reagieren zu können. Denn sowohl die Ausprägung von Trends als auch die Reaktionen der Märkte darauf ändern sich laufend. 
Vorlage für das ''Future Canvas'' © Anne Schüller
Auf einen Blick: Ein Future Canvas erstellen
© Anne SchüllerFür die Gesamtschau lässt sich ein Future Canvas erstellen. Dies ist eine großformatige, einseitige Übersicht, auch Zukunftslandkarte genannt, die auf einen Blick die wesentlichen Elemente Ihrer strategischen Zukunftsarbeit sichtbar macht. Die in den einzelnen Feldern aufgezeigten Aspekte sind nicht fix, sondern werden hochflexibel an die fortschreitende Entwicklung angepasst. Die ausführlichen Details zu den einzelnen Aspekten können in einer separaten Dokumentation dargelegt werden. Die sich anschließende Umsetzungsplanung wird auf einem Maßnahmen-Canvas visualisiert.
 
Anne M. Schüller ist Managementdenkerin, Keynote-Speaker, mehrfach preisgekrönte Bestsellerautorin und Businesscoach. Die Diplom-Betriebswirtin gilt als führende Expertin für das Touchpoint Management und eine kundenzentrierte Unternehmensführung. Zu diesen Themen hält sie Impulsvorträge auf Tagungen, Fachkongressen und Online-Events. 2015 wurde sie für ihr Lebenswerk in die Hall of Fame der German Speakers Association aufgenommen. Beim Business-Netzwerk Linkedin wurde sie Top-Voice 2017 und 2018. Von Xing wurde sie zum Spitzenwriter 2018 und zum Top Mind 2020 gekürt.

Kontakt: Anne M. Schüller | info@anneschueller.com | www.anneschueller.de


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