Ist glasfaserverstärkter Kunststoff (GFK) nachhaltig?

Glasfaserverstärkte Kunststoffe (GFK) sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Das Material wurde Anfang des 20. Jahrhunderts für die industrielle Nutzung entdeckt und diente ursprünglich der Wärmedämmung von Häusern. Schon bald wurden weitere Anwendungsgebiete erschlossen und heute wird der Werkstoff unter anderem in der Luft- und Raumfahrt, in der Automobilindustrie, im Schiffbau und natürlich auch im Bauwesen eingesetzt.

Doch ist die Nutzung und die Herstellung von GFK auch nachhaltig? 
Diese Frage klären wir in diesem Beitrag! 

Was ist GFK?

© KBM GmbHGFK ist ein Verbundwerkstoff, der aus einer Polymermatrix und Glasfasern besteht. Die Matrix besteht in der Regel aus Epoxid-, Vinylester- oder duroplastischen Polyesterharzen. Das Harz sorgt für die Beständigkeit des Endprodukts gegen Umwelteinflüsse und Chemikalien, hält die Fasern in der Laminatstruktur zusammen und gibt dem GFK-Bauteil seine Form. Die Glasfasern sorgen für die Stabilität. Sie können zufällig verteilt oder geordnet sein. 

Der am häufigsten verwendete Glasfasertyp für GFK ist E-Glas, auch bekannt als Aluminium-Borosilikatglas. E-CR-Glas, das sowohl elektrisch als auch chemisch beständig ist, wird häufig für Anwendungen mit besonders hohen Anforderungen an den Säureschutz verwendet.
 

Wie nachhaltig ist GFK?

Das Nachhaltigkeitsbewusstsein in der Gesellschaft wächst stetig. Menschen aller Altersgruppen erkennen zunehmend die Bedeutung umweltbewussten Handelns und umweltbewusster Entscheidungen. Sie erkennen, dass sie etwas bewirken können, indem sie umweltfreundliche Produkte kaufen, Energie sparen und Abfall reduzieren.

Dieses Denken ist nicht nur bei den Endkonsumenten angekommen. sondern auch bei den Unternehmen und vor allem auch in der Baubranche. 

Hier kommen immer öfter auch Glasfaserverstärkte Kunststoffe zum Einsatz, wie beispielsweise GFK Gitterroste

Wie behauptet sich der Baustoff gegenüber anderen Baustoffen beim Thema Nachhaltigkeit?

Im Vergleich zu anderen Baustoffen wie Beton, Aluminium und Stahl wird nur sehr wenig Energie für die Herstellung der GFK-Elemente benötigt:
  1. Glasfaser spart 75% der Produktionsenergie im Vergleich zu Stahl.
    Da der Aushärtungsprozess exotherm ist (d.h. er entwickelt seine eigene Wärme), ist der Energieverbrauch pro produzierter Einheit extrem niedrig.
  2. Faserverbundkonstruktionen sind 75% leichter als Stahl. 
    Transport und Montage benötigen daher 50% weniger Energie.
  3. Das CO2-Äquivalent von GFK beträgt nur die Hälfte einer Betonbrücke und etwa ein Drittel einer Stahlbrücke. 
    Die CO2-Bilanz von GFK ist daher besonders niedrig.
  4. Bei der Produktion entstehen kaum schädliche Nebenprodukte.
  5. Die Herstellung von Grundharzen und Fasermatten hat nicht die negativen Auswirkungen auf die Umwelt wie Metalle, Stahl oder Aluminium.
  6. GFK-Abfall ist eine hochwertige Alternative für die Zementindustrie in Verarbeitungsanlagen, sowohl als Brennstoff als auch als mineralischer Rohstoff.
Dennoch gibt es einige negative Aspekte, um die man sich in der Zukunft noch kümmern muss. 

Hier ist vor allem die Entsorgung von GFK gemeint. 
© KBM GmbHDie Entsorgung von GFK-Produkten stellt eine Herausforderung dar, da sie nicht leicht abbaubar sind. Die Deponierung von GFK kann zu langfristigen Umweltproblemen führen, wenn sie nicht ordnungsgemäß behandelt wird. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um nachhaltige Entsorgungslösungen zu entwickeln.
 

Fazit

Obwohl GFK in vielen Nachhaltigkeits-Themen besser dasteht als andere vergleichbare Materialien, ist auch hier noch nicht alles perfekt. 

Vor allem in dem Themen Entsorgung und Recycling müssen Innovationen her, um den Baustoff noch nachhaltiger zu machen!


     
        
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