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Umwelt | Klima, 01.07.2023

Der Klimaschutz und seine absurden Diskurse

Der aktuelle Kommentar von Martin Köppel, Protect the Planet

Während die Klimakrise bereits Realität ist und unaufhaltsam  voranschreitet, sind die Diskurse in Deutschland nahezu absurd. Noch immer wird über fossile Heizungen diskutiert, obwohl klar ist: Es ist unverantwortlich, die Umstellung auf nachhaltiges Heizen weiterhin zu verschieben.

Ziviler Widerstand ist wichtig, sagt Martin Köppel. © Karolina Grabowska, pexels.com Manchmal ist es nicht einfach, hoffnungsvoll für mehr Klimaschutz zu kämpfen. Noch immer soll der energetische Unsinn mit E-Fuels für die Automobilindustrie "technologieoffen" vorangetrieben werden, obwohl wir alle wissen: Für echten und effektiven Klimaschutz taugen sie nicht!  Kürzlich hat dies auch Harald Lesch eindrücklich beleuchtet. Gleichzeitig entlarvt die Fernsehsendung „die Anstalt" die zahlreichen Verstrickungen der FDP mit Lobbyist*innen und Klimawandelleugner*innen.

Und noch immer werden Klimaaktivist*innen wie die der Letzten Generation vom Bundeskanzler als "völlig bekloppt" beschimpft und massiv und völlig überzogen kriminalisiert. Dabei ist klar, dass die wahren Kriminellen diejenigen sind, die die Produktion von fossilen Energien erhöhen und weiterhin in die Infrastruktur fossiler Energien investieren! Die Bundesregierung begeht wiederholt Rechtsbruch mit ihrer Untätigkeit angesichts der Klimakrise.

Die Wichtigkeit von zivilem Widerstand
Da wieder einmal versucht wird, die Methode des zivilen Widerstands zu delegitimieren, sollten wir uns noch einmal deutlich vor Augen führen, wie wichtig – und auch erfolgreich – ziviler Widerstand ist und dass das friedliche Aufbegehren gegen moralisches Unrecht ganz zentral für den Erfolg der Bewegungen von Mahatma Gandhi, Martin Luther King oder auch Nelson Mandela war! Und auch beim beinahe unbemerkt vonstatten gegangenen Aus der deutschen Atomkraft zeigt sich der Erfolg jahrzehntelangen zivilen Widerstands von ganz vielen Menschen.

China geht voran
Martin Köppel. © Protect The PlanetUm weiter an fossilen Projekten festzuhalten, wird oft mit "der Wirtschaft" argumentiert. Doch am Beispiel der Automobilindustrie zeigt sich: Das Verzögern von Klimaschutzmaßnahmen hilft nicht einmal der deutschen Wirtschaft. Bei der Automesse in Shanghai Mitte April wurde sehr deutlich, dass die überwältigende Masse der Elektrofahrzeuge verschiedener chinesischer Hersteller nicht nur in den Ausstellungshallen, sondern auch im alltäglichen Gebrauch angekommen sind. In China wurde inzwischen ein neues Zeitalter eingeläutet und die Dominanz westlicher Autohersteller beendet. Nach dem Abtritt der Weltmarktführerschaft in der Solarenergie an China schon vor Jahren droht nun einer zentralen Säule der hiesigen Wirtschaft dasselbe Schicksal.

Eines ist also klar: Angesichts der sich immer drastischer abzeichnenden Klimakrise und einer Regierung, die noch immer so agiert, als hätten wir noch alle Zeit der Welt, bleibt für uns alle weiterhin viel zu tun. Legen wir also los und machen wir mit voller Kraft weiter!

Dr. Martin Köppel ist Geschäftsführer der Klimaschutzorganisation Protect the Planet. Die NGO setzt sich dafür ein, die Klimakatastrophe zu verhindern und den Planeten lebenswert zu gestalten.
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