Der Umwelt zuliebe: Mehrwegpflicht ab Januar 2023

Gesetzesnovelle bringt große Veränderungen für Gastronomie und Einzelhandel

Weil allein in Deutschland jährlich 770 Tonnen Müll durch Take-away-Verpackungen anfallen, kommt ab Januar 2023 die Mehrwegpflicht für Gastronomen. Sie soll helfen, kostbare Ressourcen und die Umwelt zu schonen. Künftig müssen Gastronomiebetriebe und der Einzelhandel Mehrwegverpackungen verpflichtend als Alternative anbieten. Alle Einzelheiten dazu, was sich ändert, wer von der Regelung betroffen ist und wie man schon jetzt reagieren kann, erklärt Henrik Hoffmann, Key Account Manager beim Spültechnikspezialist Meiko. 

Henrik Hoffmann © MARKUS DIETZEAlle sogenannten letztvertreibenden Gastronomie-Unternehmen, die Speisen und Getränke zum Mitnehmen verpacken und verkaufen, sind betroffen. Zu diesen zählen beispielsweise Bistros, Restaurants und Cafés, aber auch der Lebensmitteleinzelhandel, wenn dort Frischetheken und Salatbars vorhanden sind. Von der Pflicht ausgenommen sind Betriebe, die weniger als 80 m² und fünf oder weniger Mitarbeitende haben. Letztere müssen Kund:innen lediglich anbieten, von diesen selbst mitgebrachte Gefäße zu befüllen. Ist die Verkaufsfläche kleiner als 80 m², die Filiale jedoch Teil einer Kette, gilt auch hier die neue Gesetzesänderung. 

Mehrwegsysteme - die Gastronomen haben die Wahl 
Betroffene Betriebe können sich für ein eigenes Mehrwegsystem entscheiden und eigene Behälter, beispielsweise aus Edelstahl, Kunststoff oder Glas, anschaffen. Auf lokaler Ebene kann sich der Zusammenschluss in einem Verbund für die gemeinsame Anschaffung lohnen. Dabei hat jedes Mitglied das gleiche Mehrweggeschirr im Umlauf und Kund:innen haben den Vorteil gleich mehrerer Anlaufstellen zur Rückgabe der Behälter. Es besteht aber auch die Möglichkeit, Mehrwegverpackungen über darauf spezialisierte Dienstleistungsunternehmen gegen ein Entgelt pro Nutzung oder einen pauschalen Mitgliedsbeitrag zu organisieren. 

Zentral vs. dezentral 
Ein wichtiger Aspekt, den Letztvertreibende berücksichtigen müssen, ist die ordnungsgemäße und hygienische Reinigung der Mehrwegbehältnisse. Große Gastronomiebetriebe oder Fastfoodketten haben es aufgrund ihrer wirtschaftlichen und logistischen Ressourcen hier vergleichsweise einfach. Sie können verschmutztes Geschirr abholen und an einer zentralen Stelle reinigen lassen. Das Problem der Lagerung innerhalb der Betriebe spielt daher kaum eine Rolle. Betriebe, die das Mehrweggeschirr vor Ort reinigen, müssen sich dagegen intensiver mit den Thematiken rund um Spülung, Trocknung und Lagerung befassen. Damit hier alle Hygienestandards eingehalten werden können, ist die wichtigste Voraussetzung eine vollständige und ordnungsgemäße Reinigung sowie Trocknung der Behälter. 

Mehrweggeschirr richtig reinigen 
Bei Fragen zu Spültechnik und Hygiene sollten Gastronomiebetriebe daher auf die Expertise der Anbieter solcher Technologien vertrauen. Je nach Material und Beschaffenheit gibt es unterschiedliche Anforderungen an das Zubehör professioneller Spülmaschinen. So gibt es spezielle Körbe für Mehrweggeschirr, die mit sogenannten Schrägstellern sicherstellen, dass Wasser und Reinigungsmittel alle Stellen am Behälter erreichen und dieser auch optimal trocknen kann. Auch für Mehrwegflaschen oder Becher gibt es eigene Körbe mit speziellen Düsen, die Wasser direkt in die Flaschen spritzen, um diese vollständig und rückstandslos zu reinigen. 

Energie- und ressourcenschonende Spültechnik 
Wegen des vermehrten Spül- und Trocknungsaufwands wird das Thema Energie- und Ressourcenschonung, gerade in Zeiten steigender Energiepreise, in Zukunft noch wichtiger. Investitionen in moderne Spültechnik zahlen sich mittel- und langfristig aus - und verknüpfen ökonomische Argumente mit dem Thema Nachhaltigkeit. 

Henrik Hoffmann, Key Account Manager bei der MEIKO Gruppe, ist seit mehreren Jahren erfolgreich in verschiedenen Positionen in der Gastronomiebranche tätig. Bei MEIKO verantwortet er seit einigen Jahren unter anderem die Erschließung neuer Geschäftsfelder sowie die Einführung neuer Produktlinien und entwickelt durch Marktbeobachtung und -auswertung neue Geschäftsstrategien. 
 
Kontakt: MEIKO Deutschland, Henrik Hoffmann | info.de@meiko.de | www.meiko.de 


     
        
Cover des aktuellen Hefts

forum Nachhaltig Wirtschaften heißt jetzt forum future economy

forum 01/2026

  • Zukunft bauen
  • Frieden kultivieren
  • Moor rockt!
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
17
JAN
2026
INNATEX
Internationale Fachmesse für nachhaltige Textilien
65719 Hofheim-Wallau
29
JAN
2026
Symposium Bau Innovativ 2026 - Zukunft gestalten, heute handeln!
Das Branchen-Event für alle, die Innovationen mitgestalten wollen.
92339 Beilngries
10
FEB
2026
E-world energy & water
Der Branchentreffpunkt der europäischen Energiewirtschaft
45131 Essen
Alle Veranstaltungen...
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Klima

Wenn Klimaschutz nur der Ökonomie schadet...
Christoph Quarchs Überlegungen zur Generationengerechtigkeit
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Gentechnik: Europas Bürgerinnen und Umwelt schützen!

Klimaschutzprogramm: Potenzial nur ohne Kompetenzgerangel

circulee und CHG-MERIDIAN gewähren Einblick hinter die Kulissen der zirkulären IT

Bauen mit Holz im urbanen Raum

Um das 41-fache verschätzt

E-world energy & water, 10.-12. Februar 2026 in Essen

Deutsche Zivilgesellschaft kritisiert die Unterzeichnung des umstrittenen EU-Mercosur-Abkommens scharf

Stromausfall: Risiko minimieren und rechtzeitig vorsorgen

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Engagement Global gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • circulee GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • toom Baumarkt GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Global Nature Fund (GNF)
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften