Unfaire Preise verschärfen Situation von Kakaobäuerinnen und Kakaobauern in Westafrika

Während Schokoladenkonzerne Gewinne verzeichnen, können Kakaobäuerinnen und Kakaobauern nicht ihre Produktionskosten decken

Keines der marktführenden Schokoladenunternehmen in Deutschland zahlt einen existenzsichernden Kakaopreis. Das zeigt eine Verbraucheraktion von INKOTA. Ferrero, Stollwerk und Storck ignorierten die Verbraucheranfragen. Die Antworten von Lindt, Mars, Mondelez, Nestlé und Ritter Sport sind enttäuschend.

© Elisafalla, pixabay.com"Die jahrelange Ungerechtigkeit im Kakaosektor setzt sich weiter fort, während sich die Situation von Kakaobauern immer weiter verschärft. In Kakaoanbauländern sind die Kosten für Düngemittel, Transportkosten und Nahrungsmittel rasant gestiegen und immer mehr Menschen sind in ihrer Existenz bedroht. Schon vor den Krisen hätte der Kakaopreis in der Côte d'Ivoire etwa zwei- bis dreimal höher sein müssen, um existenzsichernd zu sein. Armut ist die Hauptursache für Kinderarbeit im Kakaosektor. Die Antworten der Schokoladenunternehmen auf die Verbraucheranfragen, lassen Zweifel aufkommen, ob Unternehmen ernsthaft Menschenrechtsverletzungen im Kakaosektor beenden wollen", erklärte Keshia Acheampong, Kampagnenkoordinatorin beim INKOTA-Netzwerk. 

Das Recherche-Institut BASIC berechnete erstmals, wie sich Gewinne entlang der Schokoladenlieferkette verteilen. Bei einer Tafel Schokolade verbleiben 65 % der Gewinne entlang der Lieferkette beim Lebensmitteleinzelhandel und 23 % bei den Schokoladenunternehmen. Der Rest verteilt sich auf die Vermahlung und den Transport. "Kakaobauern erwirtschaften keine Gewinne und können zum Großteil noch nicht einmal ihre Produktionskosten decken. Wenn wir diese Ungerechtigkeit nicht länger hinnehmen wollen, müssen die Gewinne in der Lieferkette fairer verteilt werden. Alternativ müsste Schokolade um wenige Cents teurer werden.", erklärt Keshia Acheampong. 

Der weltweite Umsatz mit Schokoladenprodukten beläuft sich schätzungsweise auf 110 Milliarden US-Dollar im Jahr. Mit ca. 11 Kilogramm Schokoladenverzehr pro Kopf im Jahr ist Deutschland einer der wichtigsten Schokoladenmärkte weltweit. Marktführer von Tafelschokoladen sind Milka und Ritter Sport gefolgt von Lindt. Die beiden wichtigsten Exportländer von Kakao für Deutschland sind die westafrikanischen Länder Côte d'Ivoire und Nigeria. 

INKOTA koordiniert die Kampagne "Make Chocolate Fair!", die mit Verbraucheraktionen die Zahlung fairer Kakaopreise von den Schokoladenunternehmen fordert und sich für die Einhaltung von Menschenrechten in der Kakaolieferkette einsetzt. Seit April haben rund 2.600 Menschen bei acht großen Markenherstellern nachgefragt, welchen Preis sie für Kakao zahlen und ob dieser den Bäuerinnen und Bauern ein menschenwürdiges Einkommen ermöglicht. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich bis Ende des Jahres noch an der Aktion beteiligen. 

Weitere Informationen

Kontakt:  INKOTA, Keshia Acheampong | acheampong@inkota.de | www.inkota.de


     
        
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