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Corporate Social Responsibility

Wo stehen Ostschweizer Unternehmen?

CSR-Konzepte sind in Großunternehmen weit verbreitet, doch wie gehen kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) mit der Thematik um? Das IOL Institut für Organisation und Leadership der Ostschweizer Fachhochschule OST untersuchte im Rahmen einer Diplomarbeit die Relevanz und Verbreitung von CSR in Ostschweizer KMU.

Verantwortung für die Erde und die Gesellschaft zu übernehmen, ist den Unternehmen zunehmend wichtig. © geralt, pixabay.com
Gemäß dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO steht CSR für die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen in Bezug auf die Auswirkungen ihrer unternehmerischen Tätigkeit auf Gesellschaft und Umwelt. Auch KMU sind aufgrund der ökonomischen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen gefordert, sich eingehend mit der Thematik zu befassen. Sie stehen mit ihren beschränkten Ressourcen vor der Frage, wie eine ganzheitliche und pragmatische Herangehensweise gelingen kann.
 
Anhand einer quantitativen Onlinebefragung sowie Experteninterviews evaluierte die Ostschweizer Fachhochschule aktuelle Herausforderungen und Entwicklungspotenziale bei Ostschweizer KMU. 147 CEOs, Verwaltungsräte und Kaderpersonen beteiligten sich im Frühling 2022 an der Erhebung. Nachfolgend werden einige zentrale Erkenntnisse und Implikationen beschrieben.

Verständnis und Relevanz von CSR in KMU
Abbildung 1: Bewertung CSR-Dimensionen aus KMU-Sicht
Abbildung 1 veranschaulicht eine zusammenfassende Beurteilung verschiedener CSR-Dimensionen durch die befragten Unternehmen. Als positiv zu werten ist das Erkennen der Bedeutsamkeit von CSR für das eigene Unternehmen. 78 Prozent der Befragten gaben an, dass CSR für ihr KMU eher relevant oder sehr relevant ist. Hierbei hat die Geschäftsleitung als CSR-Initiator zu agieren und dem Thema die notwendige Bedeutung zuzuschreiben, um eine nachhaltige Wirkung herbeizuführen. Bei der Frage, weshalb CSR zu betreiben ist, werden intrinsische Motive wie die Übernahme sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung sowie ethische Motive in den Vordergrund gestellt.

Das CSR-Verständnis sowie der CSR-Reifegrad weisen demgegenüber Optimierungspotenzial auf. Die Resultate zeigen, dass mehr als die Hälfte der Befragten zwar CSR-Bausteine im Unternehmen integriert hat, diese jedoch über keine Systematik verfügen. Zudem hatte zum Befragungszeitpunkt lediglich etwa jedes zehnte Unternehmen eine CSR-Strategie ausformuliert. Trotz der hohen Bedeutung der Thematik gaben 70 Prozent an, dass in ihrem KMU keine CSR-Verantwortung definiert ist.

In Bezug auf die größten Hindernisse steht die Ressourcenfrage im Vordergrund. Die fehlenden personellen und finanziellen Mittel sowie mangelnde Kenntnisse im Bereich CSR sind die wesentlichen Hürden für eine CSR-Implementierung. Bei 82 Prozent der Befragten existiert kein CSR-Budget. Die schwierige Wirksamkeitsmessung sowie rechtliche und bürokratische Hürden stellen zusätzliche Erschwernisse dar.

Kooperationsmöglichkeiten mit Hochschulen
Aufgrund der begrenzten Ressourcen sind KMU besonders auf Unterstützung von Hochschulen als Ideengeber und Wissensvermittler angewiesen. Aus diesem Grund wurden auch Kooperationspotenziale entlang der vier Leistungsbereiche evaluiert.

Abbildung 2: Mögliche Hochschulkooperationen im Bereich CSRPraktische Handlungstipps für Entscheidungsträger
Zur Übernahme unternehmerischer Verantwortung gibt es nicht den einen richtigen Weg. Wichtig ist, zu beginnen. So können KMU sich zunächst auf ihre Stärken konzentrieren und erste CSR-Projekte in diesen Bereichen initiieren. Entscheidungsträger können beispielsweise Ihre Lieferanten zur Einhaltung von Sozialstandards qualifizieren oder eine umweltfreundliche Reiserichtlinie erstellen. Langfristig ist CSR-Engagement jedoch nur wirksam und kommunikativ glaubwürdig, wenn es als Teil der Gesamtstrategie verankert ist und somit alle Unternehmensbereiche umfasst. Vier praktische Tipps:
  1.  Werden Sie sich über Ihre eigene Motivation und Ziele zum CSR bewusst.
  2.  Verankern Sie CSR in der Unternehmensstrategie und bilden Sie Ihr Engagement in Prozessen und Verantwortlichkeiten ab.
  3.  Orientieren Sie sich an internationalen Rahmenwerken wie den globalen Nachhaltigkeitszielen und definieren Sie Massnahmen für Ihre Geschäftstätigkeit.
  4.  Seien Sie transparent in Ihren Vorhaben und kommunizieren Sie mit Ihren Stakeholdern
 
Daniel Jordan ist Projektleiter am IOL Institut für Organisation und Leadership. Er beschäftigt sich in seiner Beratungs- und Forschungstätigkeit schwerpunktmäßig mit den Themen unternehmerische Nachhaltigkeit, Freiwilligenarbeit und zivilgesellschaftliches Engagement sowie Markt- und Unternehmensanalysen.

Dr. Michael Gino Kraft ist Dozent für Qualität und Nachhaltigkeit am IOL Institut für Organisation und Leadership. Er beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der nachhaltigen Transformation von Organisationen. Er unterrichtet Themen aus den Bereichen Führung, Projektmanagement und Qualitätsmanagement.
 
Mithulan Muralitharan verfasste die Diplomarbeit "Wo stehen Ostschweizer KMU im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR)?" im Rahmen seines Wirtschaftsstudiums an der OST. Er möchte mit dieser Arbeit dazu verhelfen, dass die Thematik der nachhaltigen Entwicklung weiterhin an Aufschwung erfährt.


     
        
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