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Tag der Pflanzengesundheit am 12. Mai

Kompetenzzentrum an unibz forscht an Lösungen für Herausforderungen in Land- und Forstwirtschaft

Der Schutz von Pflanzen ist ein wichtiger Beitrag, um Hunger und Armut in der Welt zu bekämpfen, Biodiversität zu bewahren, aber auch wirtschaftliche Entwicklung zu fördern: mit dieser Botschaft wird am 12. Mai der von der UN ausgerufene Internationale Tag der Pflanzengesundheit begangen. An der Freien Universität Bozen wird dieses Anliegen 365 Tage im Jahr verfolgt: am Kompetenzzentrum für Pflanzengesundheit wird interdisziplinär und in enger Zusammenarbeit mit Südtiroler Stakeholdern an Lösungen für Herausforderungen in der Südtiroler Land- und Forstwirtschaft in diesem Bereich geforscht. 
 
Teams des Kompetenzzentrums für Pflanzengesundheit. Von links nach rechts: Lorenza Colato, Fabrizio Mazzetto, Mauro Maver, Tanja Mimmo, Lorenzo Becce, Guido Orzes, Hannes Schuler, Luisa Petti und Renato Vidoni. © Freie Universität Bozen – Libera Università di Bolzano
Pflanzen bilden eine wesentliche Basis für die menschliche Gesundheit, aber auch für das Gleichgewicht auf unserem Planeten: allein unsere Nahrung und der Sauerstoff, den wir atmen, hängen zu 80 bzw. 98 % von Pflanzen ab. Und doch gefährden der Klimawandel und andere Folgen menschlicher und wirtschaftlichen Aktivitäten diese wichtige Basis unseres Überlebens, wird am Internationalen Tag der Pflanzengesundheit in Erinnerung gerufen. Allein durch Pflanzenschädlinge und -krankheiten, die sich durch den internationalen Reise- und Handelsverkehr immer stärker verbreiten, gehen alljährlich bis zu 40 % aller Nutzpflanzen oder deren Erträge verloren. 

Am Kompetenzzentrum für Pflanzengesundheit der Freien Universität Bozen hilft ein interdisziplinäres Team unter Leitung von Prof. Tanja Mimmo von der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik dabei, den Einfluss sogenannter abiotischer Umweltfaktoren (Bodenqualität und chemische Beschaffenheit, Wasser, Licht oder Temperatur) und biotischer Umweltfaktoren wie andere Lebewesen und Pflanzen auf Pflanzen noch besser zu verstehen. „Gerade vor dem Hintergrund der Klimaveränderungen brauchen wir einen interdisziplinären Zugang und eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und den verschiedenen Stakeholdern in diesem Bereich, um Lösungen für die immer größeren Herausforderungen in Land- und Forstwirtschaft zu finden", sagt die Professorin für Agrarchemie mit den Arbeitsbereichen Bodenchemie und Pflanzenernährung. 
 
Weitere Mitglieder des Kompetenzzentrums sind der Entomologe Prof. Hannes Schuler, der vor allem im Bereich invasiver Schädlinge und der Übertragung von Pflanzenkrankheiten durch Insekten forscht, Spezialisten für Mechatronik, Robotik und Maschinenbau wie Prof. Renato Vidoni und Prof. Guido Orzes und der Professor für Agrarmechanik Prof. Fabrizio Mazzetto. Er kann im Agroforestry Innovations Lab im NOI Techpark über Sensoren genaueste Messungen der Abdrift von Pflanzenschutzmitteln vornehmen. Elektrotechnikerin Prof. Luisa Petti bringt mit Know-how im Bereich Sensortechnik und Nanotechnologie wiederum die Voraussetzung für die Entwicklung neuer Technologien in das Kompetenzzentrum – wie innovative Komponenten, die in Pflanzen eingesetzt werden, um beispielsweise den Bedarf an Wasser oder Nährstoffen anzuzeigen und Stressfaktoren zu messen. 
 
Ebenso breit wie die Kompetenzen sind auch die Projekte am Kompetenzzentrum für Pflanzengesundheit: vom Projekt eDNA, in dem mit Eurac Research im Rahmen des Biodiversity Monitorings Südtirol erforscht wird, wie sich die Ausbringung von Kupfer auf die Böden bewirtschafteter Obstanlagen in Südtirol auswirkt, bis hin zur genetischen Analyse von Borkenkäfern, die helfen soll, den ökonomisch wie ökologisch problematischen Befall mit diesem Schädling besser vorhersagen und damit auch verhindern zu können. 
 
Ein zentrales Anliegen aller Projekte ist nicht nur die enge Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen wie dem Versuchszentrum Laimburg, Eurac Research oder auch der Boku Wien. Einen engen Austausch und Kooperationen gibt es auch mit wichtigen Playern der Südtiroler Apfelwirtschaft wie dem Südtiroler Apfelkonsortium, VOG und VI.P, Bioland oder dem Südtiroler Beratungsring. Mit dem Südtiroler Apfelkonsortium startet in Kürze ein Projekt, in dem erforscht wird, welche Auswirkungen verschiedene Einsaaten im Apfelanbau auf die Bodenqualität und vor allem auf die Speicherung von Kohlenstoff im Boden hat. Auf dem aktuellen Programm des Kompetenzzentrums steht auch eine gemeinsame Tagung mit dem Versuchszentrum Laimburg: auf dem Südtiroler Bodensymposium wird es am 27. Mai 2022 von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr um die Bedeutung und das Management von Humus in landwirtschaftlichen Böden mit Fokus auf Südtirol gehen. Eine Anmeldung zum Südtiroler Bodensymposium ist noch bis 23.05.2022 möglich. 
 
Kontakt: Freie Universität Bozen – Libera Università di Bolzano | press@unibz.it www.unibz.it


     
        
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