Facetten der Nachhaltigkeit

Unternehmen können in vielen Bereichen aktiv werden – die ­beste Zeit ist JETZT!

Es gibt vielfältige unternehmerische Aktionsmöglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit und Innovation in den Bereichen Energie- und Ressourceneinsparung, Abfallvermeidung, Transportoptimierung, bessere Produkte oder Klimaschutz in der Lieferkette. Empfehlenswert sind hier auch Partnerschaften, das Engagement gewinnt dadurch zusätzlich an Dynamik. 
 
© Dennis Möbusforum präsentiert in dieser Sonderveröffentlichung die Aktivitäten und ausgewählte Kooperationen von Procter & Gamble und lädt damit ein zur Diskussion und Nachahmung.

Klimaschutz ist ebenso eine globale Herausforderung wie der Schutz der Biodiversität oder der Kampf gegen Plastikverschmutzung, Ressourcenverschwendung, Desertifikation und Wasserknappheit.

Letztlich hängt alles mit allem zusammen. Da hilft nur eines: sofortige und vielfältige Veränderungsschritte auf der einen Seite und ein Systemwandel auf der anderen.

Einsparung von Treibhausgas (THG) durch Energieeffizienz und erneuerbare Energie
Beginnen wir mit Treibhausgaseinsparungen in der Produktion: Von 2010 bis 2021 hat Procter & Gamble (P&G) durch Energieeffizienz und erneuerbaren Strom eine 56-prozentige Reduzierung der Scope 1 & 2 Treibhausgasemissionen weltweit erreicht. „Wir nähern uns unserem Ziel für 2030, weltweit 97 Prozent und in Europa 100 Prozent Ökostrom zu beziehen", erklärt Melanie Fischer, bei P&G zuständig für Nachhaltigkeitskommunikation. Dafür hat das Unternehmen gerade einen 15-Jahres-Stromabnahmevertrag über 127,5 Megawatt aus erneuerbaren Energien unterzeichnet. Damit entstehen zwei neue Energieparks in Spanien, die mehr als 100.000 Haushalte versorgen können, was fast 40 Prozent des Bedarfs von P&G Europe an erneuerbarem Strom entspricht.

Das Null-Emissionsziel soll auch direkt in den Betrieben erreicht werden. Dazu wurden weltweit vier „Net Zero Pilotfabriken" ausgerufen, drei davon in Europa in Spanien, Tschechien und Frankreich. Dort werden unter anderem Wasser- und Energietechnologien erprobt, die es einem Standort ermöglichen, „Netto Null" zu erreichen.

THG-Einsparung durch Müllvermeidung bei der ­Verpackung
© Procter & GambleWas hat Plastik mit CO2 und Klimaschutz zu tun? Nun, Plastik wird aus Erdöl produziert und bei der Herstellung werden eins zu eins CO2-THG-Emissionen freigesetzt. Daher ist der Einsatz von Rezyklaten anstelle von Neukunststoff wichtig. P&G hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 fünfzig Prozent Neuplastik in Verpackungen pro Jahr einzusparen. Aktuell setzt man dafür auf 100 Prozent Rezyklate in den Produktverpackungen von Lenor-Weichspüler und -Wäscheduft, Fairy-Handgeschirrspülmittel, Herbal Essences, und Pantene Pro V. Ab Sommer 2022 erfolgt der Umstieg dann für Head&Shoulders. Auch Papier und Karton erleben eine Renaissance: Always nutzt eine recycelbare Papierverpackung anstelle des Folienbeutels, die Verpackungen der Gillette- und Gillette-Venus-Systemrasierer bestehen aus Karton und das Gillette- und Always-Verkaufsdisplay bei Lidl ist aus einer innovativen, in Deutschland angebauten Silphie-Pflanze hergestellt.

Daneben gibt es auch systemische Innovationen, wenn es um das Thema Verpackungen geht. So beispielsweise das Refill-the-Good-Nachfüllsystem im Hair-Care-Bereich oder die mit Partnern aus Logistik, Handel und Herstellern entwickelte GS1-Transportbox (siehe Kasten Kooperationen).

THG-Einsparungen in Logistik und ­Mobilität
Neben Produktion und Verpackung ist auch der Transport wichtig. „Auch hier haben wir uns ein großes Ziel gesetzt", erklärt Melanie Fischer, „bis 2030 werden wir unsere Transporteffizienz der Fertigprodukte, ausgehend vom Basisjahr 2020, um 50 Prozent verbessern, also die THG-Emissionen pro transportierter Tonne und Kilometer um 50 Prozent reduzieren. Wir arbeiten dazu eng mit Spediteuren zusammen, um Leerfahrten zu vermeiden. Zudem trägt auch eine Optimierung der Produkteigenschaften dazu bei, die Transportemissionen zu reduzieren. Kompaktierung ist hier das Schlüsselwort. Damit werden weniger Wasser und mehr Wirkstoffe transportiert."

THG-Einsparungen durch ­verbesserte Produkte und ­bewusstere Nutzung
© Procter & Gamble
Wenn es um CO2-Einsparungen geht, können Hersteller viel tun. Gleichzeitig zahlen Optimierungen in Produktion und Logistik nur auf einen Teil der Ökobilanz ein. Bei manchen Produkten spielt die Gebrauchsphase die entscheidende Rolle. So zum Beispiel beim Wäschewaschen. Ariel hat deshalb die Aufklärungskampagne „Jedes Grad zählt" gestartet. Sie soll die Menschen dazu motivieren, bei niedrigeren Temperaturen zu waschen. Denn nicht allen ist bewusst: Im europäischen Durchschnitt gehen 60 Prozent des ökologischen Fußabdrucks auf das Konto des eigentlichen Waschzyklus. Ursächlich dafür ist vor allem das Erhitzen des Wassers. Ariel hat daher Waschmittel entwickelt, die sich in besonderem Maße für das Waschen bei niedrigeren Temperaturen eignen. Ein Waschgang bei 30 Grad Celsius statt bei 40 Grad Celsius spart bis zu 35 Prozent Strom und reduziert damit die CO2-Emissionen nachhaltig. In Europa liegt die durchschnittliche Waschtemperatur jedoch noch bei 42,6 Grad Celsius. Würden alle Haushalte bei 30 Grad Celsius waschen, könnten pro Jahr 3,5 Millionen Tonnen CO2eingespart werden. Dies wäre ein wertvoller Beitrag für den Klimaschutz.

Gemeinsam stark: Wassers­paren fürs Klima
Nicht nur THG-Emissionen müssen reduziert werden, auch der Wasserverbrauch geht uns alle an. „Kreislaufführung von Wasser in der Produktion ist uns extrem wichtig", leitet Gabriele Hässig auf dieses Thema über. „Wir haben bereits 2015 eine Senkung des Wasserverbrauchs in den Produktionsanlagen um 20 Prozent pro Produktionseinheit erreicht und legen einen besonderen Fokus auf Wassereinsparungen in Gebieten mit Wasserknappheit." Im vergangenen Jahr erzielte P&G so eine Reduzierung von 25 Prozent pro Produktionseinheit. Bereits jetzt werden dazu mehr als drei Milliarden Liter Wasser aus Kreislaufquellen eingesetzt. Aber auch beim Wasser sind die Verbraucher*innen gefragt. Zum Beispiel beim Befüllen der Wasch- und Geschirrspülmaschinen, durch Wasserspararmaturen oder beim Duschen. Und ein Vollbad verbraucht nicht nur jede Menge Wasser (durchschnittlich 150 Liter) sondern gar die Energie von vier Vollwaschgängen bei 60 Grad Celsius oder zwölf Waschgängen bei 30 Grad Celsius.

Durch Kooperation die Chancen jetzt ­ergreifen!
Die Welt muss bis allerspätestens 2050 Netto-Null-THG-Emissionen erreichen, um zu verhindern, dass die globale Erwärmung 1,5 Grad Celsius signifikant überschreitet und der Anstieg des Meeresspiegels katastrophale Ausmaße annimmt. Auch P&G-Werke können von Hochwasser betroffen sein. Klimaschutz liegt also auch im ureigenen Interesse des Unternehmens.

„Als Unternehmen, das täglich mit Milliarden von Verbraucher*innen in Berührung kommt, haben wir die wichtige Aufgabe, unsere Versorgungskette auf Netto Null umzustellen", betont Virginie Helias, Chief Sustainability Officer bei P&G. „Die Vision des Netto-Null-Programms ist es, skalierbare und modulare Lösungen mit einem Baukastenansatz bereitzustellen, um eine vollständig kreislauffähige Wasser- und THG-Absolut-Null zu erreichen. Das Ziel der Modularität und Skalierbarkeit soll nicht nur allen Geschäftsbereichen und Regionen von P&G dienen, sondern als Lösungsportfolio für die gesamte Industrie, Wettbewerber und Partner zur Verfügung stehen."

Meilenstein 2030: Netto-Null auch in den Lieferketten!
Das Netto-Null-Programm ist somit auch eine bedeutende Geschäftsmöglichkeit für Lieferanten der mehr als 200 P&G-Standorte und der über 1.000 Produktionsstätten in der Branche. Um die Vernetzung zu stärken, wurde im Dezember 2020 der Ambition 2030 Accelerator Summit ins Leben gerufen. Mehr als 50 Branchenführer aus den Bereichen Wassereinsparung und -wiederverwendung, Wassererzeugung vor Ort, Reinigung und Desinfektion, Dekarbonisierung, Elektrifizierung, CCUS (Carbon Capture Use and Sequestration) und erneuerbare Wärme sowie Geothermie nahmen daran teil. Das Ziel sind konkrete Partnerschaften in der Lieferkette, um die Kreislaufwirtschaft in den Bereichen Klima, Wasser und Abfall voranzutreiben. Um das Innovationstempo zu forcieren, hat P&G zusätzlich ein Product Supply Innovation Center in Kronberg in Deutschland eingerichtet, in dem lokale Lieferanten, Technologieunternehmen und Universitäten gemeinsam skalierbare Lösungen für die Optimierung der Lieferkette in Sachen Nachhaltigkeit entwickeln (siehe auch der Beitrag 'Kooperation ist Programm').
 
Kontakt: Procter & Gamble Service GmbH | unternehmensinfo.im@pg.comhttps://de.pg.com

Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2022 ist erschienen. Schwerpunkt: Energiewende - Was wäre, wenn? erschienen.



     
        
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