Klimakompatible Betriebsabläufe
Der Weg zu einem zeitgemäßen Emissions-Management
Bei der Planung des betrieblichen Klimamanagements stellt sich die Frage nach dem Begründungszusammenhang. Warum sollte das Einzelunternehmen aktiv werden? „Aus Verantwortung", ist die naheliegende Antwort. Doch Klimaschutz ist längst kein rein ethisches Thema mehr, sondern untrennbar und ganz direkt mit dem Unternehmenserfolg verbunden. Die öffentliche Diskussion zeigt, dass freiwilliges Engagement von allen Anspruchsgruppen in immer stärkerem Maße erwartet wird. Kein Unternehmen und keine Branche kann es sich mittelfristig leisten, beim Klimaschutz im Abseits zu stehen.- Analyse
Grundvoraussetzung für ein zeitgemäßes Klimamanagement ist die Inventarisierung der eigenen Treibhausgas-Emissionen. Eine professionelle Berechnung des CO2-Fußabdrucks liefert die notwendige Datengrundlage. Daran können sich sinnvollerweise weitere Auswertungen anschließen: Spezifische Hotspot-Analysen legen die zentralen Emissionsquellen in den Betriebsabläufen und der Lieferkette offen und ermöglichen Kosten-/Nutzen-Abwägungen. Klimastresstests können dabei helfen, das Risikoprofil des eigenen Unternehmens zu ermitteln, und Benchmarking-Untersuchungen geben Auskunft über die Positionierung im Vergleich zum Wettbewerb.
- Planung
In der Planungsphase geht es darum, den eigenen Dekarbonisierungs-Zielpfad zu definieren, der für jedes Unternehmen individuell festgelegt werden sollte. Dabei gilt es, die eigenen Klimaschutzambitionen zu hinterfragen bzw. diese in Abhängigkeit von der Markt- und Wettbewerbssituation festzulegen. Die Herausforderung besteht darin, die Klimaziele 2°C-kompatibel zu gestalten und dadurch sicherzustellen, dass der zur Erreichung der Ziele notwendige Klimaschutzbeitrag der individuellen Verantwortung angemessen ist. Die Einführung wissenschaftsbasierter Klimaziele – sogenannter Science Based Targets – ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Auf dieser Grundlage lassen sich auch anspruchsvolle Net-Zero-Emissionsstrategien umsetzen.
- Vermeidung/Reduktion
Die Vermeidung von Treibhausgasemissionen und das Ausschöpfen vorhandener Reduktionspotenziale sind die zentralen Bestandteile jeder glaubwürdigen Klimastrategie. Dabei sollten insbesondere auch Einspar- bzw. Vermeidungspotenziale in der Liefer- und Wertschöpfungskette berücksichtigt und die Partner entsprechend eingebunden werden. Neben der Umsetzung von Effizienzmaßnahmen ist die Beschaffung und Nutzung von Grünstrom eine wichtige Möglichkeit, um den unter nehmerischen CO2-Fußabdruck nachhaltig und effizient zu reduzieren. Dafür stehen verschiedene Instrumente wie der Kauf von Herkunftsnachweisen oder der Abschluss von bilateralen Lieferverträgen mit Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen – sogenannte Power Purchase Agreements – zur Verfügung.
- Kompensation/Neutralisation
Als Ergänzung zur Reduktion vermeidbarer Treibhausgasemissionen spielt der Ausgleich unvermeidbarer Emissionen aus der Geschäftstätigkeit eine wichtige Rolle im unternehmerischen Klimaschutz. Er erfolgt durch den Erwerb von Emissionsminderungsnachweisen aus zertifizierten internationalen Klimaschutzprojekten. Für die CO2-Kompensation werden dazu Projekte herangezogen, die vermeiden, dass neue CO2-Emissionen entstehen. Alternativ können auch CO2-Senkenprojekte genutzt werden, die der Atmosphäre aktiv CO2 entziehen. Man spricht in diesem Fall von Neutralisation. Durch CO2-Kompensation und -Neutralisation können Unternehmen einen schnell wirksamen und effizienten Beitrag zum Klimaschutz leisten.
- Investition
Die Bereitstellung ausreichender Finanzmittel ist eine unabdingbare Voraussetzung für wirksamen Klimaschutz und auch dazu können Unternehmen einen entscheiden den Beitrag leisten. Neben der Investition in neue, effiziente Technologien und Prozesse sowie der Unterstützung von Projekten durch den Kauf von CO2-Zertifikaten ist in diesem Zusammenhang auf Unternehmensseite auch an die Entwicklung eigener Klimaschutzprojekte zu denken, die dann zur exklusiven Nutzung zur Verfügung stehen.
- Kommunikation
Zum betrieblichen Klimaschutz gehört schließlich auch die Kommunikation. Sie ist wichtig, um das eigene Unternehmen gegenüber Kunden, Investoren und anderen Stakeholdern zu positionieren. Überzeugende Kommunikation kann außerdem dabei helfen, andere zum Klima-Handeln zu bewegen. Wichtig ist in jedem Fall, auf größtmögliche Transparenz zu achten. Die Berichterstattung an bzw. die Zusammenarbeit mit Initiativen wie CDP und RE100 unterstützt die Außenwirkung – ebenso wie die Auditierung des eigenen Engagements durch unabhängige Prüfinstitute.
Quelle: BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2021 mit Heft im Heft zur IAA Mobility - KRISE... die größte Chance aller Zeiten erschienen.
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