Top-Kandidaten für den Future Policy Award 2021 zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien bekannt gegeben

Gesetze aus Äthiopien, Dänemark, Indien, Kirgisistan, Kolumbien, Korea, Kuba, den Niederlanden, Schweden, Sri Lanka, den Philippinen, und den USA sind in der engeren Auswahl für den Polit-Oscar

Die Vorauswahl für den Future Policy Award 2021 wurde bekannt gegeben. Der auch als Polit-Oscar bekannte Preis würdigt die effektivsten politischen Lösungen, die den Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien regulieren oder verbieten, und die Gesundheit von Menschen, insbesondere von Kindern, und die Umwelt schützen. Er wird von der Stiftung World Future Council vergeben. 12 Regelungen von 5 Kontinenten sind unter den Top-Kandidaten für den Future Policy Award. 
 
Der auch als Polit-Oscar bekannte Preis würdigt die effektivsten politischen Lösungen, die den Einsatz von gesundheitsschädlichen Chemikalien regulieren oder verbieten, und die Gesundheit von Menschen, insbesondere von Kindern, und die Umwelt schützen.© wuzefe, pixabay.comDer Preis ist die erste und einzige Auszeichnung, die auf internationaler Ebene Gesetze würdigt, welche bessere Lebensbedingungen heutiger und zukünftiger Generationen fördern. Dieses Jahr wurden insgesamt 55 Gesetze aus 36 Ländern nominiert. Eine internationale Expert:innenjury tagte virtuell, um über die Top-Kandidaten zu beraten. Die folgenden Instrumente sind in diesem Jahr in die engere Wahl gekommen (nach Kategorie):
 
Chemikalien über den gesamten Lebenszyklus
  • Indien, Rajasthan: Pneumokoniose-Politik, einschließlich Erkennung, Prävention, Kontrolle und Rehabilitation von Silikose (2019)
  • Kirgisistan: Beschluss Nr. 43 über die Genehmigung des Einstufungssystems für Chemikalien und Vorschriften zur Gefahrenkennzeichnung - Kennzeichnung und Sicherheitsdatenblatt (2015)
  • Republik Korea: Gesetz über chemische Konsumgüter und die Sicherheit von Bioziden (2018)
  • Schweden, Stockholm Landkreis: Ausstiegsliste für umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien (2012-2016, geändert 2017-2021)
  • USA, Massachusetts: Gesetz zur Reduzierung der Nutzung toxischer Stoffe (TURA, 1989, geändert 2006)
Hochgefährliche Pflanzenschutzmittel (Highly Hazardous Pesticides)
  • Kuba: Programm für den agrarökologischen Pflanzenschutz (MAP, 1993) und Nationaler Aktionsplan für Ernährungssicherheit (Plan SAN, 2020)
  • Dänemark: Pflanzenschutz-Aktionspläne (PAP, 2013-2021) und Bio-Aktionspläne zur Förderung der ökologischen Erzeugung (OAP, 2011-2020)
  • Sri Lanka: Pflanzenschutzmittelkontrollgesetz Nr. 33 (1980, geändert 1994, 2011, 2020) und Nationale Politik und Aktionsplan zur Prävention von Selbstmord (1997)
Blei in Farben
  • Äthiopien: Kontrollverordnung für Blei in Farben Nr. 429 (2018)
  • Philippinen: Chemische Kontrollverordnung für Blei und Bleiverbindungen (CCO, 2013-24)
Arzneimittelrückstände in der Umwelt
  • Kolumbien: Beschluss Nr. 371 zur Merkmalsfestlegung von Managementplänen bezüglich der Rückgabe pharmazeutischer Produkte und abgelaufenen Arzneimitteln (2009)
  • Niederlande: Umsetzungsprogramm des Kettenansatzes für Arzneimittelrückstände im Wasser (2018-2022).
Die Gewinner werden im Juli 2021 bekannt gegeben. Am 6. Juli 2021 werden wir die Gewinnergesetze des Future Policy Award 2021 auf einer hochrangigen, virtuellen Preisverleihung auszeichnen.
 
Der Future Policy Award wird vom World Future Council organisiert und dieses Jahr in Partnerschaft mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP), dem Strategischen Ansatz zum Internationalen Chemikalienmanagement (SAICM), der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dem Ausbildungs- und Forschungsinstitut der Vereinten Nationen (UNITAR) und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) verliehen.
 
Die Weltgesundheitsorganisation schätzte, dass im Jahr 2016 die Belastung mit bestimmten Chemikalien 1,6 Millionen Menschenleben gekostet hat. Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen von schädlichen Chemikalien und Abfällen sind zunehmend besorgniserregend: zu ihnen zählen verschiedene Formen von Krebs, Fruchtbarkeitsstörungen, Lernbehinderungen und andere negative Gesundheitsauswirkungen. Die Kosten durch neurologische Verhaltensstörungen, die durch die Belastung mit bestimmten Chemikalien verursacht werden, werden allein in der Europäischen Union auf mehr als 170 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt.
 
Derzeit gibt es weltweit schätzungsweise über 140.000 vom Menschen hergestellte Chemikalien. Obwohl viele dieser Chemikalien im Handel erhältlich sind, wurden viele von ihnen nie umfassend auf ihre Sicherheit getestet. Besonders problematisch sind Chemikalien, die in unsere Umwelt gelangen - in Gewässer, Boden oder Luft, in die Nahrungskette oder ins Trinkwasser - oder die sich in unserem Körper oder anderen Organismen anreichern. Gefährliche Chemikalien, darunter polychlorierte Biphenyle (PCBs), Phthalate, Schwermetalle wie Blei, Pflanzenschutzmittel und persistente pharmazeutische Schadstoffe, können die Gesundheit von Menschen, Fauna, Flora und Ökosystemen unumkehrbar schädigen.
 
"Von Armutsbekämpfung über sauberes Wasser bis hin zum Schutz der Landökosysteme: Chemikaliensicherheit berührt viele, wenn nicht alle Nachhaltigkeitsziele der UN", stellt Dr. Lilian Busse, amtierende Vizepräsidentin und Fachbereichsleiterin "Gesundheitlicher Umweltschutz und Schutz der Ökosysteme" des Umweltbundesamts (UBA), heraus. "Wir haben es mit einer komplexen Herausforderung zu tun. Um diese intelligent und nachhaltig zu bewältigen, braucht es unbedingt gute Gesetze. Viele Top-Kandidaten für den diesjährigen Future Policy Award setzen zu diesem kritischen Thema konkrete und wirksame Maßnahmen um. Das ist sehr wichtig und inspirierend."
 
"Der unsachgemäße Umgang mit Chemikalien und Abfällen erzeugt einen enormen wirtschaftlichen Schaden. Es sind dringend regulatorische Maßnahmen erforderlich, um Steuergelder zu sparen und die Gesundheit und kritische Umweltressourcen zu schützen, zumal die chemische Industrie voraussichtlich wachsen wird", sagt Masamichi Kono, stellvertretender Generalsekretär der OECD. "wir brauchen ehrgeizige und wirkungsvolle politische Maßnahmen, wie die, die für den Future Policy Award 2021 in die engere Wahl gekommen sind, um die Vergiftung der Menschen und des Planeten zu stoppen und den Weg zu einer nachhaltigen Chemie zu beschreiten."
 
Gefährliche chemische Belastungen in der Arbeitsumgebung sind ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Arbeitnehmer:innen sind in der Regel über längere Zeiträume höheren Dosen von Chemikalien Zeiträume ausgesetzt, was ihr Risiko für erhebliche gesundheitliche Folgen erhöht. Gute politische Maßnahmen in der Arbeitswelt sind notwendig, und der Future Policy Award 2021 hebt Beispiele hervor, wie wir die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz und den vernünftigen Umgang mit Chemikalien und Abfall weltweit weiter fördern können. Guy Ryder, Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), stellt fest: "Es ist unsere Pflicht, das Recht auf eine sichere und gesunde Arbeitsumgebung für alle arbeitenden Menschen zu bekräftigen."
 
"Jeden Tag werden unsere Rechte durch die Belastung mit giftigen Chemikalien und Umweltverschmutzung verletzt. Insbesondere Kinder sind davon unverhältnismäßig stark betroffen", sagt Alexandra Wandel, Direktorin des World Future Council. "Zum Schutz heutiger und zukünftiger Generationen ist es absolut entscheidend, dass der Schutz vor gefährlichen Chemikalien eine Priorität für alle relevanten Akteure wird. Wir sind stolz, wirksame politische Maßnahmen in diesem Bereich auf die Weltbühne zu bringen."
 

Quelle: World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen

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