66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Verantwortung in Lieferketten wahrnehmen

BKU fordert Good Purchasing Practice – eine gute Praxis der Beschaffung

Am Tag der Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales zum Gesetz über die unternehmerische Sorgfaltspflicht in Lieferketten macht der Bund Katholischer Unternehmer (BKU) auf die Chancen eines solchen Gesetzes aufmerksam, weist aber gleichzeitig auf die Probleme in der Umsetzung hin. 

Das Lieferkettengesetz bietet Chancen doch die Probleme bei der Umsetzung dürfen nicht übersehen werden. © Tumisu, pixabay„Der BKU sieht die zunehmende bürokratische Belastung von Unternehmen als Herausforderung. Viele seiner Mitglieder halten das Lieferkettengesetz für kein geeignetes Mittel, zu der von allen gewünschten Verbesserung der Menschenrechtslage beizutragen. Trotz berechtigter Kritikpunkte, die von BDI und BDA vorgetragen werden, bewertet der BKU das Anliegen des Gesetzes jedoch grundsätzlich positiv", betont der Vorsitzende des BKU, Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel. 

„Der Einsatz für Werte im Wirtschaftsleben, denen wir uns als BKU auf dem Fundament der Christlichen Soziallehre verpflichtet fühlen, darf nicht vor den Fabriktoren enden." Deshalb seien eine gute Praxis von Einkauf und Beschaffung schon heute, als Teil gelebter Ethik in Unternehmen, von besonderer Bedeutung. Dazu gehöre eine Analyse von Nachhaltigkeitskriterien bereits bei der Produktplanung. Daneben sei es erforderlich, Menschenrechtsverletzungen in den Lieferländern konsequent entgegenzutreten. 

Das Gesetz sollte nach der Auffassung des Unternehmerverbandes für alle in Deutschland tätigen Betriebe gelten und nicht nur für diejenigen, die ihren Sitz im Inland haben. Ansonsten werde eine einseitige Benachteiligung in Deutschland ansässiger Unternehmen die Folge sein. Das Gesetz sehe zwar lediglich eine Anwendung auf Betriebe mit mehr als 1000 Beschäftigten vor, dennoch seien erhebliche bürokratische Belastungen auch für kleine und mittlere Unternehmen in ihrer Rolle als Zulieferer zu erwarten.

Schließlich regt der Unternehmerverband an, zu prüfen, ob unter Beachtung des Subsidiaritätsprinzips andere Maßnahmen als die gesetzlich geplanten, effizienter und einfacher zu realisieren seien. Dazu könnten staatliche Sanktionen gegen Länder gehören, die ethische Mindeststandards nicht einhalten. Auch der Zoll könne beim Import von Produkten diese stichprobenhaft auf ihre Herkunft untersuchen. Eine weitere Option wäre es, eine genaue Herstelleradresse vorzuschreiben, wenn das Produkt im Wesentlichen von einem Zulieferer gefertigt wird. Bislang gebe es, zum Bedauern des BKU, keine belastbaren Untersuchungen inwieweit und in welchem Umfang in Deutschland verkaufte Produkte überhaupt unter ethisch inakzeptablen Bedingungen hergestellt würden.

Beim Blick auf die Lieferbeziehungen gehe es schließlich auch um die Frage eines menschenrechtlichen Risikomanagements. „Unternehmen benötigen Rechtssicherheit und maßvolle Regeln", ergänzt der BKU Vorsitzende. Die Zusatzaufgabe der Beachtung von Menschenrechten in Lieferketten bringe unbestreitbar einen Mehraufwand für Unternehmen mit sich. Das mache den Standort Deutschland für Investoren nicht attraktiver, vor allem dann nicht, wenn Alternativen zur Verfügung stünden. Die Bewertung der Menschenrechtslage sei mitunter schwierig. Dazu gelte es, Fragen zu beantworten, ob es beispielsweise ethisch vertretbar sei, nach der Übernahme des Landes durch eine Militärjunta, wie in Myanmar, dort noch einzukaufen? Der abrupte Abbruch von Lieferbeziehungen würde allerdings den Menschen vor Ort oft mehr Schaden als Nutzen bringen. Schlecht umgesetzt, könne eine allzu forsche Fassung eines Lieferkettengesetzes also sogar Arbeitsplätze in besonders armen Ländern mit kritischer Menschenrechtslage gefährden. 

Der BKU
Dem 1949 gegründeten Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) gehören mehr als 1.000 Inhaber-Unternehmer, Selbstständige und leitende Angestellte an. Der BKU ist in 32 Diözesangruppen gegliedert. In den Arbeitskreisen des Verbandes entstehen innovative Konzepte zur Wirtschafts- und Sozialpolitik und zur werteorientierten Führung. Der BKU wirkt als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Kirche und Politik.
 
Kontakt: Bund Katholischer Unternehmer e.V. (BKU) | service@bku.de | www.bku.de


     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
08
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Hinterzimmer in Davos
Christoph Quarchs Plädoyer für das persönliche Gespräch ohne Zuschauer als Königsdisziplin der Diplomatie
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Einfach mal machen

Bundespreis Ecodesign 2026: Jetzt bis 02.April bewerben!

Campaigning School: Weiterbildung für strategische Kampagnenarbeit startet am 27. April 2026

Circular Economy stärkt Wettbewerbsfähigkeit

Innovation und Kreativität brauchen Spielräume

4. Süddeutscher Holzbau Kongress (SHK) am 01./02. Juli 2026 in Stuttgart-Fellbach

Countdown zur Earth Hour 2026

Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit

  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • NOW Partners Foundation
  • circulee GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • TÜV SÜD Akademie
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Engagement Global gGmbH
  • WWF Deutschland
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • SUSTAYNR GmbH