Innovationsforum Energie. Dekarbonisierung | Dezentralisierung | Digitalisierung | Wertschöpfung. Zürich, 2.-3. Juni 2022

Klimafreundlicher Kreislauf: Heizen mit Holz

Ausstoß und Bindung von Kohlendioxid halten sich beim Holz die Waage

Heizen mit Holz ist treibhausgasneutral, weil zeitgleich heranwachsende Bäume das freigesetzte Kohlendioxid wieder aufnehmen. Beim Heizen mit fossilen Brennstoffen gibt es einen solchen geschlossenen Kohlenstoffkreislauf nicht.
 
Kohlendioxid-Kreislauf vs. Kohlendioxid-Anstieg - Klimaschutz mit Holzenergie. © FNREine neue Grafik der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) verdeutlicht den klimafreundlichen Kreislauf: Bäume nutzen beim Wachsen u. a. Sonnenenergie und Kohlendioxid (CO2) und speichern Kohlenstoff und Energie im Holz. Beim Heizen mit Holz wird die gespeicherte Sonnenenergie als Nutzenergie in Form von Wärme wieder frei; der Kohlenstoff geht als CO2 zurück in die Atmosphäre. Dabei wird nur so viel CO2 frei, wie der Baum im Wachstum als Kohlenstoff im Holz gespeichert hat. Zeitgleich heranwachsende Bäume gleichen die Emissionen wieder aus, denn sie binden Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

Bei nachhaltiger Waldbewirtschaftung in Deutschland halten sich - trotz Nutzung von Holz für Produkte und Energie und bei Berücksichtigung der Waldschäden - die Aufnahme und Abgabe von CO2 die Waage. Dabei binden heranwachsende jüngere Baumaltersklassen je Hektar Waldfläche eine größere Menge CO2 als alte Baumbestände.

Mit Blick auf die CO2-Bindung ist ein ungenutzter Wald also nicht von Vorteil. Verrottet das Holz im Wald, wandelt sich der Kohlenstoff ebenfalls wieder in CO2 um. Doch die langjährige Kohlenstoffspeicherfähigkeit von Holzprodukten - etwa in Möbeln oder Dachstühlen - und auch die im Holz gespeicherte Energie bleibt dann ungenutzt.

Die Wiederverwendung von Holz in Produkten - vom Bauholz bis zum Pappkarton - erhöht die im Kreislauf gespeicherte Kohlenstoffmenge ganz erheblich. Erst wenn am Ende einer Mehrfachnutzungskaskade Holzabfälle zur Energieerzeugung verwertet werden, wird der ursprünglich vom Baum eingelagerte Kohlenstoff in Form von CO2 wieder freigesetzt.

Deshalb ist Holzenergie eine erneuerbare Energie und treibhausgasneutral.

Hintergrund:
Erhebungen des Thünen-Institutes zu den Bundeswaldinventuren im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) belegen, dass in deutschen Wäldern die Holzvorräte seit Jahrzehnten anwachsen.

In der 2017 erhobenen Kohlenstoffinventur weist das Thünen-Institut den Holzvorrat in Deutschlands Wäldern mit 3,9 Milliarden Kubikmetern aus. Damit steht in Deutschlands Wäldern mehr Holzvorrat als in jedem anderen Land der Europäischen Union. Das Thünen-Institut hat diese Zahl veranschaulicht: Mit dem Holzvorrat Deutschlands könnte man rechnerisch einen drei mal drei Meter messenden, massiven Holzturm bis zum Mond bauen.

Im Schnitt lag der jährliche Holzzuwachs in Deutschland in der Periode zwischen 2012 und 2017 bei 117 Millionen Kubikmetern, während der jährliche Holzabgang bei 89 Millionen Kubikmetern lag. Im gleichen Zeitraum betrug die Abschöpfung - also das Verhältnis aus Zuwachs und Abgang durch Holznutzung und natürliches Absterben von Bäumen - 76 Prozent des zugewachsenen Holzes. 24 Prozent des Zuwachses trugen zum Vorratsaufbau bei.

Zudem nimmt in Deutschland die Waldfläche durch Aufforstung vormals landwirtschaftlich genutzter Flächen zu. In den zurückliegenden 50 Jahren vergrößerte sich die Waldfläche um mehr als 1,5 Millionen Hektar. Mit 11,4 Mio. Hektar sind 32 Prozent der Fläche Deutschlands bewaldet.

Die energetische Nutzung fossiler Ressourcen in Form von Kohle, Heizöl und Erdgas setzt enorme Mengen an CO2 frei. Einen natürlichen Ausgleich für die Emissionen durch nachwachsende Ressourcen wie Holz gibt es beim Einsatz fossiler Brennmaterialien nicht.

Aus diesem Grund ist eine Energie- und Wärmewende, also die Umstellung von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien unumgänglich, wenn die 2015 in Paris vereinbarten internationalen Klimaziele erreicht werden sollen. Dabei erleichtern Förderprogramme, etwa die Bundesförderung effiziente Gebäude - Einzelmaßnahmen (BEG EM) auch privaten Haushalten den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme.

Die FNR ist seit 1993 als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe aktiv. Sie unterstützt außerdem Forschungsthemen in den Bereichen Bioenergie und innovative Holzverwendung.

Weitere Informationen:
Kontakt: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V., Dr. Hermann Hansen | h.hansen@fnr.de | www.fnr.de

Umwelt | Klima, 08.04.2021
     
Cover des aktuellen Hefts

Was wäre, wenn?

forum Nachhaltig Wirtschaften 01/2022 ist erschienen. Schwerpunkt: Energiewende

  • KI – Künstliche Intelligenz
  • Fahrplan für die Energiewende
  • Monopoly oder: Wer regiert die Welt?
  • Klimaneutral Bauen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
03
JUN
2022
15. Deutscher Nachhaltigkeitspreis
Für eine lebenswerte Zukunft
deutschlandweit
11
JUN
2022
Energy Efficiency Award 2022
Gesucht: Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekte
international
25
JUN
2022
Großdemonstration zum G7-Gipfel in München
Klimakrise, Artensterben, Ungleichheit: Gerecht geht anders!
80336 München
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Politik

Für welche Freiheit würden wir kämpfen?
Christoph Quarch plädiert dafür, sich als Antwort auf den Krieg für politische Freiheit, Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Demokratie stark zu machen.
Deutscher Nachhaltigkeitspreis
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

HR-Digitalisierung: Das muss sich ändern!

Leadership - Verantwortung übernehmen

Auf Torf verzichten und Moore erhalten

20 Jahre Einsatz für das Klima

Das Lieferkettengesetz kommt – was Unternehmen wissen müssen

Dirndl & Lederhose:

Biologisch abbaubare Binden und Tampons zur Bekämpfung von Menstruationsarmut

Wissenschaft trifft Kommunen

  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • TourCert gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • PEFC Deutschland e. V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG