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Fußballfans als Brunnenbauer

„Trinkbecher für Trinkwasser“ sammelt 400.000 Euro für Afrika-Projekte des Global Nature Fund

Seit über 11 Jahren engagieren sich Fußballfans von Hannover 96 mit einer ebenso simplen wie originellen Idee für Trinkwasserprojekte, die der Global Nature Fund (GNF) in mehreren afrikanischen Ländern durchführt. Während der Heimspiele ihres Clubs sammeln die Helfer*innen von „Trinkbecher für Trinkwasser" Becher, deren Pfand ihnen Stadionbesucher*innen spenden: ein Euro pro Gefäß. Mit Beharrlichkeit und Kreativität knackten die Ehrenamtlichen nun die Marke von 400.000 Euro Projektspenden – obwohl seit mehr als einem Jahr coronabedingt keine Stadionbesuche mehr möglich sind.

Ohne sauberes Wasser geht nichts – und 'Trinkbecher für Trinkwasser' lässt es gemeinsam mit dem Global Nature Fund und regionalen Partnern in vielen Gemeinden Afrikas sprudeln. Foto © Kirsten OliverVon Beginn der Bundesligasaison 2008/2009 bis Anfang März 2020 lief es so: Fußballfans von Hannover 96 konnten ihren „Roten" in der heimischen Arena zuschauen, ein Kaltgetränk genießen und ihren Pfandbecher dann an einem Aktionsstand im Stadion abgeben. Statt zurück ins eigene Portemonnaie wanderte der Euro in die Aktion „Trinkbecher für Trinkwasser". Auf diese Weise sammelten Ehrenamtliche im Lauf der Jahre eine beträchtliche Summe für Initiativen zur Wasserversorgung in strukturschwachen Regionen Afrikas. Dann kam Corona – und drehte dem Erfolgsmodell vermeintlich den Hahn zu. Ohne Stadionbesuche keine Becherspenden und ohne Becherspenden kein Geld für Trinkwasserprojekte? Doch! Denn die Helfer*innen machten einfach weiter und fanden kreative Wege, um auch in Zeiten von „Geisterspielen" Menschen zum Spenden zu animieren. So erreichten sie kürzlich ausgerechnet während des Lockdowns den Meilenstein von 400.000 Euro.

Einsatz für verbesserte Lebensbedingungen
Die gesammelten Spenden kamen in den vergangenen elf Jahren verschiedenen Projekten im Senegal, in Kenia, Malawi, Südafrika und der Elfenbeinküste zugute, die der GNF dort gemeinsam mit Partnern vor Ort durchführt. So haben drei Dörfer der südafrikanischen Gemeinde Gumbi dank des Aufbaus eines weitverzweigten Pumpen- und Leitungssystems erstmals Zugang zu sauberem fließenden Wasser. Dort profitieren 5.000 Bewohner*innen vom Spendengeld. In der Elfenbeinküste sind mittlerweile mehr als 120 neue Grundwasserpumpen in Betrieb.
 
Dabei hilft der Beitrag der Fans und Spender*innen, die Lebensbedingungen der Menschen in den Projektregionen zu verbessern, konkret die Bildungschancen und die Gesundheit. Oft müssen in Dörfern, die keinen oder nur einen unzureichenden Zugang zu Trinkwasser haben, v.a. Frauen und Mädchen weite Wege auf sich nehmen, um an entfernten Wasserstellen die Versorgung ihrer Familie zu gewährleisten – da bleibt kaum Zeit für den Schulbesuch. Außerdem erkrankten in den Projektregionen häufig Menschen wegen verschmutzten Wassers, denn Teiche, Bäche und Flüsse sind häufig mit Keimen belastet.
 
Spendenerfolg trotz Corona
Bis zum Beginn der Pandemie waren in Hannover bereits rund 394.000 Euro für „Trinkbecher für Trinkwasser" zusammengekommen. Als der Stadionbesuch plötzlich unmöglich wurde, überlegten sich die Organisator*innen etwas Neues: Via Social Media lancierten sie u.a. eine Trinkwasser-Laufchallenge und Müllsammelaktionen, die Menschen in Hannover und darüber hinaus animierten, dem Hilfsprojekt treu zu bleiben und zu spenden – auch ohne die vermeintlich schönste Nebensache der Welt live in der Arena verfolgen zu können.
 
Anja Kutzke, Team „Trinkbecher für Trinkwasser": „Ich bin total begeistert, dass unser Projekt nicht in Vergessenheit geraten ist. Wir zeigen, was man gemeinsam schaffen kann, wenn man sich getreu dem Motto „Jeder Cent hilft" immer wieder etwas Neues einfallen lässt. Dank gilt allen, die uns mit ihren zahlreichen digitalen Becherspenden weiterhin supported haben. Wir machen weiter, solange sauberes Wasser nicht für jeden zugänglich ist."
 
Christoph Heckmann, Stellvertretender Leiter Kommunikation bei Hannover 96: „Hannover 96 kann sich über dieses Engagement wirklich glücklich schätzen. Unser Dank gilt natürlich zum einen denjenigen, die über viele Jahre hinweg Spieltag für Spieltag ihre Becher gespendet haben – aber natürlich vor allem dem ‚Trinkbecher für Trinkwasser‘-Team, das sich bei Wind und Wetter darum bemüht hat, unzählige Stadionbesucher davon zu überzeugen, zugunsten der Projekte in Afrika auf ihr Pfand zu verzichten. Auch von den coronabedingten Einschränkungen haben sich die Trinkbechersammler nicht beeindrucken lassen, immer wieder neue Ideen entwickelt und jetzt mit den 400.000 Euro wirklich eine magische Mauer durchbrochen. Dank auch unserem Partner enercity, der mit einer Spende die 400.000 Euro voll gemacht hat, und dem Global Nature Fund, der das Projekt ebenfalls mit riesigem Engagement betreut und begleitet. Ich hoffe sehr, dass bald wieder die Gelegenheit besteht, im Rahmen von Spielen mit Publikum zu sammeln, damit diese tolle Erfolgsgeschichte dort weiter geschrieben wird, wo sie ihren Ursprung fand: im Stadion!"
 
Stefan Hörmann, Stellvertretender Geschäftsführer des Global Nature Fund (GNF): „Wir sind allen zu großem Dank verpflichtet, die uns in den vergangenen Jahren geholfen haben. Ob als Ehrenamtliche an den Ständen oder als Spender*innen mit regelmäßigen Zuwendungen oder einem einzelnen Becher. Auch der Verein hat die unabhängige Aktion regelmäßig unterstützt. Spieler sind mit Statements auf der Facebook- und Instagram-Seite von ‚Trinkbecher für Trinkwasser‘ vertreten, bei den Heimspielen waren wir mit Interviews und Einspielern auf den Stadionleinwänden präsent. So haben verschiedene Akteure ihren Anteil daran, dass wir die 400.000 Euro-Marke erreicht haben und mittlerweile etwa 115.000 Menschen mehr einen Zugang zu sauberem Trinkwasser in unmittelbarer Nähe ihres Wohnorts haben als vor Beginn des Projekts."
 
Zur GNF-Projektwebsite „Trinkbecher für Trinkwasser".

Quelle: Global Nature Fund (GNF)

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