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Technik | Energie, 27.03.2021

Die Kraft der Sonne erhellt bei Nacht die Straßen

Ein Hunsrückdorf ist Namensgeber für das „Horner Modell“: Photovoltaik plus Speichertechnik reduziert die Stromkosten

In Horn scheint die Sonne auch nachts. Dieser Slogan, „geboren" bei der Vorbereitung eines Dorffestes, beschreibt ein Erfolgsprojekt, das unter dem Ehrentitel „Horner Modell" bereits eine Reihe von Nachahmern gefunden hat. 

Die große Dachfläche des Gemeindehauses von Horn im Hunsrück bietet noch Platz für weitere Photovoltaik-Module. Der Gemeinderat diskutiert derzeit eine Erweiterung, auch um eine Ladestation für Elektro-Fahrzeuge mit Solarstrom zu speisen. © Energieagentur Rheinland-Pfalz, Sonja SchwarzRund 340 Einwohner zählt das Dorf Horn, gelegen auf der Hunsrückhöhe und etwa zehn Kilometer entfernt von der Kreisstadt Simmern. Als die Sanierung des Gemeindehaues anstand, war für den Gemeinderat schnell klar: Bei den Baumaßnahmen sollte Photovoltaik aufs Dach. Angestoßen vom betreuenden Architekten Kai Schulz reifte dann die Idee, mit Hilfe von Batteriespeichern den Solarstrom für die Straßenbeleuchtung zu nutzen.

„Das war genau die richtige Entscheidung", sagt rückblickend Gemeinderatsmitglied Gerd Klar. „Bauplatz-Interessenten haben sich seither ganz gezielt bei uns gemeldet, weil wir den guten Ruf einer Umweltgemeinde genießen."

Um Rendite sei es von Anfang an gar nicht gegangen, sondern um einen Beitrag der Kommune zur Energiewende. Gleichwohl sind Kosten-Einsparungen und Erträge hochwillkommen; um sie zu steigern, hat die Gemeinde vor zwei Jahren auch die letzten Straßenlampen noch auf LED-Technik umgestellt. 

Andere Dörfer ringsum ziehen nach
Das Beispiel „Horner Modell" macht – insbesondere im Rhein-Hunsrück-Kreis – weiterhin Schule. Zuerst folgte der 250-Seelen-Ort Schnorbach; derzeit planen vier Dörfer – unterstützt von der Energieagentur Rheinland-Pfalz – vergleichbare Anlagen; in einer Reihe weiterer Dörfer wird die Übernahme des „Horner Modells" diskutiert. 

Michael Hauer, Geschäftsführer der Landesenergieagentur, appelliert an die Gemeinderäte im Land, die Chancen der Solarenergie auf Dächern und Freiflächen „unbedingt zu nutzen – zumal das Land Speichertechnologie bei neuen PV-Anlagen attraktiv fördert". Und die Geschäftsführer der drei kommunalen Spitzenverbände – Gemeinde- und Städtebund, Landkreistag und Städtetag – Dr. Karl-Heinz Frieden, Dr. Daniela Franke und Fabian Kirsch ergänzen: „Das Horner Modell ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man vor Ort mit erneuerbaren Energien spürbar Wertschöpfung für die Bürgerinnen und Bürger betreiben kann. Da kann man den Gemeinden, vor allem im Interesse des Klimaschutzes, guten Gewissens das „Abkupfern" nur empfehlen".

Der nächste Schritt: eine Solarstrom-Ladesäule
Derweil denken die Horner selbst bereits über eine Ausweitung ihrer Photovoltaik nach. Zusätzliche Module finden auf dem Dach des Gemeindehauses noch reichlich Platz. Sie sollen unter anderem eine Tankstelle für Elektroautos und E-Bikes speisen. 

Projekt-Daten
PV-Anlage28,8 kWp
Speicher30 kWh
Stromertrag25.000 kWh p.a. im Durchschnitt
CO2-Einsparung63 Tonnen seit Inbetriebnahme (Juni 2017)
Investition71.000 EUR
Stromkostenersparnis2.500 EUR p.a.
Einspeisevergütung1.400 EUR p.a.
 
Kontakt: Gerd Klar, Ansprechpartner für die Ortsgemeinde Horn | 01522 - 268 39 62 | Gerd.Klar@schwaebisch-hall.de

Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH



     
        
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