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Neue Werkzeuge aus der Forschung machen Wert des Wassers sichtbarer

Zwölf große Forschungsprojekte veröffentlichen derzeit ihre Ergebnisse zu neuen Instrumenten, Modellen, Werkzeugen und Daten

Der Wert des Wassers steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltwassertags der Vereinten Nationen am 22. März. Wie kann dieser Wert definiert und sichtbarer werden, um die globalen Wasserressourcen besser zu schützen? Zwölf große Forschungsprojekte der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Maßnahme „Globale Ressource Wasser (GRoW)" veröffentlichen derzeit ihre Ergebnisse zu neuen Instrumenten, Modellen, Werkzeugen und Daten. Sie verdeutlichen, an welchen Stellen Wasser entsprechend seines Wertes nachhaltiger eingesetzt werden kann. Die Forschenden empfehlen unter anderem, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen, Wasser in globalen Versorgungsketten zu analysieren und die Transparenz in der Wasserbewirtschaftung zu erhöhen.
 
Der Wert des Wassers steht im Mittelpunkt des diesjährigen Weltwassertags der Vereinten Nationen am 22. März. © wal_172619, pixabay.comDie globale Wasserkrise zählt längst zu den großen Herausforderungen der Gegenwart – ausgelöst durch menschliches Verhalten. Die mehr als 300 Beteiligten aus Forschung, Politik und Praxis, die an den internationalen GRoW-Projekten mitwirken, haben innovative Ansätze entwickelt, um den Wert von Wasser zu messen, Risiken von zunehmender Wasserknappheit zu erkennen und Lösungen aufzuzeigen, wo und wie wir Wasser besser einsetzen können. Die Forschenden fordern Politik und Praxis dazu auf, den Wert des Wassers in allen Entscheidungen zu berücksichtigen. Dafür sollten die Chancen der Digitalisierung konsequent genutzt und Fernwirkungen von Wassernutzung, zum Beispiel über den Wasserfußabdruck in globalen Lieferketten, berücksichtigt werden. Damit der Wert des Wassers in Entscheidungsprozesse einfließen kann, sind zudem gute Governance-Strukturen notwendig, in denen Entscheidungen wissenschaftlich fundiert und transparent getroffen werden.
 
Werkzeuge, die Forschende des GRoW-Projektes WELLE entwickelt haben, ermöglichen es Unternehmen nun besser, ihren Wasserfußabdruck zu bestimmen. Das Projekt fand heraus, dass bei vielen Unternehmen mehr als 95 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs bei der Herstellung von Produkten durch die Energiebereitstellung und durch die Zuliefermaterialien entsteht. Wenn der Wert des Produktionsfaktors Wasser an allen Stellen der Lieferketten sichtbar wird, können Unternehmen Maßnahmen ergreifen, um die Wasserknappheit an lokalen Brennpunkten ihrer Wertschöpfungsketten zu verringern. Beispiele sind Kooperationen mit Zulieferern, eine Berücksichtigung des Wasserfußabdrucks in der Produktentwicklung (Ecodesign) oder eine nachhaltige Beschaffung von wassereffizienten Materialien.
 
Der weltweit größte Verbraucher der global verfügbaren Wasserressourcen ist mit Abstand die Landwirtschaft. „Wir entwickeln Instrumente, um die Effizienz der landwirtschaftlichen Wassernutzung weltweit zu beobachten und zu bestimmen. So können wir globale Hotspots im Wassermanagement in der Landwirtschaft aufzeigen, die Auswirkungen auf Nahrungsmittelproduktion, Ökosysteme und Energieerzeugung haben", sagt Wolfram Mauser, Koordinator des GRoW-Projekts VIWA, Lehrstuhl für Geographie und geographische Fernerkundung, LMU.
 
Auch bei der Energiewende ist Wasser ein bedeutsamer Faktor: für die Gewinnung von mineralischen Rohstoffen werden beachtliche Wassermengen benötigt – und das oftmals in Regionen, die bereits unter Wasserstress leiden. Fallstudien und globale Modellierungen im GRoW-Projekt WANDEL zeigen, dass Strategien zur Energiewende nicht nur das Potenzial haben, Treibhausgasemissionen zu mindern, sondern auch den Wasserbedarf mit berücksichtigen müssen. So kann vermieden werden, dass saubere Energie auf Kosten von bereits knappen Ressourcen in wasserarmen Regionen der Welt erzeugt wird.
 
Über GRoW – Globale Ressource Wasser
Die Fördermaßnahme GRoW des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umfasst 12 internationale Kooperationsprojekte mit 90 Partnerinstitutionen in Deutschland und mehr als 40 Fallstudien weltweit, an denen über einen Zeitraum von 3 Jahren etwa 300 ForscherInnen, PraktikerInnen und StakeholderInnen beteiligt sind. Ein zentraler Aspekt sind Beiträge zur Erreichung der Ziele der Nachhaltigen Entwicklung, insbesondere des SDG 6 („Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für Alle gewährleiten"). Ihre Erkenntnisse zum Schutz der Wasserressourcen in einer globalisierten Welt haben die mehr als 300 Mitwirkenden an den GRoW-Projekten in übergeordneten Empfehlungen veröffentlicht. adelphi leitet das Vernetzungs- und Transfervorhaben „GRoWnet", dass die GRoW-Forschungsaktivitäten begleitet. GRoWnet identifiziert und nutzt Synergien zwischen den 12 GRoW-Projekten und begleitet sie beim Transfer ihrer Forschungsergebnisse und Problemlösungsansätze in Politik und Praxis. Die Fördermaßnahme wird im Auftrag des BMBF vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.Über adelphi adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und führende Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und Entwicklung. Unser Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. Wir bieten Regierungen, internationalen Organisationen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren Lösungen für nachhaltige Entwicklung und unterstützen sie dabei, globalen Herausforderungen wirkungsvoll zu begegnen. adelphi leitet das Vernetzungs- und Transfervorhaben GRoWnet, dass die GRoW-Forschungsaktivitäten begleitet. Es zielt darauf ab, Synergien zwischen den Verbundprojekten nutzbar zu machen, die Umsetzung der entwickelten Ansätze zu befördern und die Gesamtwirkung der Fördermaßnahme zu verstärken.
 
Kontakt: Claudia Weigel, adelphi | pr@adelphi.dewww.adelphi.de


     
        
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