Umwelt | Naturschutz, 25.03.2021
Herausforderung „Walderhalt“: Wertschätzung in Engagement ummünzen
Die meisten Deutschen sorgen sich um den Wald, aber die wenigsten setzen sich für seinen Schutz ein, ergibt eine repräsentative Studie.
Die Deutschen sind sehr besorgt um den Zustand der Wälder – aber engagieren sich bisher kaum im Waldschutz. So lautet die Zusammenfassung einer repräsentativen Online-Studie, die SINUS Mitte März veröffentlichte. Dass es gar nicht so schwer ist, sich für den Wald zu engagieren, darauf weist PEFC Deutschland e.V. hin. Die Non-Profit-Organisation hat sich seit 1999 dem Walderhalt verschrieben und sorgt bereits in drei Vierteln der deutschen Wälder für eine nachhaltige Wirtschaftsweise.
Gemäß der SINUS-Erhebung aus dem Februar verbringen 87 Prozent der Deutschen gerne ihre Zeit im Wald. Gleichzeitig sind 75 Prozent besorgt um seinen Zustand. „Dürre & Trockenheit" nennen die Befragten (50%) als das größte Problem des Waldes. Dies deckt sich mit einer Fokusgruppenbefragung von PEFC Deutschland aus dem Jahr 2020; als weitere Probleme wurden hier wie bei SINUS die Umwandlung von Wald in andere Nutzungsformen sowie die Vermüllung durch einzelne Besucher genannt, während als Lösung eine stärkere Unterstützung der Waldbesitzer vorgeschlagen wurde. Trotz des Bewusstseins um den Wert und die Bedrohung des Waldes „betreiben die Deutschen kaum selbst aktiven Waldschutz und scheinen sich eher auf den Forderungen an die Politik auszuruhen", bilanziert SINUS. 57 Prozent der Befragten hätten sich überhaupt noch nicht für den Schutz der Wälder durch den Kauf von Produkten, Spenden oder persönliche Mitarbeit eingesetzt.
Jeder kann dem Wald helfen – im Kleinen und im Großen
Durch die Umfrageergebnisse sieht sich PEFC Deutschland darin bestätigt, mehr Verbraucher über ihre Mitgestaltungsmöglichkeiten aufzuklären. Im Rahmen der schon 2020 ins Leben gerufenen Aktion „Wir pflanzen für das Klima" können Bürgerinnen und Bürger an Baumpflanzaktionen in ausgewählten Kommunen (PEFC-Waldhauptstädte) teilnehmen. Auch viele andere Akteure – wie das PEFC-Mitglied Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – bieten lokal diese Chance; die Termine geben die örtlichen Medien bekannt. Das Gleiche gilt für viele Förster und Waldbesitzer überall in Deutschland. Mit dem Kauf von Waldaktien können die Deutschen ebenfalls zur Wiederbewaldung beitragen. Ein solches Angebot machen unter anderem die PEFC-zertifizierten Niedersächsischen Landesforsten (Klima-Aktion Wald).„Noch einfacher und effektiver ist der Waldschutz, wenn man ihn in seine täglichen Konsumgewohnheiten aufnimmt", sagt PEFC-Geschäftsführer Dirk Teegelbekkers. Nach einer GfK-Studie, die PEFC Deutschland im Februar 2021 beauftragte, glauben immerhin bereits 61 Prozent der Deutschen, dass ihre Kaufentscheidung für Holz- und Papierprodukte einen Einfluss darauf hat, wie es dem Wald geht. Zu Recht, versichert Teegelbekkers: „Wer Produkte etwa mit dem PEFC-Siegel bevorzugt, unterstützt Waldbauern, die sich dazu bekennen, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften und klimagerecht zu entwickeln."
PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.
PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit über acht Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund drei Viertel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.
Mehr Infos unter www.sinus-institut.de und www.pefc.de.
Quelle: PEFC Deutschland e. V.
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