82 Leistungen. Ein Vertrag. Ein Preis. Transformation as a Service - Planungssicherheit statt Projekte
Carsten Jacobi

Mehr Homeoffice, weniger Dienstreisen

Willen und Strategie zur Veränderung

Nachhaltigkeit und CO2-Reduzierung kommen nicht von allein, es braucht den Willen zur Veränderung, unermüdlichen Tatendrang und vor allen Dingen: Strategie! Gerade im Bereich Mobilität können Unternehmen mit einfachen Mitteln ihren CO2-Fußabdruck reduzieren.
 
© Bella H., pixabay.comWie hoch die betrieblichen Mobilitätsemissionen sind, hängt von folgenden Faktoren ab: Wie weit fahren die Mitarbeiter jeden Tag ins Büro und zu den Produktions- und Verwaltungsstätten? Wie viele Dienstreisen gibt es innerhalb des Unternehmens und zu Lieferanten? Welcher Umfang an Dienstreisen ergibt sich aus den Vertriebstätigkeiten? Und: Welche Verkehrsmittel nutzen die Mitarbeiter und wie erfolgen die Transporte in der Supply chain und zum Kunden? Diese Fragen dienen dazu, sich als Organisation einen Überblick über die prozentuale Verteilung der Reise- und Transportaktivitäten zu verschaffen. Denn: Nur wer die Stellschrauben identifiziert und quantifiziert, kann die richtigen Maßnahmen zur Optimierung ergreifen.
 
Die Idee ist gut – aber auch praktikabel?
Nicht alle Vertriebs- und Kommunikationsaktivitäten sind im virtuellen Raum möglich, nicht jede Flugreise ist durch die Bahn ersetzbar. Grundsätzlich gibt es im Bereich der Mobilität zwei Wege, Emissionen einzusparen: die Vermeidungs- oder die Substitutionsstrategie. Vermeiden ist immer wirkungsvoller als substituieren, jedoch nicht langfristig und in allen Bereichen realisierbar. Ein Beispiel: Wird für eine Dienstreise ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug verwendet, kann ein bestimmter Anteil an Emissionen eingespart werden. Wer jedoch komplett auf die Dienstreise verzichtet, spart 100 Prozent. Je nach Geschäftsmodell lassen sich Dienstreisen und Transporte natürlich nicht gänzlich vermeiden. Daher kommt es auf die richtige Mischung der Strategien an.
Auch im Pendelverkehr hat sich in den letzten Monaten einiges getan: Eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zeigt: 42 Prozent der befragten Unternehmen werden die Homeoffice-Tätigkeit nach der Corona-Pandemie ausweiten. Im Bereich der Verkehrsmittelwahl ist auch die Akzeptanz der Mitarbeiter ein wichtiger Faktor. Derzeitige Reichweiten von Elektrofahrzeugen und die Ladeinfrastrukturen reichen beispielsweise für Außendienstmitarbeiter noch nicht aus, wenn diese 40.000 km und mehr pro Jahr zurücklegen, dagegen gibt es im Pendlerverkehr vielfältige Handlungsalternativen.
 
Szenarien simulieren und Strategie definieren
Mithilfe eines CO2-Kalkulators können Unternehmen berechnen, inwiefern sich die Firmenflotte, mobiles Arbeiten, Transporte und Dienstreisen auf ihre Umweltbilanz auswirken. Der Kalkulator simuliert verschiedene Szenarien und überprüft diese auf ihre Anwendbarkeit. Auf dieser Basis lassen sich CO2-Zielwerte definieren und der monatliche Verbrauch genau abbilden.
Anschließende Aktionsfelder sind:
  • Mobiles Arbeiten und Homeoffice ermöglichen und optimieren
  • Verzicht auf nicht unbedingt notwendige Dienstreisen
  • Überprüfung und Anpassung des Vertriebskonzeptes
  • Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel
  • Nutzung von Elektrofahrzeugen vor allem für Kurzstrecken
  • Aufbau einer Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge mit Ökostrom am Firmenstandort
  • Erstellung und laufende Optimierung der Reiserichtlinien in Sachen Klimaschutz
Damit diese Maßnahmen auch aktiv gelebt und umgesetzt werden, braucht es die Bereitschaft und Akzeptanz der gesamten Belegschaft. Dazu eignet sich beispielsweise die Festlegung eines CO2-Budgets für die einzelnen Abteilungen. So werden die Einsparungen für die Mitarbeiter transparent und jeder sieht, welchen Effekt die eigene Verhaltensweise hat.
Doch auch im Privaten kann jeder seinen Teil zu einer gesünderen Welt beitragen. Wo jeder Einzelne CO2-Emissionen einsparen kann, lässt sich mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamtes ermitteln. Unternehmen können auch hier ihren Mitarbeitern Information und Motivation zuteil werden lassen.
 
Dr. Carsten Jacobi studierte Wirtschaftsingenieurwesen und promovierte am Forschungsinstitut für Unternehmensführung, Logistik und Produktion der TU in München. Heute ist er Geschäftsführer der Emporias Management Consulting GmbH & CoKG.

Dieser Artikel ist in forum 01/2021 - SOS – Rettet unsere Böden! erschienen.



     
        
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