Lifestyle | Sport & Freizeit, Reisen, 02.03.2021
Aktiv gegen die Plastikverschmutzung
Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Tourismusbranche veröffentlicht Leitfaden zur Reduzierung von (Einweg-)Plastik in Hotels und Tourismusbetrieben
Über 8 Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Ozeane, 2050 wird es mehr Plastik als Fische in den Meeren geben. Alarmierende Zahlen! In wichtigen touristischen Zielgebieten wie beispielsweise den Balearen hat der Tourismus einen wesentlichen Anteil am Plastikaufkommen. Insbesondere in der Sommersaison steigt hier der Plastikabfall durch Tourismus um mehr als 30 Prozent.
Deshalb hat Futouris, die Nachhaltigkeitsinitiative der deutschen Tourismusbranche, einen Leitfaden zur Reduzierung von (Einweg-) Plastik in Hotels und Tourismusbetrieben veröffentlicht. Dieser im Rahmen des Branchenprojektes „Plastikfreier Urlaub auf den Balearen" entwickelte Ratgeber enthält Alternativen zu vielfach verwendeten Einwegplastikprodukten. Die verschiedenen Plastikprodukte werden anhand ihrer Auswirkungen in puncto Nachhaltigkeit dargestellt, sodass Betriebe unkompliziert die für sie am besten umzusetzenden Alternativen wählen können. Damit können die Auswirkungen auf die Umwelt genau bewertet und leichter berücksichtigt werden.
Der Leitfaden
Der Leitfaden wurde im Rahmen des Projektes „Plastikfreier Urlaub auf den Balearen" entwickelt, bei dem die Futouris-Mitglieder mit der Regierung der Balearen und lokalen NGOs wie z.B. "Travel Without Plastic” und "Save The Med” kooperieren, um gemeinsam aktiv gegen die Plastikverschmutzung vorzugehen. Zusammen mit lokalen Hoteliers und weiteren Partnern aus der Tourismusbranche wurden Konzepte und Maßnahmen für die Reduzierung von Plastikabfällen und ein verbessertes Recycling entwickelt.
Der Leitfaden unterstützt die Tourismusbetriebe darin, nachhaltigere Alternativen für häufig verwendete Einwegplastikprodukte zu finden. So werden zum Beispiel verschiedene Alternativen für Plastikflaschen, Miniatur-Toilettenartikel, in Plastik verpackte Badezimmerartikel, Slipper, Strohhalme, Plastikgeschirr und Take-away Boxen vorgeschlagen. Die empfohlenen Alternativen werden nach einem von "Save The Med” entwickelten Index nach ihrer Nachhaltigkeit bewertet. Wichtige Kriterien sind hierbei die Auswirkungen des verwendeten Materials auf die Umwelt, Recyclingfähigkeit und vorhandene Entsorgungsmöglichkeiten.
Plastikwasserflaschen und ihre Deckel tragen bspw. einen erheblichen Anteil zur Plastikverschmutzung an Stränden und in den Meeren bei. Diese können im Hotelbetrieb zum Beispiel durch Wasserstationen in öffentlichen Bereichen oder auf den Fluren oder durch die Nutzung von Mehrweg-Glasflaschen von lokalen Lieferanten ersetzt werden. Beide Alternativen reduzieren die negativen Auswirkungen auf die Umwelt bereits erheblich und können auch zur Kosteneinsparung beitragen.
Prof. Dr. Harald Zeiss, Vorstandsvorsitzender von Futouris, ist überzeugt: „Die meisten Einweg-Plastikprodukte sind leicht zu ersetzen. Aber viele Unternehmen kennen die Möglichkeiten nicht. Hier setzt unser Leitfaden an: Wir bieten Tourismusbetrieben weltweit eine übersichtliche Auswahl von nachhaltigeren Alternativen an. So sparen wir den Unternehmen Zeit und reduzieren Plastikartikel entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette”.
Im nächsten Schritt werden die entwickelten Pilotmaßnahmen zur Reduzierung des Plastikverbrauches von den am Projekt beteiligten Hotels in der Praxis erprobt und auf ihre Durchführbarkeit und die zu erreichenden Einsparungen am Plastikaufkommen getestet.
Der Leitfaden kann auf der auf der Futouris-Website kostenlos heruntergeladen werden.
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