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Gibt es eine Veränderung der CO2-Konzentration in der Atmosphäre aufgrund von COVID-19?

NOAA Forscher legen neue Erkenntnisse vor

Die Kohlendioxid (CO2)-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe sind aufgrund der Corona Pandemie im Jahr 2020 geringer geworden. Hat dies zu einer Verringerung der atmosphärischen CO2-Konzentration geführt? Die NOAA Forscher, die seit Jahrzehnten die CO2-Anteile in der Atmosphäre messen und verfolgen, sind dieser Frage nachgegangen.

Hat sich der Kohlendioxid-Anteil in der Luft aufgrund der Corona Pandemie verändert? © geralt, pixabay.com

Kurz zum Hintergrund: Es gibt keine photochemische Zerstörung von atmosphärischem CO2 wie bei vielen anderen Gasen, wie zum Beispiel bei Methan. Das atmosphärische CO2 kann sich zwar in Wasser auflösen und es kann durch Photosynthese in Pflanzen in Holz und andere organische Stoffe umgewandelt werden, aber diese Transfers sind nicht dauerhaft, da der Kohlenstoff als CO2 wieder freigesetzt werden kann, was tatsächlich auch ständig passiert.

In den Ozeanen entsteht ein Gleichgewicht, in dem viel CO2 von den Ozeanen aufgenommen und auch wieder abgegeben wird. Auch auf dem Festland entwickelt sich in Pflanzen und Böden und in der gesamten Biosphäre ein ständiger Gleichgewichtszustand, in dem die Rate der Photosynthese der Oxidationsrate von Kohlenstoff zurück zu CO2 durch Atmung von lebenden Organismen und durch Brände entgegenwirkt. Wir Menschen sind selbst ein Teil dieses Prozesses, da wir in unserem Atem erhebliche Mengen an CO2 ausatmen. Es wird in unseren Zellen und in unserem Darm von unsere Nahrung verdauenden Mikroben produziert, die uns dann mit der Energie versorgen, die wir zum Leben benötigen. Auch bei Waldbränden wird viel CO2 freigesetzt. Die Atmosphäre, die Ozeane und die terrestrische Biosphäre wirken wie ein miteinander verbundenes Reservoir, aus dem der Kohlenstoff praktisch nicht verschwindet. Nur ein sehr geringer Anteil wird als Ablagerung von Sedimenten aus diesem Reservoir dauerhaft ausgeschieden. Deswegen tragen die CO2-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe dazu bei, die Gesamtkohlenstoffmenge in diesem Reservoir zu erhöhen.

Damit man den durch die Pandemie verursachten Rückgang der Emissionen erkennen kann, muss er groß genug sein, um sich von den „natürlichen" CO2-Werten abzuheben. Hierbei gibt es eine Variabilität, die dadurch verursacht wird, wie Pflanzen und Böden auf saisonale und jährliche Schwankungen von Temperatur, Feuchtigkeit, Bodenfeuchtigkeit usw. reagieren. Die generelle Zunahme von CO2 in der Atmosphäre wird überlagert durch die saisonalen Zyklen. Wenn man rechnerisch die langfristig steigenden Trends herausrechnet, erhält man einen saisonalen Zyklus, der hauptsächlich durch saisonale Photosynthese und Atmung der Ökosysteme an Land verursacht wird. Diese natürlichen Unterschiede sind groß, und die "fehlenden" Emissionen aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe haben sich bisher nicht abgezeichnet.

Hier ist ein Beispiel: Wenn die Emissionen um bis zu 25 % sinken, dann würde man in Mauna Loa für März einen etwa um 0,2 ppm niedrigeren CO2-Wert erwarten und im April einen um weitere 0,2 ppm erniedrigten usw. Wenn man also den durchschnittlichen saisonalen Zyklus von vielen Jahren vergleicht, würde man erwarten, dass sich im Jahr 2020 nach einigen Monaten eine Differenz anhäuft. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet immerhin, dass die CO2-Emissionen weltweit im Jahr 2020 um 8 % sinken. Offenbar kann das NOAA für diesen Zeitraum keinen solchen globalen Effekt erkennen. Auch produzieren die Brände vielleicht CO2 in ähnlicher Größenordnung wie die Verringerung der Emissionen infolge der Pandemie ausmacht.

Es sieht leider so aus, als ob CO2 weiterhin im gleichen Tempo wie in den Vorjahren global ansteigt, was zeigt, dass massive Investitionen in erneuerbare Energiequellen und drastischer Verzicht auf fossile Energieträger notwendig sind, um der globalen Erwärmung entgegenzuwirken. Selbst drastische Maßnahmen wie in dieser Corona-Pandemie zeigen keine messbaren Veränderungen im globalen CO2 -Anstieg in der Atmosphäre.
 
Dr. Herbert Mrotzek war als Naturwissenschaftler lange Jahre im betrieblichen Umweltschutz in der Elektroindustrie tätig. Für wegweisende Arbeiten im Umweltmanagement erhielt er den B.A.U.M. Umweltpreis. Er engagierte sich in der europäischen Umweltnormung, die sich mit den speziellen Umweltthemen der Elektrobranche befasste. Sein besonderes Interesse gilt nach wie vor dem Treibhauseffekt und der Schädigung der Ozonschicht durch den Eintrag von Spurengasen in die AtmosphäreHerbert Mrotzek hat diesen Report für forum Nachhaltig Wirtschaften frei übersetzt. Grundlage ist: U.S. National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA), Earth System Research Laboratories, Global Monitoring Laboratory, Report  Jan. 2021.

Umwelt | Klima, 26.02.2021
     
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