Lifestyle | Geld & Investment, 20.08.2020
Mehr Kohle für grüne Investitionen
Kasseler Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Christian Klein fordert gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern staatliche Unterstützung für Unternehmen, die zur Klimaneutralität beitragen
Investitionen in nachhaltige Projekte sind für Unternehmen unter den aktuellen Rahmenbedingungen riskant und teuer. „Unternehmen können sich momentan einfach nicht sicher sein, dass sich ihre Investitionen auch auszahlen", sagt Prof. Dr. Christian Klein. Der Wirtschaftswissenschaftler leitet an der Universität Kassel das Fachgebiet „Sustainable Finance".
Gemeinsam mit weiteren renommierten Wissenschaftlern hat er daher einen Vorschlag erarbeitet, um Unternehmen mehr Planungssicherheit zu geben. „Im Kern zielt unser Vorschlag darauf, staatliche Unterstützung für Unternehmen an deren Nachhaltigkeitsleistung zu koppeln", erklärt Klein.Dazu schlagen die Autoren einen EU-weiten Investitionsfond vor, der sich durch langfristige, staatlich gesicherte Anleihen finanziert. Unternehmen, die in nachhaltige Projekte mit dem primären Ziel der Treibhausgasneutralität investieren, sollen aus diesem Fond langfristig zinsverbilligte Kredite erhalten.
Der besondere Kniff daran: Der Zinssatz wird an einen hypothetischen CO2-Preis gekoppelt, der in einer Welt auf dem Weg zur Klimaneutralität gelten sollte. Liegt der geltende CO2-Preis deutlich unter dem hypothetischen, verbilligen sich die Kredite für Unternehmen also stärker als wenn angenommener und tatsächlicher CO2-Preise nah beieinanderliegen.
„Wir machen also den Zins davon abhängig, wie gut der Staat seine Hausaufgaben macht: je schlechter er hier ist, desto günstiger sind die Zinsbedingungen", schildert Klein. „Der Vorteil ist: Dies nimmt den Unternehmen das Risiko und übergibt es dem Staat. So schaffen wir auch einen Anreiz für den Staat, zeitnah seine Hausaufgaben zu machen."
Neben Christian Klein arbeiteten an dem Papier, das aktuell noch nicht veröffentlicht ist, Ottmar Edenhofer und Kai Lessmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und Marco Wilkens von der Universität Augsburg mit.
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