B.A.U.M.-Jahrbuch: Jetzt kostenlos reinlesen!
Halfar. Starke Taschen | Nachhaltigkeit im Fokus | Recycling-Materialien

Toxisches Selbstbewusstsein

Wenn CEOs das Lernen von internem wie externem Feedback verhindern

Unternehmen bewerten ihre Finanzlage oftmals im Vergleich mit anderen MarkteilnehmerInnen der gleichen Branche oder auch im Vergleich zu vorigen Geschäftsjahren und adaptieren dementsprechend ihre Endscheidungen. Eine aktuell veröffentlichte Studie von Christian Schumacher, Wissenschaftler am Institute for International Business der Wirtschaftsuniversität Wien, zeigt jetzt, dass die Persönlichkeit von CEOs bei diesen Evaluationsprozessen eine wesentliche Rolle spielt. Übertriebenes Selbstbewusstsein kann rationalen Entscheidungen im Weg stehen.
 
Frauen sind seltener übertrieben selbstbewusst, was ihre eigenen Fähigkeiten betrifft, das spiegelt sich auch in der Studie wider. © maximiliano estevez, pixabay.comZur eigenen Performancemessung und -evaluation nutzen Unternehmen unter anderem den internen und externen Vergleich – mit den Geschäftszahlen der Vorjahre sowie jenen der Mitbewerberinnen und Mitbewerber. Studienautor Christian Schumacher vom Institute for International Business der Wirtschaftsuniversität Wien erklärt: „Im nächsten Schritt stellt sich die Frage, wie CEOs mit diesem Vergleich, also dem positiven oder negativen Feedback auf ihre aktuelle Finanzlage, umgehen. Genau an diesem Punkt setzt unsere Studie an: Wir wollten wissen, wie sich das Selbstbewusstsein bzw. übertriebenes Selbstbewusstsein der CEOs auf deren Interpretation der Ergebnisse auswirkt. In der wissenschaftlichen Literatur gilt dieses Persönlichkeitsmerkmal als ein entscheidender Faktor bei Führungspersönlichkeiten."
 
Späte Reaktion auf finanzielle Schwierigkeiten
In ihrer quantitativen Studie untersuchten die StudienautorInnen alle Unternehmen im S&P1500 Index, welcher die 1.500 größten amerikanischen börsennotierten Unternehmen beinhaltet, in der Zeitperiode von 1992-2014. Dabei zeigte sich, dass übermäßig selbstbewusste CEOs ihre finanzielle Situation optimistischer einschätzen als ihre Kolleginnen und Kollegen und dadurch viel schwächer auf externes sowie internes Feedback reagieren. „Das heißt: Obwohl die finanzielle Situation im Unternehmen möglicherweise sehr schlecht ist und eine Änderung in der Firmenstrategie verlangen würden, interpretieren diese CEOs die prekäre Situation viel positiver und reagieren erst viel später mit einer Änderung - was selbstverständlich verheerende Folgen für das Unternehmen haben kann", so Schumacher.
 
Weibliche CEOs mit weniger verzerrter Wahrnehmung
In einer zusätzlichen Analyse stellte sich zudem heraus, dass weibliche CEOs generell eine weniger verzerrte Wahrnehmung der finanziellen Situation haben und damit stärker auf Feedback reagieren. „Frauen sind seltener übertrieben selbstbewusst was ihre eigenen Fähigkeiten betrifft, das spiegelt sich auch in unserer Studie wider", so Schumacher, „Diese akkuratere Einschätzung der eigenen Fähigkeiten führt dazu, dass Frauen viel stärker auf Feedback von anderen Unternehmen und eigenes ‚historisches Feedback‘ reagieren."Die Studie wurde im Strategic Management Journal veröffentlicht.
 
Kontakt: Mag. Anna Maria Schwendinger, Wirtschaftsuniversität Wien | anna.schwendinger@wu.ac.at

Wirtschaft | Führung & Personal, 20.07.2020
     
Cover des aktuellen Hefts

Digitalisierung und Marketing 4 Future

forum 03/2020 ist erschienen

  • Digitalisierung
  • VerANTWORTung
  • Green Money
  • Marketing 4 Future
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
OKT
2020
CSR-Tag 2020
Grünes Licht für die Wirtschaft – Zukunftsfähig mit Klimaschutz
online
03
DEZ
2020
13. Deutscher Nachhaltigkeitstag
Die Krise als Chance zum ökologischen und sozialen Umbau
40474 Düsseldorf
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Countdown für Planet B
Leila Dreggers Plädoyer für einen Aufbruch ins utopische Denken. 7 - Geschlechterlust auf Planet B

Jetzt auf forum:

Ziegel als Wertstoff

Trendstudie Neo-Ökologie

Andreas Braun: Nachhaltig investieren – simplified

Peter Carstens: Das Klimaparadox

Dana Thomas: Unfair Fashion

In den Kommunen entscheidet sich die Zukunft…

Mülheim soll „Cradle to Cradle“-Zukunftsstadt werden

Höchste Qualität gehört zum PRIMAVERA Markenkern: Förderprojekt für beste Rohstoffe

  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • PEFC Deutschland e. V.
  • TourCert gGmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence