Importierte Abholzung stoppen

Europäisches Lieferkettengesetz muss Unternehmen zu strenger Sorgfalt verpflichten

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments diskutiert am Donnerstag, den 2. Juli, ein Lieferkettengesetz mit verbindlichen gesetzlichen Vorgaben für strenge Sorgfaltspflichten gegen importierte Entwaldung. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den Nachweis von Unternehmen, dass ihre Produkte nicht von Anbauflächen stammen, die nach 2008 entwaldet wurden. Verbindliche Sorgfaltspflichten müssen zudem die Verletzung von Menschenrechten sowie die Schädigung anderer wertvoller Ökosysteme wirkungsvoll ausschließen. Im Fokus sind Unternehmen, die Produkte wie Soja, Palmöl, Fleisch, Kaffee, Kakao, Kautschuk und Mais auf den EU-Markt bringen möchten. Der vorgestellte Initiativbericht des Lieferkettengesetzes stammt von der EU-Abgeordneten Delara Burkhardt (SPD). 
 
Umweltausschuss des Europäischen Parlaments diskutiert Lieferkettengesetz gegen Entwaldung. © analogicus, pixabay.comDazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Der bisherige Ansatz von EU und Bundesregierung für Selbstverpflichtungen und freiwillige Zertifizierungen ist gescheitert. Wälder sind unverzichtbar für den Schutz des Klimas und den Erhalt der Artenvielfalt. Dennoch werden jede Stunde 800 Fußballfelder Wald vernichtet, beinahe ein Drittel davon in den Tropen. Brasilien hat weltweit die höchste Entwaldungsrate und soll trotzdem mit dem EU-Mercosur-Abkommen noch mehr Soja importieren dürfen - den Treibstoff der deutschen Massentierhaltung. Es braucht deshalb ein Lieferkettengesetz mit empfindlichen Sanktionen und der Möglichkeit für von Entwaldung Betroffene, Entschädigungen einklagen zu dürfen."
 
Entwaldung geschieht zum großen Teil durch die Ausweitung von landwirtschaftlichen Flächen, etwa für den Anbau von Palmöl, Sojafuttermitteln und Kakao oder für die Weidehaltung zur Fleischproduktion. Rund 10 Prozent dieser Entwaldung verursacht die EU durch den Konsum von Produkten, für die Wälder vernichtet und in landwirtschaftliche Flächen umgewandelt wurden.
 
Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft sollte die derzeitigen EU-Initiativen gegen den indirekten Import von Entwaldung und Zerstörung von Ökosystemen wirksam unterstützen und sich um eine Einigung der EU-Mitgliedsländer bemühen.
 
Kontakt: Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) | presse@duh.dewww.duh.de

Umwelt | Naturschutz, 01.07.2020
     
Cover des aktuellen Hefts

Jetzt reicht's!

forum 04/2020

  • Klimaschutz als Volkssport
  • Marketing for Future
  • Systemrelevant
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
17
FEB
2021
BIOFACH und VIVANESS
Shaping Transformation. Stronger. Together.
online
11
MÄR
2021
Kinostart „Now" - „If you fail, we will never forgive you!"
A Film for Climate Justice by Jim Rakete
deutschlandweit
20
APR
2021
Best Economy forum 2021
Take Action not Words!
82346 Andechs
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Maßnehmen an der Weisheit des Lebens
Wenn weder Wissenschaft noch Kirche den Menschen in diesen Tagen Sinnperspektiven zu öffnen vermögen, dann ist die Zeit gekommen, etwas Sinnvolles zu tun: unsere Welt nachhaltig umzubauen.

Jetzt auf forum:

Essen ist systemrelevant und Marketing übernimmt Verantwortung

Frisches Obst und Gemüse auch im Winter

Mit Love The World stellt Desigual seine 100 % nachhaltige Kollektion vor

VAC 95+: Nachhaltiger Vakuumbeutel feiert Messe-Premiere bei der Biofach 2021

Erfolgsfaktor Gleichheit der Geschlechter

Projekt ANLIN geht in die zweite Runde

Grüne Displays für den Blauen Planeten

JOBLINGE: Gemeinsam mit vielfältig engagierten Unternehmen gegen Jugendarbeitslosigkeit

  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • TourCert gGmbH
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • PEFC Deutschland e. V.