Elektromobilität

Carsharing-Erfahrungen fördern Akzeptanz von E-Autos

Studie der Universität Hohenheim zeigt: Positive Erfahrungen mit Elektroautos im Carsharing ändern die Einstellung der Verbraucher und erhöhen deren Kaufbereitschaft.
 
Studie zeigt: Carsharing kann zu einer breiteren Akzeptanz von Elektrofahrzeugen führen. © andreas160578, pixabay.comDer große Durchbruch lässt auf sich warten: Trotz zahlreicher Förderprogramme von Bund und Ländern stagniert der Absatz von Elektrofahrzeugen in Deutschland. Nach wie vor existieren große Vorbehalte in der Bevölkerung. Eine Möglichkeit Elektroautos unverbindlich im Alltag zu testen, bieten Carsharing-Angebote. Eine aktuelle Studie der Universität Hohenheim in Stuttgart in Kooperation mit der Surrey Business School in Großbritannien und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden zeigt jetzt: Carsharing kann zu einer breiteren Akzeptanz von Elektrofahrzeugen führen. „Durch die eigenen Erfahrungen verbessert sich die Einstellung der Nutzer gegenüber diesem Fahrzeugtyp nachweisbar und das wiederum führt zu einer erhöhten Weiterempfehlungsbereitschaft", so einer der Autoren, Dr. Adrian Lehr vom Fachgebiet Unternehmensführung an der Universität Hohenheim. Die Studie ist erschienen in der Zeitschrift Psychology & Marketing.
 
Sie hätten eine zu geringe Reichweite, seien zu teuer und das Netz der Ladestationen nicht dicht genug, so die Vorbehalte vieler Verbraucherinnen und Verbraucher gegenüber Elektrofahrzeugen. Deren Absatz stagniert und war zuletzt sogar leicht rückläufig. Und dies, obwohl sie – auch mit staatlicher Förderung – in den vergangenen Jahren deutlich günstiger geworden und sowohl die Reichweite als auch die Modell-Vielfalt gestiegen sind.
 
Elektromobilität und Carsharing passen gut zusammen
Schon früh hatten viele Carsharing-Anbieter Elektrofahrzeuge in ihrer Flotte. Das Nachhaltigkeitsimage der Share Economy passt grundsätzlich gut zu Fahrzeugen, die mit regenerativen Energien betrieben werden. Verbraucherinnen und Verbraucher können so ein Elektrofahrzeug im Alltag testen, sich mit den Unterschieden vertraut machen und mögliche Vorbehalte abbauen.
 
Eine aktuelle Untersuchung der Universität Hohenheim beschäftigt sich jetzt mit der Frage, ob diese Erfahrungen auch Einfluss auf die Akzeptanz und die Kaufbereitschaft von Elektroautos haben. Neben den Hohenheimer Wissenschaftlern Dr. Adrian Lehr und Prof. Dr. Marion Büttgen beteiligten sich Prof. Dr. Sabine Benoit von der Surrey Business School in Guildford, Großbritannien, und Dr. Katrin Merfeld von der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden an der Feldstudie.
 
Einstellung der Nutzer ändert sich durch positive Erfahrung
Das Forschungsteam befragte die Kunden eines etablierten Carsharing-Anbieters vor und nach der ersten Nutzung eines Elektrofahrzeugs. Durch die gemachten Erfahrungen änderte sich die Meinung der Fahrer nachweisbar: Sie hatten danach eine deutlich positivere Einstellung gegenüber E-Autos. Zudem wollten sie Elektrofahrzeuge fortan auch in stärkerem Maße weiterempfehlen. Sogar die Absicht die genutzte Fahrzeugmarke zukünftig selbst zu kaufen, hat sich bei den Befragten erhöht.
 
„Ein bemerkenswertes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass im Carsharing nicht das Produkt im Mittelpunkt steht, sondern eher die Befriedigung des Mobilitätsbedürfnisses", erklärt Prof. Dr. Büttgen. „Die Nutzung kann wie eine unbeabsichtigte Probefahrt angesehen werden, die besonders bei solchen Personen ihre Wirkung zeigt, die bisher noch wenig mit dem Thema Elektromobilität zu tun hatten", erläutert Dr. Lehr weiter.
 
Carsharing-Erfahrungen haben mehr Einfluss als klassische Probefahrten
Aber gibt es Unterschiede zwischen diesem unbewussten Kennenlernen des Produkts im Rahmen eines Carsharing-Angebots und einer bewussten Probefahrt z. B. bei einem Autohändler? In einer ergänzenden experimentellen Untersuchung ging das Team dieser Frage nach. Es zeigte sich: Beides hat grundsätzlich ähnliche Auswirkungen auf die Einstellung. Tendenziell ließen sich Probanden, die durch das Carsharing unbewusst positive Erfahrungen gemacht haben, allerdings eher vom Produkt und der Automobilmarke überzeugen als es bei der klassischen Probefahrt der Fall ist.
 
Aktuelle Publikation:
Adrian Lehr, Marion Buettgen, Sabine Benoit, Katrin Merfeld: Spillover effects from unintended trials on attitude and behavior: Promoting new products through access?based services. Psychol Mark. 2020;37:705-723 

Kontakt: Universität Hohenheim | presse@uni-hohenheim.dewww.uni-hohenheim.de

Technik | Mobilität & Transport, 12.06.2020

     
Cover des aktuellen Hefts

Jede Menge gute Nachrichten

forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2023 mit dem Schwerpunkt "Der Weg zum Mehrweg – Transport und Logistik"

  • Circular Cities
  • Kllimagerecht bauen
  • Kreislaufwirtschaft für Batterien
  • ToGo-Mehrwegverpackungen
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
05
MÄR
2024
ITB Berlin 2024
Define the world of Travel. Together.
14055 Berlin
07
MÄR
2024
8. Pioneers of Change Online Summit - Motto "Mut zu Mut"
Ermutigende Impulse für unsere Zukunft
online
Alle Veranstaltungen...

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Politik

Es liegt an uns selbst, ob die Erklärung von Dubai historisch sein wird oder nicht.
Christoph Quarchs Fazit von COP 28
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Einfache und wirtschaftliche Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Jede Menge gute Nachrichten

Gibt es wirklich nachhaltige Events?

Mobilität bei Veranstaltungen –

Was macht nachhaltiges Catering aus?

Nachhaltige Locations

Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement

Nachhaltige Veranstaltungen glaubwürdig und motivierend kommunizieren

  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • ECOFLOW EUROPE S.R.O.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Kärnten Standortmarketing
  • Engagement Global gGmbH
  • toom Baumarkt GmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig